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Abgetaucht – was in der Tiefe des Bielersees lebt

Heute erscheint der neue Band von Beat App: «Bielersee – Fisch Mensch Natur». Für dieses Buch ist der Fotograf abgetaucht, um die Unterwasserwelt im Bielersee abzulichten. Hinzu kommen Bilder von Menschen, die sich mit dem See beschäftigen: Berufs- und Sportfischer, Schleusenwarte und-mechaniker. Ergänzt wird das Buch durch Landschaftsbilder, die den See von seiner schönsten Seite zeigen.

  • 1/18 Copyright: Musée d'Art et d'Histoire La Neuveville
  • 2/18 Copyright: Musée d'Art et d'Histoire La Neuveville
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  • 7/18 Copyright: Musée d'Art et d'Histoire La Neuveville
  • 8/18 Copyright: Beat App
  • 9/18 Copyright: Beat App
  • 10/18 Copyright: Beat App
  • 11/18 Copyright: Beat App
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  • 13/18 Copyright: Beat App
  • 14/18 Copyright: Beat App
  • 15/18 Copyright: Beat App
  • 16/18 Copyright: Beat App
  • 17/18 Copyright: Beat App
  • 18/18 Copyright: Musée d'Art et d'Histoire La Neuveville
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Lotti Teuscher


Einmal mehr taucht Beat App an diesem Tag in den eiskalten Bielersee. Denn nur Herbst und Winter eignen sich für das Unterwasserfotografieren; ist es wärmer, wird das Wasser trüb. Da zeigt sich etwas Kleines vor seiner Taucherbrille – ein Fischchen?
Beat App rätselt, schaut nochmals scharf hin, dennoch kann er das Lebewesen nicht identifizieren. Also taucht er durch die hohen Wellen auf, holt ein Netz, steigt nochmals ins Wasser und fängt ein kleines Ding – eine Süsswassergarnele!
Die europäische Süsswassergarnele lebt im westlichen Mittelmeergebiet, sie ist über Belgien und die Niederlande in die mitteleuropäischen Flusssysteme vorgedrungen. Jetzt hat sie via Aare den Bielersee erobert. Fotograf Beat App hat sie entdeckt.


30 000 Bilder für ein Buch
Der Bieler nennt sich Hobby-Fotograf, was ein massives Understatement ist – und dennoch irgendwie zutrifft. Ein Understatement, weil bereits fünf Fotobände von ihm erschienen sind, herausgegeben vom Gassmann-Verlag. Der neuste Band trägt den Titel «Bielersee – Fisch Mensch Natur».
Beat App ist Chronist der Region, er dokumentiert den Chasseral, das Seeland und jetzt den Bielersee seit exakt 30 Jahren in Bildern. Dass das neuste Buch zu diesem Jubiläum erschienen ist, bezeichnet er als «mein Geburtstagsgeschenk». Für einen Fotografen gebe es nichts Schlimmeres, als wenn seine Bilder ungesehen in einer Schublade verstauben. Dass ein Hobby-Fotograf Bücher herausgeben könne, sei «schon speziell».
Beat App, der Fotograf. Rund 30 000 Bilder hat er für das neue Buch seit dem Jahr 2010 geschossen. 1000 kamen in die engere Auswahl, rund 200 werden publiziert. Fotografiert hat er in der Freizeit, deshalb nennt er sich Hobby-Fotograf – hauptberuflich ist Beat App Vertreter für Elektrowerkzeuge. Und zwar zu hundert Prozent. Nebenher tausende Bilder für seine Bücher zu schiessen, bedeutet vor allem eines: Verzicht.
Darauf verzichten, längerfristig Abmachungen zu treffen, weil am Tag der Abmachung das Licht gut sein könnte. Verzichten auf Ferien im Ausland – zum Beispiel auf den Traum, einmal mit Haien zu tauchen. Darauf verzichten, einem Verein oder einem Klub anzugehören. Und stattdessen für die Passion zu leben, Tiere, Menschen und Landschaften der Region im besten Licht einzufangen.


