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Seeland

Menschen im Seeland

In unserer Rubrik "Menschen im Seeland" stellen wir ihnen die Leute vor, die wir in Biel und im Seeland auf der Strasse treffen.

  • 1/24 Hugo Heuer
  • 2/24 Hans Wüthrich
  • 3/24 Heidi Lüdi Pfister
  • 4/24 Lauranne Eyer
  • 5/24 Pia Sieberer
  • 6/24 Asam Kelvin
  • 7/24 Felice Bottinelli
  • 8/24 Georges Sigrist
  • 9/24 Camille Poirier
  • 10/24 Delaja Ledermann
  • 11/24 Lena Scheidegger
  • 12/24 Gary Terol
  • 13/24 Tom Häderli
  • 14/24 Jacqueline Mock
  • 15/24 Livio Tschanz
  • 16/24 Stéphane Torres
  • 17/24 Jennifer Kübli
  • 18/24 Doris Meyer
  • 19/24 Angela Wenner
  • 20/24 J. P. S.
  • 21/24 Madeleine Sumi
  • 22/24 Florine Némitz
  • 23/24 Ilja Steiner
  • 24/24 Andreas Engler, Bern, Violinist und Musiklehrer.
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Hugo Heuer: «Ich würde der Allgemeinheit raten, alles etwas ruhiger zu nehmen.»



Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Hugo Heuer, 59 Jahre, Studen, Busfahrer

Was machen Sie hier?

Ich bin seit 5.30 Uhr hier und habe bereits einige 
Fische gefangen. Für manche sind die Kälte und die Dunkelheit im November zu harsch, aber ich fische weiter, solange es noch Fische gibt. An manchen Tagen macht man einen guten Fang, an anderen fällt er bescheiden aus, aber es hält sich meist die Waage.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieser Ort eignet sich gut zum Fischen und ist zudem einfach erreichbar. Ich besitze ein Boot und bin daher im Sommer meist auf dem See. Mein Element ist das Wasser. Solange ich auf, am oder im Wasser bin, ist der Ort für mich eher zweitrangig. Was hier aber Spass macht, ist die Kameradschaft mit den anderen Fischern. Man kann über Köder fachsimpeln, sein Wissen und seine Erfahrung austauschen, aber auch in Ruhe und Frieden nebeneinander fischen.

Wovon träumen Sie?

Fischen ist meine Leidenschaft und nimmt deshalb auch meine Träume ein. Lachsfischen in Alaska ist ein Erlebnis, das ich mir immer wieder erträume. Wer weiss, vielleicht wird der Traum nächstes Jahr – zu meinem 60. Geburtstag – wahr.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich würde der Allgemeinheit raten, alles etwas ruhiger zu nehmen. Ich sehe das bei meiner Arbeit ständig. Alle sind gehetzt und gestresst. Ich verstehe und sehe, dass wir in einer hektischen Welt leben. Aber wenn wir selber auch noch hektisch sind, macht das das Ganze nur noch schwieriger. Wenn mich jemand fragt, ob ich denn nie gestresst sei, ist meine Antwort stets: «Ich habe gar keine Zeit für Stress!» Ich kann nach dem Arbeiten abschalten und zur Ruhe kommen. Und mit dem 
Fischen habe ich ein Hobby, das mir einen tollen Ausgleich zur Arbeit bietet. Dafür bin ich sehr dankbar.

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Hans Wüthrich: «Ich wünschte mir eine Welt, in der man menschlicher miteinander umgeht»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Hans Wüthrich, 73, Biel, pensionierter Sozialarbeiter

Was machen Sie hier?

Die Taubenlochschlucht, die da hinten liegt, ist einer der Orte, die ich gerne aufsuche, um spazieren zu gehen, mit oder ohne Kamera und Stativ. Ich bin Präsident des Film- und Videoclub Büren, schon früher war ich viel mit der Kamera unterwegs, seit ich pensioniert bin, kann ich mich ausgiebig meinem Hobby widmen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Die Taubenlochschlucht war einer der ersten Orte, die ich kennengelernt habe, als ich als junger Mann nach Biel kam und in den Vereinigten Drahtwerken meine Lehre als Mechaniker gemacht habe. Die Mittagspause habe ich oft in der Schlucht am Wasser verbracht, statt in der Kantine zu sitzen. In der Lehrwerkstatt der Drahtwerke in Bözingen habe ich das erste Lehrjahr absolviert, den Rest der Zeit arbeitete ich dann im Werk Madretsch. Später habe ich als Sozialarbeiter für die Kirchgemeinden Mett und Biel-Stadt sowie auf dem Robinsonspielplatz am Goldgrubenweg gearbeitet.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich wünschte mir eine Welt, in der man menschlicher miteinander umgeht. Und wir sollten rücksichtsvoller mit der Umwelt umgehen. Als Unterstützer von Greenpeace trage ich meinen Teil zum Schutz unseres Lebensraums bei.

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Heidi Lüdi Pfister: «Am liebsten würde ich allen zurufen: Seid neugierig.»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Heidi Lüdi Pfister, 59, Ligerz, Kuratorin im Rebbaumuseum am Bielersee

Was machen Sie hier?

