Sie sind hier

Corona-Forum

Er gehört zu mehreren Risikogruppen, sie bleibt aktiv

Haben Sie Fragen zum Coronavirus? Sind Sie sich nicht sicher, welche Regeln gelten oder wie Sie sich in welcher Situation verhalten sollen? Dann schreiben Sie uns an feedback@bielertagblatt.ch

Die Angst vor dem vollen Briefkasten: Wie kann man die Post holen und sich gleichzeitig schützen?  pixabay
  • Dokumente
  • Dossier
Ich und meine Frau haben ein spezielles Problem, welches unsere Lebensqualität sehr mindert: Sie ist topfit und robust, ich aber bin gleich in mehreren Corona-Risikogruppen. Sie geht ein und aus, zur Arbeit und zu Kolleginnen, zum Einkaufen. Ich aber lebe in fast kompletter Isolation, um das Virus von meiner Lunge fernzuhalten. Ihre Lebensführung und meine passen aktuell gar nicht zusammen und daher lebt sie zurzeit bei einer Kollegin. Sie möchte aber wieder heim, verständlicherweise. Aber wie kann ich die Quarantänemassnahmen einhalten, wenn sie immer wieder raus und rein geht?
Anonym, Name der Redaktion bekannt
 
Besonders gefährdete Personen müssen sich nicht räumlich von ihren Partnern trennen, sofern diese im selben Haushalt leben. Dies rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Vielmehr wird an die aktivere und weniger gefährdete Person in einer solchen Partnerschaft appelliert: Falls immer möglich sollte sie zuhause bleiben und immer abschätzen, wie gross das Risiko einer Ansteckung unterwegs ist und ob der Gang nach draussen notwendig ist. Einkäufe sollen dementsprechend am besten von Dritten übernommen werden. Die Person, die noch ausser Haus geht, solle persönliche Kontakte soweit wie möglich einschränken, fügt BAG-Mediensprecher Daniel Dauwalder auf Anfrage hinzu. Zudem sei es sinnvoll, engen Kontakt zwischen dem Paar, beispielsweise Umarmungen und Küsse, zu «minimieren».
 
Weiter müsse die weniger gefährdete Person gut auf ihren Gesundheitszustand achten und sich sofort in Selbst-Isolation begeben, falls bei ihr Krankheitssymptome wie Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Fieber oder Fiebergefühl sowie Muskelschmerzen auftreten, heisst es auf der BAG-Webseite weiter.
 
Seitens des Kantonsarztamts wird auf Anfrage die Situation folgendermassen zusammengefasst: Personen, die mit besonders gefährdeten Personen im selben Haushalt leben, sind verpflichtet, sich so zu organisieren, dass das Risiko für den anderen nicht zunimmt. «Das heisst, es sind die Hygiene- und Abstandsregeln zu berücksichtigen, was einer Quarantäne-Situation praktisch gleichkommt.» Hannah Frei
 
Jedes Mal, wenn ich die Post aus meinem Briefkasten hole, habe ich ein wirklich mulmiges Gefühl. Gerne möchte ich nun mal ein konkretes Statement, ob man sich dadurch mit dem Coronavirus anstecken kann oder nicht? Oder, wenn man Geldscheine von einem Geschäft oder der Bank entgegennimmt?
Dietmar Sturm aus Worben
 
Grundsätzlich geht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) davon aus, dass das Coronavirus hauptsächlich über Tröpfcheninfektionen, das heisst direkt von Mensch zu Mensch, übertragen wird. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass auch Schmierinfektionen möglich sind. Dies wäre dann der Fall, wenn eine mit dem Coronavirus infizierte Person in die Luft niest oder hustet und die Tröpfchen auf Oberflächen landen, folglich auch auf Geldscheinen, Briefen oder Zeitschriften. Berührt man diese danach und greift sich anschliessend ans Auge, die Nase oder den Mund, können die Viren so in den Körper gelangen.
 
Um zu sagen, wie lange die Viren auf Oberflächen ansteckend sein können, lägen momentan keine exakten Erkenntnisse vor. Zurzeit befassen sich jedoch Forscherinnen und Forscher auf der ganzen Welt mit dieser Frage. Und es gibt bereits erste Erkenntnisse: Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich der Erreger Sars-CoV-2, welcher Covid-19 auslöst, auf Oberflächen und in der Luft ähnlich verhält wie der bereits mehr erforschte Sars-CoV-1, der Sars auslöst. Dies bedeutet, dass die Coronaviren je nach Material, Temperatur und Feuchtigkeit zwischen ein paar Stunden und mehreren Tagen auf Oberflächen haften bleiben.
 
Dies bestätigt beispielsweise eine Studie, die unter anderem dem «New England Journal of Medicine» zu entnehmen ist. Getestet wurde jedoch unter Laborbedingungen, was eine exakte Zeitangabe des Überlebens der Viren auf Oberflächen im Alltag erschwert. Zudem nimmt die Anzahl der Viren mit der Zeit rasch ab. Gemäss Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ist bisher jedenfalls keine Übertragung des Coronavirus durch Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe bekannt.
Um sich trotzdem vor einer allfälligen Schmierinfektion zu schützen, rät das Bundesamt für Gesundheit dazu, sich beispielsweise nach dem Gang zum Briefkasten die Hände zu waschen und zu desinfizieren.  Hannah Frei
 
 
Haben Sie Fragen zum Coronavirus?Sind Sie sich nicht sicher, welche Regeln gelten oder wie Sie sich in welcher Situation verhalten sollen? Dann schreiben Sie uns an feedback@bielertagblatt.ch

Nachrichten zu Seeland »