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Basellandschaft

Halber Jahreslohn eines Legionärs

In einem Waldstück bei Pratteln ist ein römischer Schatz mit 293 Silbermünzen entdeckt worden. Der Fund gehört zu den grössten römischen Silberhorten der Schweiz.

Einzigartig und unverkäuflich: Die im Kanton Baselland gefunden Münzen. Bild: Archäologie Baselland, Nicole Gebhard

Bei den gefundenen Münzen im basellandschaftlichen Pratteln handelt es sich ausschliesslich um Denare, die gemäss Mitteilung der Archäologie Baselland von gestern in einem insgesamt sehr guten Zustand sind – teilweise sogar noch prägefrisch. Den römischen Münzhort hatte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Archäologie Baselland diesen Sommer am Abhang des Adlerberges bei Pratteln gefunden.

Die älteste Münze ist unter Kaiser Nero geprägt worden, der zwischen 54 bis 68 nach Christus regiert hatte. Die meisten Münzen stammen aus dem zweiten Jahrhundert, die jüngsten Stücke aus der Zeit von Kaiser Commodus – sie waren 181/182 nach Christus in Rom geprägt worden, wie es im Communiqué heisst. Der Fund gehört demnach zu den grössten römischen Silberhorten der Schweiz, in der näheren Umgebung gibt es nur den rund 170 Jahre jüngeren Kaiseraugster Silberschatz.

In der Mitteilung wird der Wert der Münzen als «nicht unbeträchtlich» bezeichnet, er habe ungefähr dem halben Jahreslohn eines Legionärs entsprochen. Welchen Wert die Münzen heute haben, lässt sich laut dem Baselbieter Kantonsarchäologen Reto Marti nicht beziffern. Sie seien nicht schätzbar, da sie einzigartig und nicht verkäuflich seien, sagte er auf Anfrage.

Der Fundort in einem gewöhnlichen Waldstück sei aus heutiger Sicht unspektakulär, hält die Kantonsarchäologie fest. In römischer Zeit müsse dort aber ein auffälliger Stein oder Ähnliches gestanden haben.

Vermutlich habe der Besitzer seine Barschaft in einem sicheren Versteck aufbewahren wollen, was damals nicht ungewöhnlich gewesen sei, heisst es in der Mitteilung. In Pratteln sind zwei römische Gutshöfe bekannt: Einer in der Flur Kästeli und der andere beim heutigen Dorfkern, von letzterem aus hätte der Besitzer sein Versteck stets im Blick gehabt.

Warum das Vermögen nie mehr geborgen wurde, ist unklar. Die Jahre um 182 nach Christus seien jedenfalls keine Krisenzeit gewesen, heisst es weiter.

Die Münzen werden gemäss dem Kantonsarchäologen nun fertig restauriert und genauer bestimmt. Danach soll der Münzschatz voraussichtlich im Museum.BL in Liestal ausgestellt werden. sda

Stichwörter: Baselland, Archäologie

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