Ich bin im Rebbaumuseum am Bielersee in Ligerz/Schafis und arbeite für die Ausstellung, die im Mai 2020 eröffnet werden soll. Wir wollen das Werk des Architekten und Malers Oskar Binz (1895 - 1957) zeigen. Im «Bieler Tagblatt» hatten wir einen Aufruf publiziert, dass wir Bilder und Fotos von Binz suchen – mit grossem Erfolg. Jetzt sind wir daran, die Meldungen zu sichten und die Bilder zu ordnen. Neben vielen Aquarellen und einigen Ölbildern hat Binz auch viele Etiketten für die Weinbauern aus Ligerz und Twann gestaltet. In diesem Album sind einige davon zu sehen.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Es ist toll, eine neue Ausstellung zu konzipieren und zu gestalten. Ich habe sehr viele Freiheiten, wie ich eine solche Ausstellung angehen will. Am schönsten ist es, die Arbeit in einem Team machen zu können.

Wovon träumen Sie?

Ich habe verschiedene Teilzeitanstellungen. Einerseits arbeite ich in einem Archiv in Bern und andererseits hier im Museum in Ligerz. Dann bin ich auch noch in mehreren Vereinen engagiert und muss meine Zeit gut einteilen. Manchmal träume ich davon, mehr Zeit zu haben: für Freunde und für die Familie, aber auch für die Arbeit, um mich vertieft in ein Thema hineindenken zu können. Oder mehr Zeit, um andere Ausstellungen und Museen zu sehen, Bücher zu lesen, Konzerte und Theater zu besuchen, Reisen. Es gibt noch so vieles zu entdecken.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich bin weder Politikerin noch Missionarin. Am liebsten würde ich allen zurufen: Seid neugierig. Bleibt offen für Neues.

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Lauranne Eyer: «Ich mag es, mich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit der Gleichstellung der Geschlechter auseinander zu setzten.»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf:

Lauranne Eyer, Biel, Kunstvermittlerin

Was machen Sie hier?

Ich befinde mich an einem meiner Arbeitsorte, im Neuen Museum Biel (NMB). Ich bin sowohl in diesem Museum als auch im Kunsthaus Pasquart für die Kunst- und Kulturvermittlung verantwortlich. Diese beiden Institutionen arbeiten seit 15 Jahren zusammen, um den Zugang zur Kultur für alle zu fördern, indem sie zahlreiche Aktivitäten anbieten. Genauer gesagt stehe ich vor einem Regal voller bunter Figuren, die von Schülerinnen und Schülern kreiert wurden.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Zu meinen Aufgaben gehört es, Workshops für Schulklassen zu entwickeln, die das Erkunden einer Ausstellung und eine gestalterische Aktivität kombinieren. Für die Ausstellung «Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?», die derzeit im NMB zu sehen ist, erfinden Schülerinnen und Schüler ab der 3. Klasse während ihres Besuchs neue Berufe. Diese könnten im Jahr 2050 in einer Gesellschaft ausgeübt werden, die zu diesem Zeitpunkt vollkommen gleichberechtigt wäre. Ich mag diese Playmobil-Figuren, ergänzt durch Plastilin, die diese Berufe mit poetischen Namen illustrieren. Die Arbeit der Klassen ist fester Bestandteil der Ausstellung und bereichert diese.

Wovon träumen Sie?

Ich mag es, mich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit der Gleichstellung der Geschlechter auseinander zu setzen. Und das bringt mich dazu, in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben zu wollen!

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Nehmt euch Zeit zum Basteln, Nähen, Malen oder zum Kneten von Plastilin, um eine tolle kleine Figur zu formen! Kreativität ist nicht nur Kindern oder Fachleuten vorbehalten. Es fühlt sich so gut an, mit den Händen zu gestalten und dabei für einen Moment die alltäglichen Sorgen beiseite zu legen.

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Pia Sieberer: «Irgendwo muss man mit der Reduzierung von Müll beginnen.»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Pia Sieberer, 51, Pieterlen, Pflegefachfrau

Was machen Sie hier?

Ich kaufe hier unverpackt ein. Ich bin an einem Ort in der Nähe einer Sondermülllagerung aufgewachsen, da wurde ich früh für das Thema Müll sensibilisiert. Die Behörden haben in dieser Region das Problem mit Sondermüll und dessen Schädlichkeit verharmlost. Besonders am Meer habe ich als Erwachsene wieder gemerkt, dass etwas verändert werden muss. Plastikabfall ist ein grosses Problem.

Was würden Sie verändern?

Irgendwo muss man mit der Reduzierung von Müll beginnen und das tue ich bei mir. Ich bin momentan in der Umstellung im Alltag und es klappt nicht alles auf Anhieb. Das Einkaufen muss besser geplant werden und man muss sich viel informieren. Aber ich habe nun einen Anfang gemacht und bin zuversichtlich.

Wo ist es schwieriger?

Ich arbeite als Pflegefachfrau und in diesem Beruf fällt viel Abfall an. Das kann ich nicht ändern. Denn die Hygiene steht an erster Stelle. Früher wurde beispielsweise mit wiederverwendbaren Nadeln gearbeitet. Damals hat sich mein Onkel mit Hepatitis infiziert. Glücklicherweise erhielt er eine Spenderleber. Ein solches Risiko darf heute nicht mehr eingegangen werden.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Ich halte es mit Theresa von Avila: «Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.»

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Asam Kelvin: «Ich träume von einer Welt ohne Krieg, Rassisums und Ausgrenzung.»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Asam Kelvin, 51, Nidau, Zugvorbereiter

Was machen Sie hier?

