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Safety Campus Brünig

Sicherheit erleben, erlernen und anwenden

Noch in diesem Monat wollen die Initianten des Safety Campus Brünig beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) ihr Konzept für die Realisierung einer Ausbildungsstätte zur Vorprüfung einreichen.

Bild: zvg

(mt) Zuerst war es nur eine Vision. Doch daraus ist in den letzten gut acht Jahren ein Projekt von nationaler Bedeutung geworden. Mit dem Safety Campus Brünig soll dort eine Lücke geschlossen werden, wo heute jedes Helikopter-Unternehmen und jede Risikosparte auf eigene Faust mehr oder weniger professionell ihre Mitarbeiter schult. Flughelfer und Rettungskräfte sind bei Helikopter-Transporten grossen Risiken ausgesetzt. «Heute fehlt in der Schweiz eine professionelle Infrastruktur für eine risikogerechte Schulung und ein entsprechendes Training», so die Feststellung von Edy Halter, Projektleiter von Safety Campus Brünig an der Medienorientierung vom Mittwoch, 20. März 2013, in Lungern.

Unterstützung durch den Kanton
Die ursprüngliche Idee des Safety Campus Brünig stammt von Oliver Fuchs von der Fuchs Design AG in Stansstad. Er wurde im Jahre 2005 von der Gemeinde Lungern eingeladen, Ideen zur Zukunftsgestaltung von Lungern zu liefern. Ein Teil der skizzierten Vision war die Schaffung eines Forstausbildungszentrums. Im Zuge der weiteren Abklärungen wurde das geplante Ausbildungszentrum durch den Bereich «Arbeitssicherheit» erweitert. Die Geschäftsfelder «Rettung» und «Training» für Spezialeinheiten wurden neu integriert. «Mit Safety Campus Brünig könnte in Lungern ein interessantes Ausbildungszentrum aufgebaut werden», sind sich die Initianten heute einig. Immer wieder wurden die Ideen und Konzepte verfeinert. Der Safety Campus Brünig bietet eine im Rahmen eines Standortförderungsprojekts entwickelte, modulartig konzipierte Lösung an, welche die vielseitigen Anforderungen und Bedürfnisse zielgerichtet abdecken kann. Um das Projekt überhaupt auf den heutigen Stand zu bringen, wurde es zweimal mit NRP-Beiträgen von je 60 000 Franken unterstützt. «Möglich sind solche Beiträge, wenn ein Projekt Innovationscharakter hat und die regionale Wertschöpfung oder den Wirtschaftsstandort stärkt», erklärte Patrik Berchtold, Leiter Volkswirtschaftsamt des Kantons Obwalden, an der Medienorientierung. Er ist denn auch überzeugt, dass die Verwirklichung dieses Projekts sehr gut zur Strategie des Kantons Obwalden passen würde.

Unterstützung von höchster Stelle erhofft
Mit dem heutigen Tag werde das Projekt einen nächsten Schritt vollziehen, stellte Projektleiter Edy Halter klar. Noch diesen Monat wird das Projekt Safety Campus Brünig zur Vorprüfung dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) eingereicht. «Wir erwarten eine grundlegende Unterstützung der Idee zur Schaffung eines Kompetenzzentrums zur Förderung der Sicherheit von Helikopter-Bodenpersonal», erklärte Robert Odermatt. Der ehemalige Kadermann bei der SUVA weiss aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung, wie wichtig die Prävention gerade bei solchen Risikoberufen ist. «Der Safety Campus Brünig soll ein für die ganze Schweiz wirkendes Zentrum werden. Primär für die Schulung und das Training von Helikopter-Bodenpersonal, sekundär aber auch für weitere ausgewählte branchen- oder risikoorientierte Schulungsangebote mit dem Ziel, Sicherheit zu erleben, zu erlernen und in der Praxis anzuwenden.»

Vorteile für den Standort Lungern
Dass das Ausbildungszentrum dereinst in Lungern stationiert werden soll, hat für die Initianten nur Vorteile. Synergien mit bereits bestehenden Ausbildungsangeboten zum Thema «Sicherheit» könnten optimal genutzt werden. Verpflegungsmöglichkeiten, Unterkunft und Freizeitangebote für die Kursteilnehmer sind in unmittelbarer Nähe der Ausbildungs-stätte vorhanden. Bei der Realisierung einer unterirdischen Anlage müsste nicht erst Land umgezont werden und die Übungseinheiten könnten witterungssicher und damit auch ohne zeitliche Verzögerungen durchgeführt werden. Die Lärmschutzprobleme betreffend Helikopteroder Motorsägengeräusche würden entfallen. Bei entsprechender Nachfrage könnten die Übungseinheiten auch während der Nachtstunden angeboten werden. Die grösste Herausforderung zur Realisierung des Safety Campus Brünig werden die Kosten in der Grössenordnung von 16 Millionen Franken bei der Mindestvariante sein. «Es muss uns aus Synergiegründen unbedingt gelingen, die verschiedenen Partner zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu motivieren», erhofft sich Projektleiter Edy Halter.

Das Kernteam des Safety Campus Brünig
Oliver Fuchs, Initiant, Fuchs Design AG und Visionen, Stansstad
Edy Halter, Projektleiter, Förster/Holzkaufmann Inforest GmbH, Ausbildungsleiter Forst AWE Stans
Peter Lienert, dipl. Forstingenieur ETH, Leiter Amt für Wald und Landschaft Kanton
Obwalden
Thomas Gasser, dipl. Baumeister, Verwaltungsratspräsident Gasser Felstechnik AG, Lungern
Robert Odermatt, Masch. Ing.-ETH, Dr. sc. techn., Leiter Abteilung Arbeitssicherheit, SUVA Luzern (im Ruhestand seit 1. Januar 2013)
 

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