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Leubringen

Mit ihr lernt man laufend neue Wörter

Doris Hirschi mag Sprachen und Wandern. Daraus hat sie sich einen neuen Lebensinhalt geschaffen: Wandernd Französisch vermitteln und gleichzeitig in die Kultur des Wandergebietes eintauchen.

Französisch büffeln mal anders: Mit Doris Hirschi lernt man die Sprache bei Wanderungen in der freien Natur. Bild: Adrian Streun

Beatrice Bill

Erwachsenenbildnerin, Französischlehrerin, Wanderleiterin – all das ist Doris Hirschi aus Leubringen. Aus ihrem angestammten Beruf und ihren Leidenschaften hat sie nach dem Verlust ihrer Kaderstelle beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) eine neue Richtung eingeschlagen, die sie seit 2008 mit wachsender Begeisterung verfolgt. «Français en marchant» nennt sie ihr Projekt und spricht damit Menschen an, die nicht in der trockenen Schulzimmeratmosphäre eine Fremdsprache erlernen wollen. Sich in der freien Natur bewegen, in eine andere Kultur eintauchen und dabei den verschiedenen Situationen angepasst Französisch lernen, das will Hirschi mit ihren Ferienwochen und Tageswanderungen den Schülerinnen und Schülern vermitteln.

Verlust schafft Neues
Als gelernte Erwachsenenbildnerin und Leiterin der Abteilung Bildung des SRK holte sich die in Biel und Nidau zweisprachig aufgewachsene Doris Hirschi das Rüstzeug für ihre neue Tätigkeit. Beim SRK organisierte sie Kurse methodisch-didaktischer Ausrichtung für Pflegehelferinnen. Der Verlust ihrer Stelle zwang sie Ende 2006, sich neu zu orientieren. Nicht einfach für die qualifizierte Führungskraft in Zeiten der um sich greifenden Konzentrationen und Umstrukturierungen. Bei Benevol betreute sie vorübergehend Projekte wie die Einführung in die Freiwilligenarbeit, und bei Multimondo Einbürgerungskurse, die sie heute noch punktuell durchführt. Schliesslich stieg die perfekte Bilingue als Französischlehrerin in die Sprachschule Interlangues ein, unterrichtete am Spitalzentrum und erhielt einen heute noch geltenden Auftrag für die Mitarbeiter der Berner Kantonalbank. Alle diese Tätigkeiten mündeten in einer Auslegeordnung ihrer Kompetenzen in Erwachsenenbildung, Marketing, Werbung, Kundenberatung einerseits und ihrer Vorlieben für Sprachen, Natur und Wandern andererseits.

Erinnerungen an Irland, wo sie in früheren Jahren einen Immersionsenglischkurs belegt hatte, gaben schliesslich den Anstoss, diese Richtung einzuschlagen und zu versuchen, alle Qualitäten und Liebhabereien unter einen Hut zu bringen.

Langer Atem nötig
Heute meint Doris Hirschi dazu: «Es braucht einen langen Atem und die Kompetenzen einer Unternehmerin, um auf diesem Gebiet erfolgreich zu werden.» Sie hat es geschafft: 2008 startete sie die erste Ferienwoche in Château-d’Oex. Weshalb Châteaud’Oex? «Das Pays-d’Enhaut ist mir seit meiner Kindheit, als ich mit meinen Eltern hier die Ferien verbrachte, zur zweiten Heimat geworden. Ich kenne jede Ecke und viele Leute, was mir beim Wandern und Vermitteln der kulturellen Eigenheiten unschätzbare Dienste leistet», begründet Hirschi diese Wahl. Und wie gestaltet sie einen Unterrichts- beziehungsweise Ferientag? Am Morgen drei Stunden Unterricht, der hauptsächlich auf die mündliche Verständigung im Alltag ausgerichtet ist, aber auch Grammatikelemente enthält. Der Nachmittag ist für das Wandern vorgesehen, wobei sich die Gelegenheit bietet, die Geschichte der Region kennenzulernen, kulturelle Schätze zu entdecken und den Austausch mit den Einheimischen zu pflegen. Alles selbstverständlich auf Französisch. Die vier bis acht Kursteilnehmer wohnen bei einheimischen Gastgebern.

Im letzten Jahr ist als neue Region für ihr Projekt «français en marchant» der Naturpark Chasseral mit Chaux-d’Abel als Zentrum dazugekommen. Und schliesslich bietet Hirschi Einzelund Gruppenunterricht nach Mass an.

Lernen und Bewegung oder anders gesagt bewegtes Lernen motiviert und hilft, einen guten Zugang zu Lerninhalten zu gewinnen. Davon ist die dynamische, sportliche Leubringerin überzeugt und verfolgt damit die Devise, die das Bundesamt für Sport und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektionen dieses Jahr herausgegeben haben.

Zur Person
• Doris Hirschi , geboren 1953 • Verheiratet, drei erwachsene Kinder • Grossmutter von zwei Mädchen

• Aufgewachsen in Biel und Nidau

• Seit drei Jahren in Leubringen wohnhaft

• Diplomierte Erwachsenenbildnerin, aus Leidenschaft Sprachlehrerin und Wanderleiterin

• Hobbys nebst Sprachen und Wandern: Familie und Freundeskreis pflegen, die Natur geniessen, Langlauf, Schneeschuhlaufen, Reisen, Singen. 

Link: www.francaisenmarchant.ch

doris.hirschi@gmx.net

Telefon: 032 342 22 67

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