Wissen, Geduld und Glück
Tiere zu fotografieren, setzt viel Geduld voraus. Weiter das Wissen, wie sich die Tiere verhalten, wie ihr Tagesrhythmus ist und wo sich ihre Reviere befinden. Und schliesslich braucht es ein Quäntchen Glück, um das perfekte Bild zu schiessen.
So wie das Foto mit den beiden Eisvögel, die nah beieinander auf einem Stein sitzen. Vögel mit einer poetischen Geschichte: Sie haben eine heimliche Lebensweise und sind selten – in der Schweiz gibt es nur 300 bis 350 Brutpaare. Dies regt die Fantasie der Menschen an.


Noahs Paradisvogel
Gemäss einer Sage kam der Eisvogel zu seiner Farbenpracht, weil Noah ihn mit dem Auftrag, nach Festland Ausschau zu halten, fliegen liess. Während eines Sturms musste der Eisvogel so hoch fliegen, dass die Sonne unter ihm lag. Dabei nahm die Oberseite seines Gefieders die Farbe des blauen Himmels an, die Unterseite färbte sich durch die Glut der Sonne rot.
Beat App entdeckt die Eisvögel, während er den Bau des neuen Seewasserwerks in Hagneck fotografiert. Er weiss, dass sie revierbezogen sind und nur ein kleines, etwa 300 Meter langes Gebiet in Anspruch nehmen. Also setzt er sich unter die Schaufel eines Baggers. Tarnt sich. Und wartet. Vor ihm ein Felsbrocken, von dem vermutet, dass es ein Lieblingsplatz der Eisvögel sein könnte. Und tatsächlich: Irgendwann lässt sich das Pärchen auf dem Stein nieder. Der Fotograf drückt ab.


Wenn der Taucheranzug gefriert
Seit 20 Jahren taucht Beat App im Bielersee. Immer in Begleitung von Mauro Zürcher, einem Taucher aus La Neuveville, der ihm «den letzten Schliff» gegeben habe. Zu zweit wird aus Gründen der Sicherheit getaucht, Zürcher erweist sich aber auch als geduldiger Assistent. «Seit 20 Jahren harrt neben mir aus, wenn ich auf einen Fisch warte, auch bei Eiseskälte», sagt der Fotograf.
Manchmal ist es so kalt, dass der Taucheranzug sofort am Boden anfriert, wenn er ausgezogen wird. Und das alles nur für ein schönes Bild.
Das Warten führt zu faszinierende Begegnungen. Zum Beispiel, wenn Beat App einem Zwei-Meter-Wels nahe kommt. Oder wenn es ihm gelingt, einen Hecht zu fotografieren, der ein Egli frisst: «Dies ist ein seltenes Timing», sagt der Fotograf. Die Fische fürchten die Taucher nicht, Beat App geht fast auf Tuchfühlung mit ihnen. Einen Fisch berühren, würde er jedoch nie. Er könnte die Schleimschicht verletzten, die den Fisch umgibt, der Fisch könnte sich eine Pilzinfektion einfangen.


Kein Fischchen, ein Wels
Beat App und Mauro Zürcher tauchen auch nachts. Mit der Taschenlampe geben sie einander Zeichen, wenn sie etwas entdeckt haben. Eines Abends blinkt Zürcher mit der Lampe, er will seinem Freund ein Fischlein zeigen. Dass direkt neben ihm ein riesiger Wels schwamm, bemerkte nur Beat App.
Für den Fotografen sind die Tiefen des Bielersees voller Überraschungen. Auch weil in den Gewässern immer wieder neue Tiere auftauchen. Zum Beispiel der Signalkrebs, ein aus Nordamerika stammender Flusskrebs, ein ungebetener Gast: Der Signalkrebs ist resistent gegenüber der ebenfalls aus Nordamerika stammenden Krebspest und brachte einen neuen hochvirulenten Stamm des Erregers nach Europa. Von Menschen eingeführt wurde der heute ebenfalls im Bielersee lebende der Sonnenbarsch. Auch dessen Existenz hat Beat App dokumentiert.
Ein anderer Geselle hingegen macht jedem Freude, der ihm begegnet: der Fischadler, ein seltener Gast in der Schweiz. Den Bielersee besucht er nicht jedes Jahr und wenn, bleibt er nur wenige Tage. Auch ihn hat Beat App vor die Linse bekommen. Obwohl der Vogel am Himmel schwer zu erkennen sei, wie er sagt: «Da der Fischadler am Bauch weisse Federn hat und nicht sehr gross ist, wird er oft für eine Möwe gehalten.»


