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„Krawattenzwang“

Ein totales Ja zu Schneesportlager

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Ein totales Ja zu Schneesportlager.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Die Wintersaison neigt sich dem Ende zu – die ersten Frühlingsgefühle erwachen und man trifft sich nach Wochen in der warmen Stube wieder vermehrt bei Freiluft-Aktivitäten. Die Velofahrer und Jogger sind unterwegs, Sonntagsspaziergänger kreuzen sich wieder. Noch ist aber die Zeit im Schnee nicht ganz passé.

Das zeigte sich zum Wochenstart: Etliche Schulklassen starteten in ihr Skilager – pardon, heute heissen die Schneesportlager. Es gibt sie also doch noch, die unbeschwerten Lagerwochen ausserhalb der Schulzimmer.

Natürlich sind die Entwicklungen der Zeit zu berücksichtigen, natürlich soll man nicht an alten Zöpfen festhalten, wenn sie abgeschnitten werden können. Aber nicht alle Neuerungen sind diskussionslos gut und nicht immer ist der positive Rückblick nur mit Nostalgie verbunden. Ich gebe gerne zu: Ich habe sehr gute Erinnerungen an eigene Skilager, war als junger Sportlehrer x-mal als Leiter unterwegs und befürworte auch heute noch Lagerwochen mit – ganz allgemein ausgedrückt – Bewegungsaktivitäten. Dabei bezweifle ich nicht, dass es nicht (mehr) einfach ist, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Aber war es das „früher“? Die Lehrpersonen waren auch schon belastet, die Eltern waren auch schon „schwierig“ und die Schüler waren bisweilen auch schon lustlos.

Trotzdem wurden Lager für fast alle organisiert. Und kaum jemand hat dabei Schaden erlitten. Im Gegenteil: Die Lagerwochen gehören zu den Tagen der Schulzeit, die unvergessen bleiben. Und seien es nur die Streiche und die heimlichen Aktionen, die scheinbar den Lehrpersonen verborgen blieben. An alle Schülerinnen und Schüler: Auch die Lehrer waren mal in eurer Situation und haben sich Ungeheuerliches ausgedacht – meist dasselbe, wie ihr heute… Alles, was neben den Bewegungsaktivitäten passiert, gehört dazu und ist wichtig. Die Lagererfahrung gehört zur Lebenserfahrung von allen.

Es gibt Argumente gegen Schneesportlager, der gibt Gründe, nicht teilzunehmen. Aber grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass an diesem alten Zopf festgehalten werden soll. Die gleiche Meinung herrscht im Übrigen auch unter den BT-Online-Lesern, die die entsprechende Frage der Woche beantwortet haben: Über 80 Prozent finden es schade, dass Schulen immer weniger Skilager durchführen.

Auf die spontane Bemerkungen eines Lehrers, dass er mich eigentlich gut als Lagerkoch hätte mitnehmen können, habe ich übrigens spontan geantwortet: „Warum nicht?“. Das hat was – an den Kochkünsten kann man ja arbeiten…

 

brentsch@bielertagblatt.ch
Twitter: @BernhardRentsch

 

Kommentare

Biennensis

Schön: Ich würde mich bei Ihnen als Hilfskoch anmelden. Einen feinen Schweinebraten (vom Hals) würde auch ich noch zustande bringen - mit frischem Kartoffelstock versteht sich.


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