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„Krawattenzwang“

Schwimmen mit Biber

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Schwimmen mit Biber.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Gleich zweimal wurde ich innert kurzer Zeit mit Bieber, oder eben mit Biber, konfrontiert. Zum einen mit dem jungen kanadischen Musikstar Justin, der im halbvollen Stade de Suisse auftrat. Zugegeben: Nicht mein Jahrgang, nicht meine Musik, nicht mein Stil, nicht mein Interesse. Vom eher überdimensional gigantischen Auftritt in Bern bekam ich im Seeland denn auch nicht sehr viel mit – ausser die Licht- und Feuerwerk-Fetzen an nächtlichen Horizont über Bern. Das löste bei mir aber eher Kopfschütteln aus.

Der zweite Biber ist und war mir näher: Am Seeufer in der Nähe von Sutz bewohnt offenbar eine ganze Familie ihren Bau. Die äusseren Zeichen sind gut erkennbar, zu sehen sind die Tiere aber selten. Es wird erzählt, dass Frühmorgen-Schwimmer gelegentlich zu Begegnungen kommen.

Letzte Woche dann die Bestätigung: Es wurde mir berichtet, dass am Morgen um 6 Uhr ein gemeinsames Schwimmen möglich sei. Im konkreten Fall führte dies zu einer eher „chlüpfigen“ Begegnung, wähnte doch die Schwimmerin eher eine Ente als ein Biber vor sich. Beide erschraken dann offensichtlich so voreinander, dass sie schnellstmöglich voneinander wegschwammen. Dem Vernehmen nach hat der sich elegant im Wasser bewegende Vierbeiner das Rennen haushoch für sich entschieden.

Muss man nun Angst haben? Nein, überhaupt nicht. Auch wenn gleichzeitig ein zubeissender Biber in Schaffhausen in den Medien die Runde machte. Ich glaube da ganz eindeutig den Experten, die bestätigen, dass ein Biber sich nur in Bedrängnis aktiv wehrt. Und sicher nicht „auf offener See“. Ansonsten bleibt er (menschen)scheu und ungefährlich.

Ich würde mich freuen, dem putzigen See-Mitbenutzer selber zu begegnen. Dass dies nur zu ganz früher Morgenstunde möglich scheint, ist gerade an den heissen Sommertagen an sich noch kein Hindernis: Wie viele andere geniesse auch ich (unregelmässig) ein Frühbad mit aufgehender Sonne.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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