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Rüti-Arch-Leuzigen

Seit 32 Jahren geht die Post ab

1985 wurde das «Ratteloch» gegründet. Damit nahm in der Region Rüti-Arch-Leuzigen die offene Jugendarbeit ihren Anfang. Daraus ent-stand eine Plattform, die bis heute Bestand hat.

Bild: Hanspeter Flückiger
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Hanspeter Flückiger

Wie so oft ist es auch in Leuzigen dem Pfarrer zu verdanken, dass Oberschüler und Jugendliche eine Gelegenheit bekamen, um sich treffen zu können. Pfarrer Theo Leuenberger schaute dafür, dass im Lokal über der damaligen Militärküche in Leuzigen anfangs September 1985 ein Jugendtreff den Betrieb aufnehmen konnte.

Schon damals mit dabei war Martin Gerber. Er ist nach über
30 Jahren noch nicht müde. Er ist im Vorstand des Vereins Jural (Offene Jugendarbeit Rüti-Arch-Leuzigen) und für das heute an der Eymattstrasse in Leuzigen domizilierte «Ratteloch» verantwortlich. Ein nicht gerade schmeichelhafter, aber zutreffender Name, wie er an der Mitgliederversammlung von letzter Woche erklärte. Nicht, weil es «grusig», sondern höchstens etwas gruselig sei, wenn man die Trep‹pe runter in die Zivilschutzanlage steige. Und wenn man seinen Ausführungen zu den Aktivitäten des letzten Jahres zuhörte, konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man auch ganz gut von einem «hölzernen Himmel» sprechen könnte.

Töggelen, spielen, chillen
Zielpublikum sind die Oberschülerinnen und -schüler aus Rüti, Arch und Leuzigen, die sich dort ab dem Herbst bis zu den Sommerferien jeweils samstags zum Töggelen, Spielen, Chillen, Reden und Spass haben im «Ratteloch» treffen. 25 bis 40 Besucher kommen jedes Mal. Gerber: «Das ‹Ratteloch› entspricht einem Bedürfnis. Die Schliessung stand noch nie zur Debatte.»

Gegründet wurde Jural  2008. Dies als Folge der Aktivitäten der Arbeitsgruppe zur Förderung der Jugendarbeit, die 2004 von Behördenvertretern aus Rüti, Arch und Leuzigen, Pfarrer und Jugendlichen ins Leben gerufen wurde. Seitdem ist Jural  Träger des «Ratteloch» und des «Caracol» in Arch. Letzeres nahm den Betrieb 2005 in der Zivilschutzanlage im Gemeindezentrum Arch auf. Das «Caracol» ist für 16 bis 19-jährige Jugendliche gedacht. Ein Team von Gleichalterigen betreibt den Treff, gecoacht durch Vorstandsmitglieder des Trägervereins, von der Programmgestaltung bis zum Putzen und Aufräumen selbständig.  Die Arbeit des Vereins Jural  finanziert sich aufgrund einer Leistungsvereinbarung durch Beiträge der drei Einwohner- und den Kirchgemeinden und durch Naturalleistungen, Mitgliederbeiträge und Spenden. Aktiv mit dabei sind bis heute die Pfarrer. An der Mitgliederversammlung wurde mit Dieter Alpstäg der ehemalige Pfarrer aus Rüti aus dem Vorstand verabschiedet. Künftig übernimmt sein Nachfolger Jonas Lutzweiler auch im Verein dessen Amt des Aktuars.
In Kooperation mit Jural gibt es in den drei Gemeinden seit einigen Jahren eine professionelle, durch das Jugendwerk Münchenbuchsee geführte Jugendarbeit. Vor Ort ist der in einem 50-Prozent-Pensum angestellte Jugendarbeiter Nicolas Kamer verantwortlich. Das Jugendwerk führt ebenfalls in der Zivilschutzanlage Arch den Jugendtreff Puzzle für Oberschüler.

Auch in Schüpfen am Werk
Ein grosser Einschnitt war der Umbau von Ende Oktober 2016. Dieser hatte zum Ziel, die neuen 7.-Klässler durch ihr Mitwirken noch stärker in ihrem Jugendtreff zu beheimaten. Worüber ein Augenschein keine Zweifel aufkommen liess. Nicolas Kamer: «Der neue Look im Lokal wurde zu einem grossen Teilen von den Jugendlichen selbst gestaltet.» Daneben stehen viele andere Aktivitäten auf dem Programm. Als nächstes am 24. April ein Zirkus-Tag. Das Jugendwerk ist auch in Schüpfen für die Jugendarbeit verantwortlich.

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