Als ich 1996 in die Schweiz kam, war Biel als Ort, an dem ich mich niederlassen wollte, nicht meine erste Wahl. Aber hier habe ich meine Frau kennengelernt und so kam es, dass ich in Biel geblieben bin. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich nicht die schlechteste Wahl getroffen habe. Die Bieler sind ein herzliches Volk, und als solches von vielen verschiedenen Kulturen durchzogen.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Ich habe in den letzten 23 Jahren die Veränderungen, die die Stadt durchlaufen hat, miterlebt, und kann sagen, dass mir das Biel von heute besser gefällt als das von damals. Ich wüsste nicht, was ich verändern wollen sollte, das die Stadt nicht ohnehin in ihrem natürlichen Wandel anstrebt. Die Veränderungen, die ich mir wünsche, sind vielmehr sozialer Natur. Ich denke, es braucht neue Ansätze, um Leuten, die von der Sozialhilfe abhängig sind, den Weg zurück zur Selbstverantwortung zu erleichtern.

Wovon träumen Sie?

Ich träume von einer Welt ohne Krieg, Rassismus und Ausgrenzung. Einer Welt, in der jeder Menschenrechte hat und Friede herrscht. Ich wünsche mir für Biel und die ganze Welt ein glückliches, gutes Zusammenleben. Für mich selbst möchte ich die Ruhe und den Frieden, den ich uns allen wünsche. Mehr kann man gar nicht verlangen. Geld, Ruhm und Macht sind flüchtig, wahrer Friede bleibt.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Wie schon gesagt wünsche ich mir Frieden. Um diesen zu erreichen, müssen wir als Menschen zusammenrücken. Gemeinsam sind wir stärker als jeder für sich. Wenn wir einander freundlich und mit Respekt begegnen, unsere Vorurteile abstreifen und Toleranz gegenüber uns fremden Kulturen und Ländern zeigen, sind wir dem Frieden bereits ein bedeutendes Stück näher. Unnötige Konflikte könnten so vermieden werden.

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Felice Bottinelli: «Dieses Atelier bedeutet mir viel»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Felice Bottinelli, 61, Biel, Steinbildhauer

Was machen Sie hier?

Ich arbeite an einer in Zusammenarbeit mit anderen Bildhauern entworfenen Skulptur. Der obere Teil der Skulptur wird aus einem Stein bestehen, der den Anschein erwecken soll, als würde er schweben. Ich arbeite nun daran, die Metallsäulen, die den Stein oben halten werden, in den Stein einzuarbeiten. Im Anschluss daran wird die Skulptur unter dem Stein entstehen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieses Atelier bedeutet mir viel. Es war das Atelier meines Vaters, und nun gehört es mir und meinem Sohn. Mit meinem Sohn sind wir in der fünften Generation als Steinbildhauer tätig. Der Beruf hat für uns Tradition. Er ist derart vielseitig und interessant, dass kein Tag wie der andere ist. Wir machen Grabmäler, Skulpturen, Restaurationen und bieten Bildhauerkurse an. So haben wir einen breiten Tätigkeitsbereich. Das bringt natürlich immer wieder neue Herausforderungen mit sich. Aber deshalb wird es auch nie langweilig. Für mich ist klar: In diesem Beruf kann man arbeiten, bis man umfällt. An die Pensionierung denke ich gar nicht.

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, neben den Aufträgen Zeit zu haben, um an Projekten zu arbeiten, die mir Freude machen und mir wichtig sind. In den 80er-Jahren haben wir zum Beispiel mit den hier ansässigen Uhrenmarken Steinuhren hergestellt. Heute mache ich das selber.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Seid zufrieden. Das Glück findet man jeden Tag auch in den kleinen Dingen. Die meisten suchen es weit in der Ferne, obwohl es direkt vor ihren Füssen liegt.

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Georges Sigrist: «Städtereisen sind eine meiner Leidenschaften»

Vorname, Name, Alter, Wohnort, Beruf

Georges Sigrist, 72, Biel, ehemals kaufmännischer Angestellter und nun Pensionär

Was machen Sie hier?

Ich bin im Zuge der Expo.02 nach Biel gekommen und dann einfach geblieben. Biel ist eine anschauliche, überschaubare, teilweise schöne Stadt, in der ich meinen Interessen wunderbar nachgehen kann. Hier kann ich musizieren, mich der Astronomie hingeben, lesen, mich mit der Bibel beschäftigen und politisch engagiert sein. Das Seeland und der angrenzende Jura bieten sich zudem wunderbar dazu an, mit dem Motorrad erkundet zu werden. Wenn das Wetter es erlaubt, setzte ich mich auf meine Piaggio Beverly 350 und fahre los.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?

Persönlich finde ich es schade, dass die Bieler Bevölkerung den Umbau des Bahnhofplatzes abgelehnt hat. Wenn man jetzt auf den Bahnhofplatz schaut, dann sieht man schnell, dass ein paar Bäume, ein Brunnen und die eine oder andere gut platzierte Sitzbank das Bild wesentlich verbessern könnten.

Wovon träumen Sie?

Städtereisen sind eine meiner Leidenschaften. Ein Traum von mir wäre es, St. Petersburg zu besuchen. Mich interessiert die Geschichte dieser Stadt und insbesondere das Bernsteinzimmer würde ich gerne einmal sehen. Die Stadt mit den zwei Namen, Budapest, ist ein weiterer Traum von mir. Aber eigentlich bin ich zufrieden mit dem, was ich habe.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Im Alter bemerke ich, wie die Leute um mich herum hektisch mit dem Handy in der Hand herumrennen. Generell spüre ich eine gewisse Hässigkeit. An der Kasse geht es den Leuten nie schnell genug, jeder muss drängeln und stürmen. In meinem Beruf habe ich an Rezeptionen und am Empfang im Spital gearbeitet und so gelernt, den menschlichen Kontakt zu schätzen. Es wäre schön zu sehen, wenn die Leute ihren Kopf von ihren Handys lösen könnten, und der realen Welt gleich viel Aufmerksamkeit schenken würden wie der digitalen.

