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„Krawattenzwang“

Auch fürs „Loly“ ein klares Nein

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Auch fürs „Loly“ ein klares Nein.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Zuoberst thront die SRG – nein, eigentlich thronen zuoberst alle internationalen IT- und TV-Giganten, die mit ihren Bewegtbildern unseren Markt beherrschen. Dann folgen viel weiter unten die regionalen TV-Stationen, bei uns etwa „Tele Bielingue“ oder „Tele Bärn“. Und dann gibt es noch die ganz Kleinen. Dazu gehört „Loly“ (Lokalfernsehen Lyss und Umgebung), das seit Mitte der 90er-Jahre wöchentlich eine Informationssendung mit lokalen Themen im Zentrum ausstrahlt. Die Zahl ist eindrücklich: Seit Bestehen sind schon fast 1100 Sendungen entstanden.

„Loly“ ist als Verein organisiert, es engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche TV-Macher/-innen. Als Gast im sogenannten Bistro-Talk konnte ich mich persönlich von der „professionellen Ehrenamtlichkeit“ überzeugen. Das Resultat gefällt.

Im Wissen, wie aufwändig und kompliziert TV-Machen ist, gilt den Kolleginnen und Kollegen, die sich in Lyss für „Loly“ engagieren, Dank und Anerkennung. Das Nischenprodukt hat seinen Platz – das sei auch aus dem Hause „Tele Bielingue“ so bestätigt. Es ist nicht der gleiche Markt, es ist nicht die gleiche Flughöhe wie die konzessionierten Regionalsender.

Ja, diese Konzession... Darum geht es am 4. März. Wird die No-Billag-Initiative angenommen, fallen auf einen Schlag die dringend nötigen Subventionen für „Tele Bielingue“ weg. Der Bieler Regionalsender müsste sich gemäss Argumentation der Befürworter die nötigen Mittel auf dem freien Markt beschaffen.

Und genau da kommt wieder „Loly“ ins Spiel, das zwar als nicht (mehr) konzessionierter Sender nicht direkt von der Initiative betroffen ist. Aber halt indirekt schon: Die Nische funktioniert nur innerhalb des ganzen Konstrukts mit internationalen, nationalen und regionalen Playern, die nebeneinander funktionieren. Zuschauer- und Werbemarkt würden sich vollkommen verschieben – wohl zu Ungunsten von „Loly“. Also: Wer den TV-Sender für Lyss und Umgebung mitunterstützen will, legt am 4. März ein Nein in die Urne.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

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