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Lengnau

CSL Behring: Einsprecherin geht vor Bundesgericht

Die Lengnauer Bürgerin zieht ihre Beschwerde gegen den Neubau von CSL Behring vor Bundesgericht. Damit steigt das Risiko, dass die Fabrik nicht realisiert wird.

Ob CSL Behring ihren Neubau in Lengnau realisieren kann, muss das Bundesgericht entscheiden. Bild: bt/a

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von Tobias Graden

Der Bau der neuen Fabrik von CSL Behring in Lengnau wird ein Fall für das Bundesgericht. Wie Radio 32 heute vermeldete, ruft die Lengnauer Einwohnerin, deren Beschwerde vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern abgewiesen worden war, die letzte juristische Instanz an.

Das bernische Verwaltungsgericht hatte vor einem Monat die Beschwerde der Frau abgewiesen. Für das Gericht war nicht ersichtlich, dass der Frau durch die Fabrik Beeinträchtigungen drohten, die sie mehr als die Allgemeinheit beträfen. Die Frau wohnt etwa einen Kilometer von der Fabrik entfernt, dazwischen liegen grosse Teile des Dorfes Lengnau.

Der CSL Behring lag am frühen Nachmittag noch keine offizielle Bestätigung des Bundesgerichts vor, weswegen das Unternehmen noch keine Stellung nimmt.

Lengnaus Gemeindepräsident Max Wolf zeigt sich fatalistisch. Der Weiterzug sei „keine Überraschung“, wenn man die beschwerdeführende Person kenne, sagt er auf Anfrage des „Bieler Tagblatts“. Die Frau bekämpft in Lengnau immer wieder verschiedene Anliegen (das BT berichtete). Die Entscheide der Vorinstanzen waren so klar, dass Wolf davon ausgeht, auch das Bundesgericht werde gegen die Einsprecherin entscheiden. Er hofft, dass das Bundesgericht den letztinstanzlichen Entscheid rasch fällt: „Es wäre tragisch, wenn wegen Zeitmangels 300 Arbeitsplätze verlorengingen.“

Die Fabrik befindet sich im Lengnaumoos bereits im Bau. Wegen einer vorgezogenen Baubewilligung ist dies möglich. Nach Wolfs Informationen sind die Bauarbeiten im Zeitplan. Gegenüber dem „Bieler Tagblatt“ hatte Uwe E. Jocham, Direktionspräsident der CSL Behring in Bern und Leiter des Neubaus in Lengnau, anfangs Juli gesagt, dass die „Deadline“ Ende Jahr erreicht sei. Dann seien jene Arbeiten, die mit der vorgezogenen Baubewilligung möglich seien, fertig ausgeführt. Dann drohe, dass der Verwaltungsrat zum Entscheid komme, die Investition nicht in Lengnau zu realisieren.
 

Die Hintergrundgeschichte lesen Sie ab Mitternacht in unserem E-Paper. Die Vorgeschichte gibt es hier.

Kommentare

Demokrat

@Schwinger, Sehr gut recherchiert! Im Gegensatz zum Biogen Bauvorhaben in Luterbach wird beim Bauvorhaben CSL-Behring schludrig gearbeitet! Die Herren Journalisten des BT haben sehr schlecht und einseitig recherchiert! Der vor und Ingenieure Bericht über die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse des Baugeländes ist vernichtend! Neben der Leugenen und Mossbach geht eine weitere Gefahr und auf der Gefahrenkarte Lengnau speziell hervorgehobene sogenannten „Steimere“ aus, die schon mehrmals die Autobahn unterflutet hat und bis zu 30meter hohe Grundwasserfontänen in der „Gumme“ den Geologen Kopfzerbrechen bereitet haben und noch werden. Es ist höchste Zeit, das sich unwissende User und die Herren BT Journalisten in die vorliegenden Ingenieur Berichte schlau machen oder schweigen!


rot-gelb-1939

sorry für die tippfehler. "edit meint" wäre eine ausserordentlich nützliche finktion liebes bt :-)


rot-gelb-1939

natürlich hat ein demokratisches system schwächen, ist sugrund des politischen prozesses manchmal träge. trotzdem, ich möchte kein anderes system in fer schweiz.


Georges

@rot-gelb-1939 Demokratie ist das A und Ω in unserem Staat und daran ist nichts zu rütteln. Aber was tun, wenn im „Namen der Demokratie“ unvernünftigen Handlungen abgewickelt werden, die der Allgemeinheit schaden? Wo bleiben der menschliche Verstand und die menschliche Vernunft? Haben Sie eine Antwort?


rot-gelb-1939

das demokratie verständnis gewisser leserkommentar schreiber ist erschreckend....