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Camile Poirier: «Hört auf, so eng zu denken und Unbekanntes abzulehnen»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Camille Poirier, Biel, Buchhändlerin und momentan selbst gewählt arbeitslos

Was machen Sie hier?

Wir haben uns hier versammelt, um mit dem Fahrrad an die Klimademo in Bern zu fahren.

Was wollen Sie damit erreichen?

Ich mache mit, um damit ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen darf. Wir müssen jetzt reagieren und Veränderungen herbeiführen, damit wir in Zukunft klimaneutral leben können. Da ist es natürlich konsequent, mit dem Fahrrad nach Bern zu fahren. Ausserdem mag ich die Bewegung.

Wovon träumen Sie?

Ich weiss, es ist eine Utopie, aber ich wünsche mir, dass wir alle friedlich miteinander leben können. Für mich persönlich strebe ich ein freies und unabhängiges Leben an. Das zu tun, was mir gut tut und worauf ich Lust habe. Einen spezifischen Traum rauszupicken ist schwer, weil ich so viele davon habe. Mein Ziel ist es, irgendwann meine eigenen Rüebli anzupflanzen und zu essen. Ein Leben in Richtung Selbstversorgung wäre cool.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Hört auf, so eng zu denken und Unbekanntes abzulehnen, nur weil es unbekannt ist. Hinter Fremdem kann sich so viel Schönes verbergen.

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Andreas Engler: «Ich träume davon, weiterhin ein interessantes Leben mit und ohne Geige zu führen»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Andreas Engler, Bern, Violinist und Musiklehrer.

Was machen Sie hier?

Ich bin nun schon seit mehreren Jahren Geigenlehrer an der Musikschule Biel.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Mir gefällt das Weitervermitteln der Musik und den Kontakt mit den verschiedensten Menschen und Altersgruppen. Bei den Schülern, die ich unterrichte, ist alles dabei, vom Fünfjährigen bis zur Rentnerin. Ein Aspekt, den ich an meinem Beruf sehr schätze, ist der des Begleitens. Es ist schön, die Entwicklung von jemandem über die Jahre hinweg verfolgen zu können, und ich habe das Gefühl, dass ich dadurch, dass ich jede Woche eine Stunde mit meinen Schülern verbringe, einen Einblick in deren Leben habe, den sonst nicht viele, ausser vielleicht deren Eltern, haben. Und mit der Musikschule in Biel habe ich auch einen super gelegenen Arbeitsplatz. Ich schätze die Stadt Biel für ihren Multikulturalismus und Bilinguismus. Ich empfinde diese Aspekte als sehr bereichernd und bin froh darüber, dass sie sich auch in meiner Schülerschaft niederschlagen. Im Zuge der Robert-Walser-Ausstellung bin ich auf folgendes Zitat gestossen: «Übrigens bin ich in einer allerdings ganz, ganz kleinen Weltstadt aufgewachsen.» Ein Zitat, das mit meinem Gefühl für Biel resoniert.

Wovon träumen Sie?

Ich träume davon, weiterhin ein interessantes Leben mit und ohne Geige zu führen. Interessante Projekte realisieren zu können und neue Menschen kennenzulernen. Das sind zwar nicht eigentlich Träume, sondern mehr, was ich mache und hoffe, noch lange tun zu können. «Träume» in dem Sinn hab ich gar nicht so.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Der Allgemeinheit würde es sicher guttun, wenn die Menschen es besser verstünden, sich in andere hineinzuversetzen. Ich wünsche mir, dass wir uns in andere einzufühlen vermögen, ohne für sie denken zu wollen. Natürlich lebt jeder seinen eigenen Film. So sollte es auch sein. Wenn die Menschen aber versuchen würden, ab und zu Mal einen Ausschnitt aus den Filmen ihrer Mitmenschen zu erhaschen, könnten Sie vielleicht empathischer sein. Manchmal braucht es zwar Konflikte, aber viele kleinere, und manch grösserer unnötiger Konflikt könnte so vermieden werden.

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Ilja Steiner: «Komplett anders und doch irgendwie ganz normal»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Ilja Steiner, Erlach, Galerist

Was machen Sie hier?

Ich sitze unter einem Baum im Garten vom Mayhaus. Das ist mein Ort zum Chillen, Essen, Grillieren oder einfach, um mein Feierabendbier zu geniessen. Mir gefällt hier das Unstrukturierte und das Alleinsein, obschon man mittendrin ist. Es ist einfach meine kleine Oase.

Was würden Sie, wenn Sie könnten, hier verändern?

Ich würde gerne unzählige Lampen in diesen Baum hängen, damit man auch in der Nacht gemütlich hier sitzen kann.

Wie ist es, in einer Kunstgalerie aufzuwachsen?

Komplett anders und doch irgendwie ganz normal. Es war ein sehr soziales Aufwachsen in einer grossen Familie, immer umgeben von Künstlerinnen und Künstlern und Galeriebesuchern. Sicherlich profitierte ich von der beruflichen Freiheit meiner Eltern; sie konnten sich voll und ganz mir anpassen und nicht ich ihrer Karriere, wie es ja heute leider oft der Fall ist.

Wovon träumen Sie?

Ich möchte sehr gerne mehr Zeit haben für Dinge ohne monetären Output, seien dies eigene Projekte, Beziehungen oder Familie.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich halte eigentlich nicht viel von oberflächlichen Sprüchen, aber einer geht mir einfach nicht aus dem Kopf: «Urteile nie über einen anderen, bevor du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.» Viele Menschen urteilen viel zu schnell; etwas mehr Empathie von allen für alle könnte sicherlich nicht schaden.