Was enthält das Netz?
Wenn Beat App die Vision für ein neues Buch im Kopf hat, geht er akribisch vor. Er fängt mit seiner Kamera alles ein, was sein Thema betrifft. Sein Bielersee-Buch hat er auch den Menschen gewidmet, die mit dem See zu tun haben. Allen voran natürlich den Berufsfischern, die im See ihre Netze auswerfen.
Marcel Martin hat er oft begleitet. Jedes Mal ist Beat App aufgeregt, wenn der Berufsfischer das Netz einholt. Was hat sich darin verfangen? Egli, Felchen oder gar ein kapitaler Hecht? Beat App weiss Martins grosse Kenntnisse der Fischerei zu schätzen und dessen Beobachtungsgabe – jedes Mal, wenn er für ein Buch fotografiert, lernt er dazu.
Für sein neues Buch war Beat App mit Sportfischern unterwegs, mit Seepolizisten, mit dem Seerettungsdienst, er hat sich in der Twanner Fischzucht umgesehen. Er hat Stelzenläufer beobachtet, den Bibern beim Nagen zugeschaut, er hat Sonnenuntergänge eingefangen, Landschaften, den stillen und den windgepeitschten Bielersee. Kurz: Beat App hat Herzblut investiert.


Warum nicht Fotograf?
Da stellt sich die Frage: Warum bleibt Beat App Vertreter, statt umzusatteln? Er hat mit fünf Büchern bewiesen, dass er dazu fähig ist. Er kann beobachten, kennt das Verhalten der Wildtiere, kann mit Menschen umgehen und ist vielen Seeländern ein Begriff. Warum will er nicht hauptberuflich Fotograf werden?
Beat Apps Antwort: Er möge keine finanziellen Abenteuer: «Als Fotograf zu leben, ist schwierig. Ich will meinen sicheren Verdienst behalten.» Aber immerhin: Das Thema eines neuen Buchs hat er bereits im Kopf. Und ein paar hundert Bilder dazu ebenfalls.

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Der Fotograf
•Beat App ist freischaffender Fotograf und Vertreter.
•Seit 30 Jahren fotografiert App in der Region «Drei-Seen-Land» Menschen, Tiere, Blumen und Landschaften. Die meisten Bilder entstehen rund um den Bielersee und auf dem Chasseral.
•2003 hat App begonnen, die Unterwasserwelt der Region zu fotografieren.
•Zusammen mit dem Gassmann-Verlag hat er bis heute fünf Bücher herausgegeben. Zwei Bücher über den Chasseral, das Buch zum Dreiseenland, eines zum Seeland und sein jüngstes Buch mit dem Thema Bielersee.
•Alle regionalen Themen präsentiert App auch in Bildvorträgen. LT

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Der Autor
•Während zehn Jahren hatte Markus Schär die operative Führung des Druckgeschäfts der W. Gassmann AG inne.
•Neben der Fischerei engagiert sich  Schär in verschiedenen Projekten in seinem Wohnort Büren an der Aare. Für sein Engagement wurden ihm die Ehrenpreise «Immerseelig» und «Burgerchnorz» von Büren verliehen.
•Während Jahren schrieb Schär Kolumnen und Berichte für regionale Zeitungen.
•Er ist Autor des Buches «Bielersee – Fisch, Mensch Natur». Ein grosses Kapitel bezieht sich auf Schärs langjähriges Hobby: «Fischen einst und heute.» Das BT publiziert drei Texte über Fischarten von Schär (siehe rechts). LT

