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Nidau-Büren-Kanal

Neue Kanalbrücke: „Curva“ gewinnt Projektwettbewerb

Die neue Brücke für den Fuss- und Veloverkehr über den Nidau-Büren-Kanal nimmt Form an. Die Jury des Projektwettbewerbs hat aus 37 Vorschlägen das Projekt „Curva“ eines Berner Teams ausgewählt.

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(mt) Das Berner Team mit Bächtold & Moor AG Ingenieure und Planer, bbz bern gmbh Landschaftsarchitekten, Dimension X Architekten und d’lite Lichtplanung ist der Gewinner des Projektwettbewerbs für den Neubau einer Brücke über den Nidau-Büren-Kanal. Ihr Projekt „Curva“ ist nach Abschluss eines zweistufigen Wettbewerbsverfahrens von der Jury einstimmig zur Weiterbearbeitung empfohlen worden. Das Siegerprojekt sieht den Bau einer 142 Meter langen Stahlkonstruktion auf der Höhe des Erlenwegs vor. Markantes Merkmal der ausschliesslich dem Fuss- und Veloverkehr vorbehaltenen Brücke ist ihre Streckenführung: Auf der Nidauer Seite verläuft sie zuerst dem Kanalufer entlang in Richtung See, bevor sie nach einer engen Linkskurve zum Ipsacher Ufer führt. Diese künstliche Verlängerung der Fahrbahn ist nötig, um die für die Durchfahrt der Kursschiffe erforderliche lichte Höhe von 5,5 Metern zu erreichen und gleichzeitig die maximal zulässige Steigung von 6 Prozent nicht zu überschreiten. Auf der Ipsacher Seite gewährleistet eine gut 23 Meter lange Drehbrücke die Durchfahrt für Segelschiffe. Diese legen vor der Passage an einem der beiden Landungsstege an und lösen mit einem Schlüssel den Drehvorgang des mobilen Brückenteils aus. Dabei wird der Verkehr auf der Brücke mit einer Signalanlage und automatisch schliessenden Toren unterbrochen.

Regionale Bedeutung
Die Idee einer Brückenverbindung in Seenähe war schon anlässlich der Expo.02 geprüft, aus finanziellen Gründen aber wieder verworfen worden. Dass der Bau einer Brücke notwendig ist, blieb aber unbestritten. Bis heute wird der Uferweg entlang der Bieler Bucht durch den Kanal unterbrochen, wodurch der Langsamverkehr einen Umweg von rund einem Kilometer über die Dr.-Schneider-Brücke in Kauf nehmen muss. Die geplante Brücke schliesst diese Lücke im Velo- und Wanderwegnetz und schafft eine ideale Verbindung zwischen dem Siedlungsraum Biel-Nidau und den Naherholungsgebieten beim Erlenwäldli und weiter seeaufwärts. Sie ermöglicht so eine markante Aufwertung der regional bedeutenden Erholungszone am südlichen Seeufer und schafft zudem eine attraktive Verbindung für Velopendler. Aus diesen Gründen wurde die Brücke auch in den Richtplan Siedlung und Verkehr der Agglomeration Biel aufgenommen. Sie ist zudem Bestandteil des Agglomerationsprogramms Biel (A-Projekt) und in der entsprechenden Leistungsvereinbarung mit dem Bund aufgeführt.

Zweistufiger Wettbewerb
Nach der Durchführung einer Machbarkeitsstudie haben die Gemeinden Nidau und Ipsach 2011 einen Planungskredit zur Durchführung eines zweistufigen Projektwettbewerbs mit anschliessender Ausarbeitung eines Bauprojekts beschlossen. Das Preisgericht unter Vorsitz des Nidauer Stadtpräsidenten Adrian Kneubühler beurteilte am 20. und 21. August 2012 alle 37 anonym eingereichten Vorschläge anhand der im Wettbewerbsprogramm formulierten Kriterien (Gesamtkonzeption, Konstruktion, Gestaltung, Wirtschaftlichkeit). Mittels Ausschlussverfahren wurden dabei vier Wettbewerbsbeiträge für die zweite Stufe selektioniert. Die Teams erhielten die Gelegenheit, ihre Pläne entsprechend der projektspezifischen Kritik der Jury zu überarbeiten. Die aktualisierten Vorschläge wurden von der Jury am 25. Februar 2013 wiederum in mehreren Durchgängen bewertet. In der Schlussrunde verblieben zwei Projekte. Das Siegerprojekt „Curva“ überzeugte die Jury durch die Klarheit der Tragwerkskonstruktion, die Selbstverständlichkeit und die Konsequenz des gewählten Lösungsvorschlags und die rund 20 Prozent tieferen Gesamtkosten gegenüber dem letzten verbleibenden Projekt in der Schlussausmarchung. Das Siegerprojekt liegt damit etwas über den in der Machbarkeitsstudie errechneten Gesamtkosten von rund 6 Mio. Franken.

Weitere Schritte
Bis ein genehmigtes und baureifes Projekt vorliegt, sind noch zahlreiche Schritte erforderlich. Dazu gehören unter anderem die Weiterbearbeitung des Wettbewerbsprojekts, die definitive Klärung von Finanzierungsfragen und die Anpassung der Uferschutzpläne. Nach der Genehmigung eines Vorprojekts durch den Bund und den Kanton werden die Stimmberechtigten von Nidau und Ipsach abschliessend über den Bau der neuen Kanal-Brücke und den entsprechenden Bruttokredit befinden.