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Florine Némitz: «Alles kommt gut!»

Vorname, Name, Wohnort

Florine Némitz, Nidau

Was machen Sie hier?

Ich geniesse meinen freien Tag mit meinem Sohn im Schwimmbad.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Hier gibt es viele Errinerungen. Ich war drei Jahre im Gymnasium, hier habe ich angefangen Texte zu schreiben, poetische Texte und Schauspiele.

Was schreiben Sie?

Mit zehn Jahren habe ich mein Tagebuch angefangen – und danach Gedichte. Im Gymnasium habe ich dann das Erzählen entdeckt und ich habe auch Lieder geschrieben. In dieser Periode habe ich viel musiziert. Jetzt mache ich hauptsächlich Theater, ich schreibe Theaterstücke und ich spiele auch.

Welche Sparte lieben Sie?

Mein erstes Spektakel habe ich 2010 zusammen mit Fabrice Bessire entwickelt.Dadurch ist die Kompanie Utopik-Family entstanden, in der ich noch immer spiele. Wir haben uns stark mit der Welt der Clowns beschäftigt. Deshalb habe ichimmer die rote Nase in meiner Tasche – sie ist mein Glücksbringer.

Wovon träumen Sie?

Ich habe keine Träume. Träumen heisst sich in die Zukunft zu versetzen, ich will aber in der Gegenwart leben. Aber wenn man träumt, hofft man doch auch, oder?

Ist es nicht gut zu träumen?

Am Freitag habe ich eine Aufführung mit 60 Kindern. Das Spiel ist immer noch sehr chaotisch. Meine Kollegen hoffen, dass es gut gehen wird. Gestern hatten wir die Generalprobe, die Kinder hatten eine Riesenfreude und perfekte Momente. Das ist mir viel wichtiger als eine perfekte Aufführung.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Alles kommt gut!

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Madeleine Sumi: «Ich träume oft davon, dass ich einen Garten habe»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Madeleine Sumi, Biel, Schneiderin

Was machen Sie hier?

Ich bin daran, für eine neue Kundin einen Schnitt umzusetzen. Nun habe ich den ganzen Tag gearbeitet, mache eine Pause und bin in Gedanken abgetaucht. Ich habe meine Ferienfotos von der Ostsee hervorgeholt und schwelge in Erinnerungen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Mein Atelier ist für mich sehr wichtig. Ich fühle mich wohl hier. Darin bin ich geborgen, und gleichzeitig bietet er mir die Möglichkeit meine Ideenumzusetzen und meine textilen Arbeiten zu realisieren.

Wovon träumen Sie?

Ich träume oft davon, dass ich einen Garten habe. Das ist etwas, was ich nie hatte. Irgendwo ein kleines Reich, ein Stück Boden, das ich bepflanzen kann, etwas, das eine andere Qualität als ein Balkon hat. Wenn ich so einen Garten hätte, an einem traumhaft schönen Ort, dann würde ich auch liebend gerne eine Dreiviertelstunde mit dem Fahrrad anfahren.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Ich finde, ich muss der Allgemeinheit nichts mitteilen, ich will nicht missionieren, die Leute sollen selber denken. Doch, jetzt ist mir noch etwas eingefallen! Ich hatte ganz grosse Freude daran am Frauenstreik zu sehen, wie viele junge und engagierte Menschen es bei uns gibt.

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J. P. S.: «Vielen fehlt der Respekt»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

J. P. S., Biel, gelernter Koch und Kellner, mittlerweile als Magaziner tätig

Was machen Sie hier?
Ich geniesse hier meinen Feierabend bei einem Bier, ein paar Zigaretten und einem netten Plausch mit meinem Kollegen. Ich verbringe fast jeden Feierabend hier. Das ist meine Ecke, ich sitze immer hier. Sogar bei Regen oder starkem Wind bin ich hier. Es ist nicht weit von der Bushaltestelle, ich sehe, wenn der Bus kommt, und kann entscheiden, ob ich nun den Bus nehme oder noch länger bleibe und notfalls nach Hause laufe.

Würden Sie hier, wenn Sie könnten, etwas verändern?
Nein, die alte Tramstation soll so bleiben, wie sie ist. Aber es wäre schön, wenn die Leute aufhörten, sie ständig zu verschmieren und ihren Abfall mitnehmen würden. Jedes Mal, wenn ich hier ankomme, muss ich zuerst Müll einsammeln und in den Abfalleimer verfrachten, obwohl dieser nur zehn Meter entfernt steht.

Wovon träumen Sie?
Von hübschen Frauchen (lacht). Manchmal auch von meiner verstorbenen Frau.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?
Man sollte ein bisschen mehr auf seine Mitmenschen achten. Vielen fehlt der Respekt. Der Respekt vor anderen, vor der Umwelt, vor Orten wie der alten Tramstation hier und zum Teil auch vor sich selber. Gewisse Leute haben das Gefühl, etwas Besseres zu sein oder über den Anderen zu stehen, dabei sind wir alle gleich.

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Angela Wenner: «Unsere Gesellschaft braucht mehr Fröhlichkeit»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Angela Wenner, Nidau, Lehrerin

Was machen Sie hier?