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Das Buch
•Das Buch «Bielersee – Fisch Mensch Natur», zeigt viele Fischarten, die im Bielersee leben.
•Abgebildet sind Vögel, auch seltene wie der Fischadler, die durchziehen oder am See brüten.
•Vorgestellt werden Menschen, deren Arbeit mit dem See zusammenhängt: Fischer, Seepolizisten oder der Seerettungsdienst.  
•Das Buch ist ab sofort verfügbar.
•Es kann am Längfeldweg 135, in der Druckerei der W. Gassmann AG abgeholt werden, im Shop bestellt werden unter www.gassmannprint.ch und ist auch im Buchhandel (etwa bei Bücher Lüthy) erhältlich. LT

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Der Bärbeissige
Die allgemeine Erwärmung des Wassers hinterlässt bei einigen Fischarten wie zum Beispiel den Forellen deutliche Spuren. Doch neben Verlierern des Temperaturanstiegs gibt es auch Gewinner. Dazu gehört der Wels, dieser bärtige Geselle. Während sich die Forellen bei einer Wassertemperatur ab 18 Grad langsam unwohl fühlen, beginnt der Wels bei dieser Wärme erst richtig aufzuleben.
Die Welse sind zwar nicht neu in unseren Gewässern, haben sich aber in den letzten Jahrzehnten stark verbreitet. Durch das Zurückstauen der Aare von Flumenthal her sind sie inzwischen nicht mehr nur im See, sondern auch im Fluss heimisch geworden.
Die Welse können zu beträchtlichen Exemplaren heranwachsen und eine Länge von über zwei Metern und ein Gewicht von 100 Kilogramm erreichen. Aber nicht nur ihre Grösse, sondern auch ihre äussere Erscheinung machen sie zu imposanten, teilweise auch etwas unheimlich wirkenden Wesen. Ein riesiger Kopf mit langen Bartfäden gibt den Fischen das Gepräge eines schon fast furchteinflössenden Molochs.
Tatsächlich ist der Wels ein Räuber und Allesfresser. Auch wenn seine Erscheinung träge oder gar unbeholfen wirken mag, stimmt das in der Realität nicht. Der Wels ist nämlich mit einer enorm feinen Sensorik ausgestattet. Diese wirkt einerseits durch die erwähnten Barteln, andererseits ist diese aber auch an den Seitenlinien der Fische ausgeprägt. Dies erlaubt ihm, selbst bei trüben Wasserverhältnissen Beute aufzuspüren, die in der Nähe ist. Markus Schär


