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Studen

Treff der Handwerker in der Römerzeit

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern präsentiert eine zweibändige Publikation zu Petinesca. Diese ermöglicht einen Überblick über die umfangreichen Ausgrabungen.

Symbolbild: Keystone

Mitte der 80er-Jahre kamen beim Kiesabbau am Vorderberg in Studen Reste von römischen Gebäuden zum Vorschein. Sie gehörten zu einem bis dahin unbekannten Quartier der Kleinstadt Petinesca, eine archäologische Fundstelle von nationaler Bedeutung.

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern führte von 1985 bis 1992 Rettungsgrabungen durch und legte ein ganzes Quartier frei. An einer rund 240 Meter langen Strassenachse fanden sich ein Dutzend Holzbauten aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, die im 2. und 3. Jahrhundert durch Steingebäude ersetzt wurden.

Während die frühe Holzbebauung bereits 1995 und 2002 in zwei Monografien dokumentiert wurde, widmet sich die neue Publikation nun den jüngeren Steinbauphasen.

Insgesamt wurden im Vorderberg sieben Steingebäude erfasst. Wie es für römische Kleinstädte typisch ist, dienten sie verschiedenen Wohn- und Gewerbezwecken. Ein Haus sticht besonders hervor: Es verfügte über als Halbkeller ausgeformte Räume, die in zwei Fällen mit Wandmalereien ausgestattet waren. Aufgrund des Fundmaterials dürfte es sich um den Versammlungsraum einer Handwerkskorporation, möglicherweise der Gerber, gehandelt haben. mt

Info: Mittwoch, 22. Januar, 18 Uhr, Neues Museum Biel, Seevorstadt 52, Biel. Rudolf Zwahlen et al., «Vicus Petinesca, Vorderberg. Die Steinbauphasen», 68 Franken.

Stichwörter: Archäologie

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