Ich gehe meiner Leidenschaft nach und komme hierher, um Volleyball mit meinen Freunden zu spielen.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Er liegt in der Nähe meines Zuhauses und ist einfach wunderschön. Jederzeit kann man das Spiel unterbrechen und die Abkühlung im Wasser suchen. Es ist hier gemütlich und die Umgebung gut gepflegt. Manchmal wünschte ich mir ein zweites Beachvolleyballfeld, da der Andrang an schönen Tagen gross ist. Ich komme aber so oft es neben Beruf und Training geht hierher.

Wovon träumen Sie?

Dass Menschen, wo immer sie sind, den Moment leben können und glücklich sind. Unsere Gesellschaft braucht mehr Fröhlichkeit. Als Lehrerin wünschte ich mir, ich könnte mehr auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Es sollten kleinere Klassengrössen eingeführt und bewilligt werden. Ich persönlich träume von einer grossen und längeren Reise, ich möchte die Welt erkunden.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Biel hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die nicht stimmig sind. Biel mit seiner Umgebung hat einfach alles. Man denke nur an die Natur mit dem See und daneben die Hügel. Diese Vielfalt ist einfach wunderbar.

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Doris Meyer: «Biel ist eine bunte, lebendige und kreative Stadt - und dies wiederspiegelt sich auch im Move»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Doris Meyer, Biel, Bewegungs- und Tanzpädagogin

Was machen sie hier?

Ich habe vor 40 Jahren das Tanz- und Bewegungscenter Move hier in Biel gegründet und unterrichte Pilates, Fit Dance und Modernjazz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Move, das heute an der Juravorstadt 11 zuhause ist, finden ausserdem regelmässig auch andere Veranstaltungen und Workshops statt.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Biel ist eine bunte, lebendige und kreative Stadt – und dies widerspiegelt sich auch im Move. Die Menschen, die hierher kommen, um sich zu bewegen, ihren Körper wahrzunehmen, zu tanzen, lieben den lichtdurchfluteten Saal, seine Grosszügigkeit und die Energie, die er ausstrahlt. Es ist ein Ort der Bewegung und der Begegnung. Unterrichten ist seit bald 40 Jahren meine grosse Leidenschaft – und ich hoffe, dass ich diesen Beruf noch lange aus üben kann.

Wovon träumen Sie?

Reale Träume habe ich eigentlich keine. Ich lebe meinen Traum und bin dankbar, dass ich das kann. Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie ein schönes und interessantes Leben haben, und für unsere Welt Liebe und viel positive Energie.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Das wir achtsam mit uns selber umgehen, mit unseren Mitmenschen, mit der Natur und der Umwelt. Und dass wir wach und kritisch bleiben. Ohne Bewegung bewegt sich nichts.

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Jennifer Kübli: «Ich möchte gerne Leute helfen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Jennifer Kübli, Büren, Pferdepflegerin

Was machen Sie hier?

Nach der Arbeit tut es richtig gut, reiten zu gehen. Hier an der Alten Aare finde ich Ruhe. Ich bin gerne am Wasser. Seit etwa einem Jahr ist es zu einem kleinen Ritual geworden. Hier finde ich neue Kraft und kann befreit wieder zurück nach Hause.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Vor zwei Jahren habe ich einen Tiefpunkt erreicht mit meiner Magersucht. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, wenn es mir besser geht, die Verantwortung für ein Pferd zu übernehmen. Dies habe ich geschafft und ich kriege auf diese Weise eine Perspektive und möchte mit positivem Gefühl vorwärtsschauen.

Wovon träumen Sie?

Ich möchte gerne Leuten helfen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Ich werde online angeschrieben und helfe, wo ich kann. Das Wichtigste ist, den Menschen Mut zu machen. Selber möchte ich meine volle Gesundheit erlangen, ohne schlechte Gedanken. Ich bin aber stolz darauf, wo ich heute stehe.

Was möchten Sie der Allgemeinheit mitteilen?

Schämen Sie sich nicht für Ihre Probleme und nehmen Sie dort Hilfe an, wo Sie können. Respektieren Sie Ihre Mitmenschen, wie sie sind, und nehmen Sie auch sich selbst an. Wichtig ist immer, mit positiven Gedanken durch das Leben zu gehen.

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Delaja Ledermann: «Ich möchte Veränderungen bewirken»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Delaja Ledermann, Laupersdorf, Betriebswirtschaftsstudentin

Was machen Sie hier?

Ich bin Pilotin hier am Flughafen Grenchen. An den Wochenenden arbeite ich aber auch gelegentlich für die Flugschule Grenchen im Sekretariat. Ich habe bereits über 90 Flugstunden und hoffe, bald für die Flugschule Rundflüge durchführen zu können. Ebenfalls organisiere ich jährlich Auslandsreisen. Mit meinen Freunden bin ich dieses Jahr für ein Wochenende nach Korsika geflogen.

Wie sind Sie dazu gekommen?

Vor zwei Jahren habe ich nach einem Eignungstest in Dübendorf den zweiwöchigen Sphair-Kurs absolviert. Ein intensiver Kurs, der viel abverlangte. Dafür konnte ich nach zwei Wochen bereits die volle Verantwortung von Start, Flug bis hin zur Landung tragen. Für den Erwerb der Privatpiloten-Lizenz musste ich allerdings weitere Flugstunden absolvieren und elf Theoriefächer bestehen. Die Ausbildung habe ich mir selbst finanziert. Aktuell ermögliche ich mir das Fliegen mit Passagierflügen sowie meiner Anstellung bei Alpiq. Den ersten Schritt in der Fliegerei machte ich bereits mit 18 Jahren. In meinen Kursen war ich dabei stets die einzige Frau. Autofahren kann ich noch immer nicht. Kollegen machen sich darüber manchmal lustig.

Wovon träumen Sie?

