Sie sind hier

Sonvilier

300 Einsprachen gegen Windparkprojekt

Erfolg für die Gegner des geplanten Windparks «Les Quatre Bornes» in der Nähe des Chasserals. Zahlreiche Anwohner haben Einsprachen eingereicht.

Symbolbild: Keystone

Der Widerstand des Vereins «Sauvez L’Echelette» gegen den Bau einer Windkraftanlage an der Grenze zwischen Sonvilier im Berner Jura und der neuenburgischen Gemeinde Val-de-Ruz zeigt Wirkung. Mehr als 300 Personen haben gegen das Vorhaben Einsprache eingereicht, wie der Verein gestern mitteilte.

Das Projekt «Les Quatre Bornes» umfasst zehn Windturbinen (das BT berichtete). Initiiert wurde es von Landwirten in der Region. Ihr Ziel ist nach eigener Aussage, die Wirtschaft in der Region breiter abzustützen und eine zusätzliche Einkommensquelle zu erschliessen. Für die Realisierung des Vorhabens wurde eine GmbH gegründet. Die gesamten Investitionskosten von 80 Millionen Franken soll das Energieunternehmen Groupe E Greenwatt SA tragen, das mit der Entwicklung des Kraftwerks beauftragt wurde. Sieben Windturbinen sind auf dem Gemeindeboden von Sonvilier, drei in Val-de-Ruz geplant. Bis gestern lagen die Pläne für das Projekt öffentlich auf. Insgesamt umfasst das Dokument rund 2000 Seiten. Der Plan zeigt für die Maschinen auf Berner Seite eine Höhe von 190 Metern (höchster Punkt der Rotorflügel). Auf Neuenburger Gebiet sind die Anlagen 207 Meter hoch.

Die vergleichsweise hohe Zahl an Einsprachen kommt nicht unbedingt überraschend. Zwar hatten sich bei einer Konsultativabstimmung im Jahr 2015 noch drei Viertel der Stimmenden für das Projekt ausgesprochen. Dann aber machten die Gegner mobil. Sie schlossen sich zum Verein «Sauvez L’Echelette» zusammen und konnten den früheren Skirennfahrer Didier Cuche als Zugpferd ihrer Kampagne gewinnen.

Bereits vor einigen Wochen hatten die Gegner des Windkraftprojekts eine Petition lanciert, die insgesamt 1300 Personen unterschrieben. Unter den Unterzeichnenden waren auch 228 Direktbetroffene.

Der Gemeinderat von Sonvilier hatte bei der Planauflage betont, man strebe eine einvernehmliche Lösung an – auch wenn sicher «einige den Weg durch die Instanzen» gehen würden. Er will im Sommer über die Pläne abstimmen lassen. Bei einem Nein würde sich die Gemeinde aus dem Projekt zurückziehen. mic/sda

Stichwörter: Windpark, Jura, Gegner, Windenergie

Nachrichten zu Seeland »