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Wahlen

Beatrice Simon (Seedorf) und Kilian Baumann (Suberg) wurden in den Nationalrat gewählt

Im Kanton Bern erobern die Grünen zwei Nationalratssitze, die Grünliberalen und die EDU je einen Sitz. Verlierer sind die SP (-2), die SVP (-2) und die BDP (-1). Der Kanton Bern stellt neu 24 Nationalräte (bisher 25).

Symbolbild: Keystone

Die SVP stellt demnach neu sieben Sitze. Abgewählt wurde der Bernjurassier Manfred Bühler, Adrian Amstutz trat nicht mehr an. Prominente Verluste muss auch die SP verzeichnen, die noch vier Sitze in der grossen Kammer stellt. Die Bisherigen Corrado Pardini und Adrian Wüthrich schafften die Wiederwahl nicht.

Neu in das Parlament zieht hingegen die frühere Juso-Chefin Tamara Funiciello ein. Grosse Gewinner sind die Grünen, die dank zwei Sitzgewinnen neu vier Mandate stellen. Die Grünliberalen iherseits eroberten einen dritten Sitz. Die FDP hält ihre bisherigen 2 Mandate, die EVP ihr bisheriges Mandat. Neu holt sich die EDU ein Mandat.

Auch Heinz Siegenthaler von der BDP wurde nach insgesamt drei Jahren im Nationalrat in die Wüste geschickt.

Die Verteilung der 24 Sitze im Kanton Bern (2015 25 Sitze): Bern SVP 7 (2015: 9), SP 4 (6), BDP 2 (3), FDP 2 (2), Grüne 4 (2), GLP 3 (2), EVP 1 (1), EDU 1 (0)

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Neu sind die präzisierten Zahlen: Die Grünen kommen auf 28 Sitze im Nationalrat  (+17) und überholen die CVP.

Die GLP hat neu 16 Sitze (+9). Stärkste Kraft bleibt die SVP mit 54 Sitzen (-11). Die SP kommt auf 38 Sitze (-5), die FDP auf 29 Sitze (-4), die CVP auf 25 (-3). Die BDP hat neu 3 Sitze (-4) und verliert damit Fraktionsstärke.

Die SVP bleibt mit 25,8 Prozent die Partei mit dem höchsten Wähleranteil. Sie wird gefolgt von der SP mit 16,6 Prozent. Die beiden Parteien haben im Vergleich zu 2015 3,6 beziehungsweise 2,2 Prozentpunkte verloren. sda
 

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Die Grünen haben damit den bisherigen Rekord der SVP gebrochen, die im Jahr 1999 15 zusätzliche Sitze geholt hatte. Die SVP verliert 11 Sitze und kommt noch auf 54 Sitze. Die SP muss den Verlust von 4 Sitzen hinnehmen und kommt noch auf 39 Sitze. Die CVP - von den Grünen überholt - kommt nach dem Verlust von 2 Mandaten noch auf 26 Mandate. Die BDP verliert 4 Sitze - und hat mit den 3 verbleibenden Sitzen keine Fraktionsstärke mehr.

13 Prozent Wähleranteil
Ihren Wähleranteil können die Grünen gemäss der zweiten Hochrechnung um 5,9 Prozentpunkte auf 13 Prozent steigern. Die Grünliberalen legen um 3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu. Stärkste Kraft bleibt die SVP. Sie verliert aber 3,8 Prozentpunkte und kommt noch auf 25,6 Prozent - weniger als im Jahr 2011.

Ein Teil der Gewinne der Grünen geht auf Kosten der SP. Die SP verliert 2,3 Prozentpunkte und erreicht noch 16,5 Prozent, die FDP verliert 0,9 Prozentpunkte und kommt auf 15,5 Prozent. Die CVP verliert nur leicht, um 0,2 Prozentpunkte. Sie kommt noch auf 11,8 Prozent. Die BDP erreicht bei einem Minus von 1,7 Prozentpunkten 2,4 Prozent.

Aus einigen Kantonen liegen Schlussresultate vor, die den Trend bestätigen. So muss im Kanton Solothurn die SP einen ihrer beiden Sitze an die Grünen abgeben. Zudem wurde der Bisherige Philipp Hadorn von SP-Parteipräsidentin Franziska Roth verdrängt. Die SVP konnte ihre beiden Sitze halten, CVP und FDP verteidigen je einen Sitz.

Martullo wiedergewählt
Im Kanton Graubünden holte das links-grüne Lager einen zweiten Sitz. Die FDP ist nach acht Jahren zurück in der Grossen Kammer. Heinz Brand (SVP) und Duri Campell (BDP) wurden nicht wiedergewählt. Die Züricherin Magdalena Martullo-Blocher schaffte die Wiederwahl hingegen problemlos.

Im Kanton St. Gallen holten Grüne und Grünliberale je einen Sitz, die SVP und die CVP verloren je einen, die SP und die FDP konnten ihre Sitze halten. Im Kanton Zug hat die Alternative - die Grünen (ALG) den Nationalratssitz zurückerobert, den die Partei vor acht Jahren an die FDP abtreten musste.