Mein grosses Ziel in der Aviatik ist, selber Fluglehrerin zu werden. Die Weitergabe der Faszination Aviatik ist für mich sehr wertvoll. Beruflich möchte ich später ein eigenes Unternehmen führen. Speziell interessiert mich hier die Energiebranche. Momentan erlangen nachhaltige Energien und deren Entwicklung meine grösste Aufmerksamkeit. Ich möchte Veränderungen bewirken.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

«Think different – fly high». Niemals sollten wir den Blick für das grosse Ganze verlieren und stets unseren eigenen Fokus viel breiter legen. Sei offen für Neues, es warten viele Herausforderungen und Möglichkeiten auf dich.

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Lena Scheidegger: «Für mich sind Träume Träume»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Lena Scheidegger, Biel, Projektleiterin und Tanzlehrerin

Was machen Sie hier?

Mein Job als Leiterin des schweizweiten Tanzprojekts Dance Queenz erlaubt es mir, meinen Arbeitsplatz dorthin zu verlegen, wo auch immer ich gerade Lust dazu habe. Heute ist meine Wahl auf den Elfenaupark hier in Biel gefallen. Ich geniesse es, im Freien zu arbeiten, denn bei meiner Tätigkeit als Tanzlehrerin bei der Capsule Academy und Teki Tekua verbringe ich viel Zeit im Studio.

Was gefällt Ihnen an diesem Ort?

Mir gefällt es hier, weil es ruhig und grün ist und im Hintergrund ein angenehmes Plätschern vernehmbar ist. Die frische Luft tut gut, und bis eben hat meine Bank hier noch warmes Sonnenlicht abbekommen.

Wovon träumen Sie?

Für mich sind Träume Träume und ich widme sie gerne der Allgemeinheit. Ich träume von mehr Miteinander als Gegeneinander und positivem Austausch zwischen uns Menschen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und nehme es so, wie es ist.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Tanzt mehr. Bleibt in Bewegung. Tanzt durch eure Leben mit mehr Musik, mehr Lachen und mehr Natur.

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Gary Terol: «Es ist sozusagen mein Gratis-Fitnessstudio im Grünen»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Gary Terol, La Neuveville, Videoschaffender

Was machen Sie hier?

Ich trainiere hier in meiner Pause mit Körpergewicht-Übungen und versuche mich an Kunsttücken wie dem Handstand oder der menschlichen Flagge.

Wie gefällt es Ihnen hier?

Man kann hier draussen in der Natur trainieren, was einfach mehr Spass macht als drinnen im Studio. Es ist sozusagen mein Gratis-Fitnessstudio im Grünen, das ich mir mit anderen Sportbegeisterten teilen kann.

Wovon träumen Sie?

Mein Traum ist es, dass sich die vier Aspekte Gesundheit, Liebe, Glück und Wohlstand in meinem Leben die Waage halten. An diesem Traum arbeite ich, indem ich zum Beispiel hier und jetzt meinen Körper trainiere, um die Komponente Gesundheit zu erhalten.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

«Uplifting somebody», also jemanden aufbauen, ist ein Motto, dass ich meinen Mitmenschen gerne nahebringen würde. Es ist ein schönes Gefühl, jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Und deswegen sollten wir das alle tun, so oft wir können. Jemand anderes zu unterstützen, hilft nicht nur dieser Person, sondern tut uns selber auch gut. Und wenn wir alle diese Einstellung zur grosszügigen Hilfsbereitschaft teilen würden, hätten wir einen besseren Zusammenhalt zwischen uns Menschen.

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Tom Häderli: «Hier im Theater bin ich sozusagen Mädchen für alles»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Tom Häderli, Biel, selbstständiger Veranstaltungstechniker

Was machen Sie hier?

Hier im Theater bin ich sozusagen Mädchen für alles; erledige technische und administrative Arbeiten; ein kleines Mandat, das ich seit 2005 innehabe. Mit meinem eigenen Büro Tomcad, ebenfalls hier im Haus, entwerfe ich unter anderem auch Bühnenbilder, die ich bis zu einer gewissen Grösse selber in der Werkstatt im Untergeschoss baue. Im Moment bin ich aber für «Bouffon» im Schlosspark Nidau, wo ich als technischer Co-Leiter fungiere und mich um die Platzgestaltung gekümmert habe. Auch beim Théâtre de la Grenouille habe ich die technische Leitung und bin auf den Tourneen für Auf- und Abbau, Licht- und Tonregie verantwortlich.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Dieser kreative, innovative Ort ist natürlich existenziell wichtig für mich. Ich fühle mich hier wie zuhause (lacht). Durch die Veränderungen im Mühlepark und den neuen Überbauungen rutschen wir sozusagen ins Stadtzentrum, das ist sehr positiv.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Unsere Welt wird zunehmend intoleranter, egoistischer. Ich wünschte mir, das würde sich zum Besseren wenden. Probleme lassen sich nicht durch Populismus lösen. Es braucht mehr Toleranz. Auch gegenüber Menschen, die nicht ins System passen oder handicapiert sind, aber trotzdem etwas zur Gemeinschaft beitragen. Diese Haltung sollte ins Bewusstsein der Menschen rücken. Ich denke, dass Theater und Musik eine gute Art sind, Botschaften in das nähere Umfeld zu tragen.

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Jacqueline Mock: «Ich möchte, dass jede und jeder diese Liebe finden kann»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Jacqueline Mock, Biel

Was machen Sie hier?