 

Kommentare

manolo

warum ist niemand in den sinn gekommen die brücke 10m hoch zu bauen und die Steilheit auf ipsacher seite mit einem lift (nebst einer treppe) zu überwinden? besser für die segler und billiger für die Steuerzahler!


Gaba

@kaf1 Und wer bitteschön hat jemals nach einer neuen Brücke verlangt? NIEMAND! Kein Schwein (pardon für diesen Ausdruck) hat Interesse daran, ganz im Gegenteil. Ihre Aussage, die Segler seien Egoisten ist sehr abschätzig und überheblich - Ein Musterbeispiel dafür, wie sich eine Gemeinde unbeliebt machen kann und letzten Endes dem Kanton die Einnahmen durch die Bootsplätze verjagt. Nur um den wenigen Wanderern und Velofahrern einen kleinen Umweg zu ersparen, will man hier weiter Steuergeld in ein völlig überflüssiges Denkmal setzen. Das Geld würde an anderen Orten bitter benötigt werden. Als hätten wir keine anderen Probleme / wichtige Projekte in Nidau...


rowoltz1955

Bitte genau lesen - die Brücke wurde mit 6 Mio. veranschlagt. Wenn man die obligaorischen 50% Mehrkosten dazuzählt sind es dann mal schnell gegen 10 Mio. Und nein, Nidau kann den Anteil dazu nicht bezahlen. Das ist keine Sache von egoistischen Seglern, das ist ganz einfach finanziell nicht tragbar. Diese Monsterprojekt wird mit Garantie keine zusätzlichen Touristen nach Nidau bringen. Sollte Biel wirklich Interesse und Geld haben, nur zu. Für Nidau ist es aber wichtig, dass nun ein finanzieller Marschhalt eingschaltet, bzw., dass mit finanziell nicht bezahlbaren Prestigeobjekten aufgehört wird. Nidau hat bereits jetzt schon einen der höchsten Steuersätze im Kanton, bevor weiteres Geld unnötig ausgegeben wird, sollte man anfangen an die treuen, noch verbleibenden wenigen Steuerzahler zu denken und vielleicht diesen mal was zurückgeben. Auf jeden Fall nicht mit einem teueren Projekt, das eigentlich keiner so richtig will!!


kaf1

Ich bin überzeugt, dass viele Wanderer, Inlineskater, Velofahrer und Familien mit Kinderwagen diese Brücke über den Kanal begrüssen. Natürlich wird diese Bücke etwas kosten, aber die Kosten sind für die Region (Biel / Nidau / Ipsach) sicher tragbar. Schöne Wander- und Velowege bringen ja auch Touristen in die Region. Dieses Projekt hat nichts mit „linker“ Ideologie zu tun, sondern das ist eine Investition in die Touristenregion Biel-Seeland. Ich denke, von den paar egoistischen Segelbootsbesitzern müssen die Projektverantwortlichen keine Angst haben, da gibt es ja sicher Lösungen, z.B. Zeitfenster wann die Brücke für die Segelboote geöffnet wird. Wenn es Ihnen immer noch nicht passt, können Sie ja einen anderen Anlegeplatz suchen. Gratuliere den Initianten das ist ein tolles Projekt für unsere Region.


manolo

was für ein "idiotenprojekt"!!! wir segelbootsbesitzer werden uns zu wehren wissen! unglaublich, dass so ein projekt überhaupt in eine auswahl zugelassen wir! nidau/ipsach soll das projekt sofort stoppen!


faktus

Es gäbe "Weiss Gott" viel wichtigere Kanalbrücken zwischen dem See und Büren, die längst dem heutigen Verkehrsaufkommen entsprechend, saniert oder sogar erneuert werden müssten. Ich denke an die wichtige Verbindung Orpund-Scheuren/Dotzigen/Schwadernau (Gottstatt-Brücke). Diese nur einspurig (mit Lichtsignalen geregelte)) befahrbare Nostalgiebrücke, mit einer gravierenden Gewichtsbeschränkung, wird täglich zum Nadelöhr (und zum unnötigen Abgasproduzent für die Anwohner(innen).! Nachdem nicht nur Biel und deren Umgebung voller Autohasser und Oekoheinis ist, sondern auch die Berner Kantonsregierung voll auf der "linken" Ideologie fährt, verwundern solche Velo- und Fusswegprojekte niemand mehr!


Gaba

schlicht und ergreifend unglaublich, wie die regierung kurz vor den wahlen wieder geschenkchen verteilen will, welche dummerweise gar niemand will! nicht auszudenken, was diese brücke für konsequenzen für die schifffahrt (insbesondere für segelschiffe) haben wird, falls sie denn gebaut wird.im sommer passieren segelschiffe ja schon fast im minutentakt den kanal - wie stellen sie sich dies nun vor? ist die brücke im sommer gesperrt? wird sie alle 5 minuten geöffnet? wie hoch sind die folgekosten? wie hoch sind die Unterhaltskosten? nidau und ipsach haben nun wirklich ganz andere sorgen als eine weiteres Luxus-projekt!


rowoltz1955

Wer bezahlt dieses Monsterprojekt ? Ob diese Brücke wirklich notwendig ist, wie im Artikel beschrieben, sei dahingestellt. Dass aber Nidau das Geld nicht hat um den Anteil zu bezahlen, ist Tatsache. Darum befremdet es einfach wieder einmal, dass teure Projektkosten bezahlt werden, ohne dabei an die leere Kasse zu denken!! Das gleiche sollte sich eigentlich der Kanton Bern fragen. Man spricht von Steuererhöhung und von leerer Kasse!


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