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Windenergie

Bundesgericht gibt grünes Licht für Windpark Grenchen

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde von zwei Vogelschutzorganisationen gegen den Bau eines Windparks auf dem Grenchenberg teilweise gutgeheissen. Das Projekt kann für vier von ursprünglich sechs Windturbinen weiter verfolgt werden.

Symbolbild: Keystone
Das Bundesgericht hat das Vorhaben mit Blick auf den Schutz des Wanderfalken um zwei Anlagen redimensioniert. Damit wird eine Distanz von rund 1000 Metern zu einem bestehenden Brutplatz eingehalten. Diese Entfernung wird von der Vogelwarte Sempach in einem Gutachten empfohlen. Die öffentliche Beratung des Bundesgerichts hat gezeigt, wie schwierig die verschiedenen Interessen von Vogel- beziehungsweise Tierschutz, Landschaftsschutz, Biodiversität und alternativer Energiegewinnung miteinander in Einklang zu bringen sind.
 
Ausgearbeitet wurde die Planungsvorlage von den städtischen Werken Grenchen. Diese können nun die Baubewilligungen ausarbeiten. Das Vorhaben sah sechs Windturbinen vor, die jährlich 30 Gigawattstunden Strom produzieren sollen. Der Windpark auf dem Hausberg von Grenchen sollte zwei Drittel der Haushalte der Stadt mit Strom versorgen. sda
 
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Ab frühestens 2023 soll das Projekt 0.05 Prozent des Schweizer Strombedarfs liefern, wie es in einer Mitteilung von Freie Landschaft Schweiz heisst. Dieser Betrag sei für die Schweizer Versorgungssicherheit vernachlässigbar. Das Urteil zum Projekt Grenchenberg könnte aber den Weg für den Bau von vielen weiteren Projekten im ganzen Land ebnen, was laut Mitteilung katastrophale Folgen für Umwelt und Landschaft hätte. Im besten Fall könnten dadurch maximal zwei Prozent des Energiebedarfs der Schweiz abgedeckt werden.
 
Noch immer offen ist das Baugesuch. Ausserdem verlangt der lokale Verein Pro Grenchen eine Volksabstimmung. mt

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