Dieser Park befindet sich auf dem Weg von meiner Wohnung zu meinem Arbeitsplatz im Kino Apollo. Ich mag diesen Ort sehr, er ist voller Erinnerungen. 1966 stand hier ein Teil der Schweizer Skulptur «Biennale». Es gibt heute noch Spuren davon, es war wunderschön und symbolisierte die kulturelle Vielfalt von Biel. Ich habe die Bäume in diesem Park wachsen sehen und komme jeden Tag vorbei, weiss, welchen es gut geht und welche krank sind. Ich spreche mit ihnen, das gehört zu meiner Hippie Seite, auf diese Weise verbinde ich mich mit der Natur. Hinten steht das Kongresshaus. Ich liebe dieses Betongebäude. Ich war einmal Schweizermeisterin im Schwimmen und sollte sogar an den Olympischen Spielen teilnehmen. Im Hallenbad habe ich trainiert, bin pro Tag zehn Kilometer geschwommen. Das Hallenbad gehörte damals fast mir, sie öffneten es ab und zu nur, damit ich trainieren konnte. Wenn ich hier bin, sehe ich auch, wie die Stadt heute weiterlebt. Man sieht Kinder aller möglichen Nationalitäten und mit jeglichen sozialen Hintergründen. Das ist Biel, es lebt. In diesem Park passiert immer etwas, egal, um welche Tages- oder Nachtzeit man herkommt. Ich mag es einfach, hier zu sitzen und die Leute zu betrachten.

Wovon träumen Sie?

Ich würde da einfach den Dichter Rumi zitieren: «Your task is not to seek for love, but merely to seek and find allthe barrier within yourselfthat you have built against it» – deine Aufgabe ist es nicht, nach Liebe zu suchen, sondern all die Barrieren in dir selbst zu suchen und zu finden, die du gegen sie aufgebaut hast. Ich möchte, dass jede und jeder diese Liebe finden kann.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer mal mitteilen?

Es wäre gut, wenn sich alle Leute jeden Tag fünf Minuten für sich nehmen würden, um an etwas Gutes zu denken oder sich an gute Momente zu erinnern. Somit könnten sie sich täglich einen Moment lang von ihren Dramen entfernen und glücklicher leben

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Livio Tschanz: «Man sollte etwas mehr Rücksicht nehmen, auf seine Mitmenschen und die Umwelt, aber auch auf sich selbst»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Livio Tschanz, Vinelz, Gymnasiast

Was machen Sie hier?

Ich trainiere in meinem Garten Bogenschiessen für die kommenden klassischen Turniere, beispielsweise am Mittelaltermarkt in Biel. Ich trainiere etwa zweimal pro Woche, plus etwas mehr vor den Wettkämpfen.

Mit was schiessen Sie?

Das ist unterschiedlich. Oft aber mit einem englischen Langbogen (im Bild), da dieser auch bei den klassischen Turnieren verwendet wird. Dieser Bogen wird aus einem Stück Holz hergestellt und hat weder einen Nockpunkt noch eine Pfeilauflage.

Wovon träumen Sie?

Dass alles irgendwie gut kommt. Im Leben muss ja nicht immer alles extravagant und ausserordentlich sein, ich möchte einfach jederzeit zufrieden auf mein Leben zurückblicken können.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Man sollte etwas mehr Rücksicht nehmen, auf seine Mitmenschen und die Umwelt, aber auch auf sich selbst.

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Stéphanie Torres: «Das alles mache ich hier ehrenamtlich»

Vorname, Name, Wohnort, Beruf

Stéphane Torres, Brüttelen, Profi-Rider, Inline-Freestyle-Lehrer

Was machen Sie hier?

Ich bin als Präsident des Vereins des Skateparks verantwortlich für den reibungslosen Betrieb. Ich kümmere mich auch um Logistik, Konstruktion und Reparaturen. Das alles mache ich hier ehrenamtlich.

Was bedeutet Ihnen dieser Ort?

Ich habe hier meine Jugend verbracht, den Skatepark gibt es seit 18 Jahren. Viele Freundschaften fürs Leben sind hier entstanden. Und ich habe an diesem Ort Selbstvertrauen gewonnen und gelernt, Grenzen zu überwinden.

Wovon träumen Sie?

Dass diese Sportarten respektiert werden wie andere. Und dass von den vier Sportarten, die hier ausgeübt werden, neben Skateboard und BMX bald auch Scooter und Inline als olympische Disziplinen zugelassen werden. Und ich träume von einem Skatepark, der eine angemessene Grösse hat und Spielraumbietet. Der geplante Skatepark am Rennweg in Biel ist meiner Meinung nach zu wenig attraktiv, zu klein dimensioniert. Es wird kein olympischer Park und die Athleten werden einen klaren Rückstand im Vergleich zu denjenigen anderer Länder haben. Leider wird auch an dringend nötiger Infrastruktur wie Duschen oder Büroräumen gespart. Ich freue mich trotzdem auf den neuen Ort, es ist besser als gar nichts. Wegen dem Umzug bin ich nicht sentimental, auch am neuen Ort wird derselbe Spirit herrschen.

Was wollten Sie der Allgemeinheit schon immer einmal mitteilen?

Das Konsumverhalten heutzutage ist absurd. Die Eltern kaufen den Jugendlichen rasch und unüberlegt ein billiges Skateboard. Wenn es dann kaputt geht, wird einfach ein Neues gekauft. Dabei sollte eine Wertschätzung da sein. Ein gutes Skateboard sollte eine Anschaffung auf lange Zeit sein, auf die die Jugendlichen hinfiebern und sparen. Umso mehr werden sie das Material dann schätzen und Sorge dazu tragen.

Stichwörter: Menschen im Seeland

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