Die Zacken-Zebras
Vorzügliche Speisefische sind die Barschartigen. Sie zählen zwar nicht zu den sogenannten Edelfischen, gelten aber trotzdem unter Fischliebhabern ihres zarten Fleisches wegen als Delikatesse. Die bekanntesten Arten sind die Flussbarsche – bei uns ist der Name Egli gängig. Weit weniger häufig ist der Zander. Dieser war hier ursprünglich aber nicht heimisch.
Gemeinsames und unverkennbares Merkmal der Barschartigen ist ihre stachlige Rückenflosse. Unter den Fischern werden sie daher gerne auch Stachelritter genannt. Die Barsche haben zudem ein raues Schuppenkleid und eine wunderbare Zeichnung mit meist dunklen Querstreifen. Sie sind von ihrer Hautzeichnung her quasi die Zebras unserer Gewässer.
Egli – zumindest die jüngeren – leben oft in Schwärmen. Ihre Beute jagen sie im Verband. Sie bevorzugen dabei gerne kleine Fische. Sie nähern sich diesen unbemerkt und treiben sie von unten her gegen die Wasseroberfläche. Wenn ein grösserer Eglischwarm sein Futter jagt, erzeugt das aufspritzende Wasser ein regelrechtes und geräuschvolles Brodeln. Der Bedarf an Egli als Speisefisch ist sehr viel grösser, als es die heimischen Fänge abzudecken vermögen. Die Idee, sie zu züchten, konnte erst in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt werden. Die Schwierigkeit besteht darin, für die Jungfische geeignetes Futter anbieten zu können.
Glücklicherweise funktioniert bei den Egli die Naturverlaichung im See. Die Barsche setzen ihren Laich in langen netzartigen Streifengebilden am Schilf oder an Ästen und Holzstücken im Wasser ab. Um möglichst viele solche Gelegenheiten zur Laichablage zu bieten, werden von den Fischern manchenorts im Frühling die ausgedienten Weihnachtsbäume im Wasser versenkt. Eine Besonderheit bei den Eglibrütlingen besteht darin, dass sie nach einigen Tagen an die Oberfläche schwimmen müssen, um dort ihre Schwimmblase zu füllen; denn interessanterweise gibt es – im Gegensatz zu den anderen Fischarten – beim Barsch keine Verbindung zwischen der Schwimmblase und der Speiseröhre. Wenn den Jungfischen dieser Vorgang nicht gelingt, können sie nicht überleben.
Ab einer Länge von 15 Zentimetern dürfen die Egli gefangen werden. Einzelne Exemplare können in ihrem Leben durchaus eine Grösse von 40 Zentimetern oder mehr und ein Gewicht von über einem Kilogramm erreichen. Diese durchstreifen ihren Lebensraum dann aber nicht mehr im Schwarm, sondern leben als Einzelgänger. Markus Schär


Der Süsswasser-Barrakuda
Von grosser Bedeutung im Bielersee ist der Hecht. Sein lateinischer Name «Esox» klingt erhaben und stark. Er gilt als ausgemachter Raubfisch. So wird ihm sogar nachgesagt, dass er bei sich bietender Gelegenheit auch die Küken von Wasservögeln nicht verschmäht.
Hechte halten sich gerne in seichtem Wasser und nahe oder direkt im Schilfgürtel selber auf. Dort lauern sie ihrer Beute auf, indem sie sich in leichter Schräglage mit dem Kopf gegen die Oberfläche halten. Ihr pfeilartiger, schlanker Körperbau ermöglicht es ihnen, ihre Beute blitzschnell anzugreifen. An der Wasseroberfläche lassen sich bei einem Beutezug unschwer Wirbel erkennen, bei grösseren Hechten begleitet mit einem deutlich wahrnehmbaren Zusammenklatschen des Wassers.
Bis 2014 wurden in der kantonalen Fischzuchtanlage in Ligerz auch Hechteier ausgebrütet, aus Spargründen des Kantons Bern jedoch eingestellt. Die kleinen Hechte zog man in einer frühen Lebensphase teilweise nicht gleich im See, sondern auch in Hechtteichen bei Täuffelen auf. Allerdings musste immer der richtige Zeitpunkt getroffen werden, um diese Teiche abzufischen respektive das Wasser abzulassen. Die Hechte sind nämlich fresslustige Kerle, die niemanden neben sich tolerieren. Sie greifen unbesehen selbst Artgenossen an, sogar wenn diese gleich gross oder grösser sind als sie selber. Bereits ab einer Länge von einigen Zentimetern können sie sich ineinander verbeissen, was dann meist beide nicht überleben. Wer einmal im Rachen eines Esox gelandet ist, entkommt diesem kaum. Hechte haben im oberen Kieferteil nämlich ein nach hinten gerichtetes, dichtes und scharfes Zahnwerk, ähnlich einem Rechen mit 700 geschliffenen Zinken. Der im Verhältnis zum Körper überlange Kopf – besonders auffällig ist dies bei den jüngeren Tieren – verstärkt dieses Faktum auch rein optisch. Markus Schär

Info: Die Artikel von Autor Markus Schär stammen aus dem Buch «Bielersee – Fisch-Mensch-Natur», das ab heute im Handel
erhältlich ist.
 

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