Im Kanton Neuenburg gewinnen die Grünen einen Sitz auf Kosten der SVP. Ebenfalls gewählt werden dürften die Vertreter von SP, FDP und PdA. Auch im Kanton Freiburg erobern die Grünen einen Nationalratssitz von der SVP. Die übrigen Parteien dürften ihre Sitze verteidigen.

Im Kanton Luzern holt die GLP den vor vier Jahren verlorenen Nationalratssitz zurück. SVP und FDP müssen je ein Mandat abgeben. CVP, SP und Grüne konnten ihren Besitzstand wahren.

Verluste für SVP und FDP
Der Kanton Aargau wurde nicht von der grünen Welle erfasst. Grüne und GLP haben weiterhin je einen Sitz. SP und CVP gewannen je einen Sitz, die FDP und SVP verloren je einen. Die BDP musste ihren einzigen Sitz an die EVP abgeben.

Im Kanton Schaffhausen gibt es keine Veränderungen: Die SVP und die SP haben weiterhin je einen Sitz. Die Baselbieter Nationalratsdelegation bleibt ebenfalls unverändert. Alle sieben Bisherigen wurden wiedergewählt. Im Kanton Schaffhausen gibt es ebenfalls keine Veränderungen: Die SVP und die SP haben weiterhin je einen Sitz. Ebenfalls keine Veränderung gibt es im Kanton Schwyz

Rochade in der Innerschweiz
Kaum Verschiebungen gibt es auch in kleineren Kantonen. In Nidwalden wurde erwartungsgemäss SVP-Nationalrat Peter Keller für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Appenzell Ausserrhoden bestätigte SVP-Nationalrat David Zuberbühler knapp. Der FDP ist es nicht gelungen, ihren vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückzuerobern.

Im Kanton Obwalden hat die SVP den Nationalratssitz zurückerobert, den sie 2011 verloren hatte. Monika Rüegger schaffte die Wahl knapp vor CVP-Mitglied Peter Krummenacher. Sie ist die erste Nationalrätin des Kantons.

In Uri verliert die SVP hingegen ihren einzigen Nationalratssitz. Der 31-jährige CVP-Landrat Simon Stadler löst den bisherigen Beat Arnold ab. In Appenzell Innerrhoden verteidigt die CVP ihren Sitz mit dem ehemaligen Regierungsrat Thomas Rechsteiner. Glarus schickt auch in den nächsten vier Jahren BDP-Chef Martin Landolt als einzigen Vertreter im Nationalrat nach Bern.

Sitzgewinne für Grüne
Für jene Kantone, für welche erst Hochrechnungen vorliegen, sind teils dramatische Sitzgewinne für die ökologischen Kräfte zu erwarten. In Zürich können die Grünen drei zusätzliche Sitze gewinnen, sie kämen neu auf fünf Sitze.

Die Grünliberalen könnten ebenfalls drei Sitze zulegen und damit insgesamt sechs Mandate holen. Grosse Verliererin ist die SP, die in Zürich drei Sitze einbüssen würde. Sitze verlieren auch die SVP, die CVP und die BDP.

Im Kanton Bern können die Grünen gemäss Hochrechnung zwei Sitze zulegen, die Grünliberalen und die EDU je einen. Der SVP und der SP droht der Verlust von je zwei Sitzen, die BDP muss möglicherweise ebenfalls ein Mandat preisgeben.

Grüne in Genf stärkste Kraft
Stark zulegen dürften die Grünen auch im Kanton Genf. Dort könnte sie einen Wähleranteil von über 20 Prozent erreichen und stärkste Partei im Kanton werden. Damit würden die Grünen in Genf zwei Sitze dazu gewinnen und auf drei Sitze kommen. Auch die Grünliberalen dürften einen Sitz erobern. In der Waadt zeichnen sich ebenfalls zwei zusätzliche Mandate für die Grüne ab.

Im Kanton Tessin legen die Grünen gemäss Hochrechnung 8,1 Prozentpunkte zu. Sie hätten damit neu einen Sitz im Nationalrat. Stärkste Partei bliebe die FDP, gefolgt von der Lega und der CVP. Wie die SP würde die FDP aber leicht verlieren. Auch im Wallis könnten die Grünen ihren ersten Sitz im Nationalrat erobern - auf Kosten der CVP. SP, FDP und SVP dürften ihre Sitze hingegen verteidigen.

In Thurgau dürften die Grünen ebenfalls auf der Siegerseite stehen. Gemäss Hochrechnung erobern sie den Nationalratssitz der FDP. Die SVP verliert zwar, kann ihre drei Sitze aber halten. CVP und SP behalten je einen Sitz.

In Basel-Stadt zeichnet sich ab, dass die Linke ihre Sitze wohl wird halten können. Im Wahlkampf musste Sibel Arslan von der linken BastA! um ihren Sitz bangen. Stattdessen wird es nun für die SVP knapp: Nationalrat Sebastian Frehner wird voraussichtlich nicht wiedergewählt. sda
 

Stichwörter: Wahlen, Schweiz, Politik, Klima, Partei

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