Georges

Es sieht so aus, dass diese Frau nichts Interessantes in ihrem Leben hat, sich langweilt und hat etwas gefunden, um ihre Zeit zu verbringen. Einfach so! Ich würde der Firma CSL Behring empfehlen den Bau sofort abzubrechen und gleichzeitig mit den Kantonen Waadt und Freiburg den Kontakt aufnehmen, warum auch nicht die Stadt Biel, um einen angemessenen Ort zu finden. Unsere Wirtschaft leidet unter dem starken Franken und die allgemeine wirtschaftliche Situation und diese Frau hat Zeit und Lust sich um den Sex der Engel zu streiten. UN-FASS-BAR!!! Und @Schwinger, sie können hoch und laut posaunen es ist ILLEGAL, mag sein. Aber unsere Rechtsgebung ist verdammt schwach. Eine Person, die nicht einmal direkt betroffen ist, kann so ein wichtiges Projekt stilllegen. Ist auch UN-FASS-BAR!!!


steph

Herr Schwinger, was Sie hier in den Kommentaren alles schreiben ist aus juristischer Sicht schlicht falsch! Das BGer wird nur die formelle Frage der Legitimation prüfen und keine materiellen Inhalte. Die Beschwerdeführerin wohnt 1 km entfernt, dazwischen liegt das Dorf, das sagt in Bezug auf die Legitimation wohl alles! Dass sie auf der fraglichen Parzelle gerne mit dem Hund spazieren geht ist aus jur. Sicht völlig irrelevant!


Schwinger

Da vergleichen wir aber einen Apfel und einen Kuhfladen. Was Herr Moser tat ist ein Mist, welcher nichts bringt. Was die Einsprecherin zu Lengnau tat gehört nicht in die gleiche Schublade - denn hier geht es darum, dass eine Firma mit einem mächtigen Boss unbedingt auf dieser Wiese im Grünen eine Fabrik wollte. Sofort. Daher hat der Kanton sämtliche Reissleinen gezogen, die Alarmglocke geschrillt und das ganze Prozedere in unglaublicher schneller Zeit bewilligt. Tw wurde gut gearbeitet, aber es hat wesentlich Faktoren, welche man wegliess, weil zu lange Dauer. zB die Umweltverträglichkeitsprüfungen. Oder man übergeht grosszügig, dass die Fabrik in einem Halbmoor mit einer hohen Überflutungswasser gebaut wird, entgegen den Vorschriften des Kantons Bern. Wenn jemand sich nicht an seine eigenen Regeln hält, so ist was krumm. Faszinierend, dass Rickenbacher nach diesem "erfolgreichen" Deal zurücktritt und in die Privatwairtschaft geht. Ein Schelm, wer Böses dabei denktEs wäre schön wenn endlich mal einer hinter die billige Fassade schaut und erkennt, wie hier mit Vitamin B und Vetterliwirtschaft eine Lex CSL erschaffen wurde. Eine gründliche Prüfung der Unterlagen wäre sinnvoll - es erstaunt ja nicht, dass alle Stellen im Kanton Bern das Unterfangen höchst oberflächlich prüften. So arbeiten wir nicht in der Schweiz, in der Bananenrebublik Bern schon. Da ist alles möglich, wenn sich Reiche und Mächtige zusammentun - deshalb ist das Bundesgericht ein guter Ort zur Prüfung.


Espresso

Heute habe ich die Wahlunterlagen erhalten, die der Kanton Bern wegen der Dummheit (pardon) wegen "dem guten Recht" von Herrn Bruno Moser, wohnhaft in Biel, hat extra drucken und versenden müssen und die den Kanton rund eine halbe Million... ja, ja Herr Moser, mich "nur" etwa 60 Rappen.... Steuergeld kosten werden. DAS GUT RECHT IST DEFINITIV NICHT GUT GENUG! Genau so wie im Fall Lengnau und der Firma CSL Behring auch nicht. Wie kann es sein, dass eine Einzelperson, welche nicht einmal direkt von diesem Bau betroffen ist, ein so wichtiges Projekt für unsere Region torpedieren kann, mit einer Klage vor Bundesgericht, die noch dazu absolut chancenlos ist? Unglablich.


Schwinger

ILLEGAL. "Die Fabrik befindet sich im Lengnaumoos bereits im Bau". Wenn CSL Bering jetzt schon an der Fabrik baut, so ist dies mit der vorliegenden Baubewilligung der Bauverwaltung Lengnau ILLEGAL und sofort zu stoppen. Wenn (was zu befürchten ist) wirklich schon an der Fabrik gebaut wird, ist das ein Rechtsmissbrauch, welchen es zu ahnden gilt. @BT: Genauer recherchieren und formulieren. Danke.


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