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Hotelschiff

Probefahrten sind diesen Herbst geplant

Die «MS Attila» soll 
das erste Hotelschiff der Schweiz werden und auf den drei Juraseen verkehren. Nun vermelden die Verantwortlichen, dass die Finanzierung gesichert ist.

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Zwar seien die Arbeiten aufgrund der Coronakrise um etwa zwei Monate in Verzug geraten. Der Zeitplan zur Aufnahme des Betriebs des allerersten Schweizer Fahrgastschiffs mit Übernachtungsmöglichkeit, der «MS Attila», stehe aber weiterhin. Dies teilt die Reederei Vully AG mit und verspricht, dass die neue Tourismusattraktion für die Dreiseen-Region 2021 in See sticht. Bereits ab kommendem September sei es möglich, Reservationen vorzunehmen.

Der Umbau des sogenannten Ledi-Schiffes, also ein Frachtschiff, sei in vollem Gange: In den letzten Monaten sei in Sugiez der Rumpf um sechs Meter verlängert worden. Anschliessend habe man in der Werft Neuenburg die Unterwasser- und Malerarbeiten vorgenommen.

Derzeit laufen die Stahlarbeiten. Die Planung der Inneneinrichtung der neun «exklusiven Gästekabinen und der grosszügigen Captains Lounge» schreite zügig voran.

 

29 Aktionäre beteiligen sich

Anfang August 2019 gründete eine Gruppe von privaten Investoren aus der Region Bern, Biel und Murten die Reederei Vully AG mit Sitz in Sugiez und erwarb die «MS Attila» (das BT berichtete). Im Januar wurde das Schiff vom Broyekanal auf den Trockenplatz verschoben. Zu diesem Zeitpunkt fehlte noch mehr als eine Million Franken, um das Projekt durchführen zu können.

Nun scheint genügend Geldgeber zu geben, die an das Konzept eines Hotelschiffs glauben: «Dem Verwaltungsrat ist es gelungen, die definitive Finanzierung sicherzustellen», sagt Projektleiter Beat Kläy. Das Aktienkapital sei von 140 000 Franken auf 700 000 Franken erhöht worden. Aktuell beteiligen sich 29 Aktionäre am Projekt. Man habe mit der Bank CIC (Schweiz) eine Kennerin des Flusskreuzfahrt-Business als Kreditgeberin gefunden. Zudem habe der Kanton Freiburg im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) ein Darlehen über 300 000 Franken gesprochen. Die benötigten Investitionen von 2,4 Millionen Franken seien also definitiv gesichert, heisst es.

 

Von der Nordsee an die Expo.02

Das Frachtschiff «MS Attila» blickt auf eine 30-jährige Geschichte zurück. 1987 ist es mit einer Länge von 16.5 Metern gebaut worden und diente als Last- und Landungsschiff entlang der norddeutschen Küste. 1993 wurde es in der Mitte getrennt, um auf 27 Meter verlängert zu werden. Während der Expo.02 kam die «MS Attila» bei Aufbauarbeiten und an der Eröffnungsfeier in Yverdon zum Einsatz. Seither wurde das Schiff hauptsächlich als Event- und Partyschiff genutzt.

Läuft alles nach Plan, wird die «MS Attila» Ende Oktober fertiggestellt und bereit sein für die ersten Probefahrten.

Deborah Balmer/mt

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