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Selzach

Sommeroper Selzach mit Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“

Selzach wird auch diesen Sommer wieder zur Opernmetropole. Im vollständig aus Holz gebauten Passionsspielhaus kommt in der ersten Augusthälfte insgesamt zwölfmal die Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach zur Aufführung.

Anne-Florence Marbot

(mt) Im Mittelpunkt der Selzacher Produktion steht die Berner Sängerin Anne-Florence Marbot, die zwei der drei zentralen Frauenfiguren singt. Sie ist die mechanisch-seelenlose Puppe Olympia, eine Paraderolle für eine lyrische Koloratursopranistin, und die sensibel-kränkliche Künstlerin Antonia, bei der die Sängerin auch ihre dramatischen Qualitäten zeigen darf.

Die Titelrolle als Hoffmann singt der Zürcher Tenor Raimund Wiederkehr, alternierend mit Michael Gniffke. Die verführerische Kurtisane Giulietta, die dritte Frauenfigur, singt die Bernerin Eveline Inès Bill. Die Mezzosopranistin Astrid-Frédérique Pfarrer ist die Muse und treue Verbündete von Hoffmann, und in verschiedenen Tenor-Rollen ist Jan-Martin Mächler zu hören.

Die musikalische Leitung 
liegt in den Händen von Bruno Leuschner, der etwa am Stadttheater Bern schon zahlreiche Opern dirigiert hat. Als Chordirigent steht ihm Valentin Vassilev zur Seite, der Chorleiter am Theater Biel Solothurn. Für die Regie zeichnet Thomas Dietrich verantwortlich, der seit der ersten Opernproduktion in Selzach mit dabei ist. Das Bühnenbild 
entwirft Oskar Fluri, einer der Mitbegründer der Sommeroper. Das Selzacher Opernorchester setzt sich aus Profimusikern der Region zusammen, etwa aus dem Berner Symphonieorchester und dem Sinfonie Orchester Biel.

„Hoffmanns Erzählungen“, das letzte Werk des deutsch-französischen Komponisten Jacques Offenbach (1819-1880), der in Paris mit satirisch-bissigen Operetten wie „Orpheus in der Unterwelt“ (1858) oder „Die schöne Helena“ (1864) Grosserfolge feierte, wird, wie immer bei der Sommeroper, in einer eigenen ‚Selzacher Fassung’ gegeben: Gesungen wird auf Deutsch, und die Rezitative sind gesprochene Dialoge.

Im Mittelpunkt von Offenbachs 1881 uraufgeführter Opéra fantastique steht die Frau, die als unerreichbares Wesen mit rätselhafter Anziehungskraft und zugleich Verderben bringender Abgründigkeit gezeigt wird. Der Stoff ist den Erzählungen des deutschen Dichters E.T.A. Hoffmann (1776-1822) entnommen. „Hoffmanns Erzählungen“ ist heute die neben Bizets „Carmen“ meistgespielte französische Oper.

Das Projekt Sommeroper Selzach startete 1989 mit Mozarts „Zauberflöte“. Auch diesen Sommer dürften rund 8000 Opernliebhaber ins einmalige, über 100-jährige Passionsspielhaus am Jurasüdfuss pilgern.
 

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