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Rücktritt von Jakob Messerli, Direktor des Bernischen Historischen Museums

Der Direktor des Bernischen Historischen Museums, Jakob Messerli, tritt per Ende Juni 2020 zurück. Der 59-jährige Historiker hatte die Leitung des Bernischen Historischen Museums im März 2010 mit dem Auftrag übernommen, sich verstärkt auch um die Sammlung zu kümmern.

Jakob Messerli spricht vor dem Gemälde Junkere 37 von Franz Gertsch, anlässlich der Medienpräsentation der Ausstellung "1968 SCHWEIZ", am Mittwoch, 15. November 2017. Bild: Keystone

Messerli begründet seinen Rücktritt mit dem Erreichen wichtiger Ziele und anstehenden neuen Etappen in der Entwicklung des Museums, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Jakob Messerli wurde auf den 1. März 2010 zum Direktor des Bernischen Historischen Museums gewählt. Der Stiftungsrat beauftragte ihn damals, das Museum zu reorganisieren, der Sammlung vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken und dabei die Ausstellungen nicht zu vernachlässigen.

«Nach zehn Jahren sind diese Ziele erfüllt oder die Projekte zu ihrer Erfüllung auf guten Wegen», begründet Jakob Messerli den Zeitpunkt seines Rücktritts. «Zudem habe ich mithelfen können, das Projekt Museumsquartier Bern zu lancieren.» Für dessen Planung und Realisierung ab 2020 will er neuen Kräften Platz machen. Gleichzeitig beginnt 2020 eine neue vierjährige Leistungsvertragsperiode. Für seine berufliche Zukunft hat Jakob Messerli noch keine konkreten Pläne.

Fünf-Jahres-Projekt

Das Bernische Historische Museum verfügt über Sammlungen zur Geschichte, Archäologie und Ethnografie mit Beständen, die zum Teil Weltrang haben. Seit 2010 hat Jakob Messerli zusammen mit seinem Team einen Schwerpunkt auf den Erhalt und die Erschliessung der etwa 500‘000 Objekte umfassenden Sammlungen gelegt. Unter anderem ist der Bereich Konservierung und Restaurierung auf- und ausgebaut, die Konservierung der Cäsartapisserien in Angriff genommen und 2017 ein auf fünf Jahre angelegtes umfassendes Projekt zur Erschliessung und Bereinigung des gesamten Sammlungsbestands gestartet worden, für das die Stiftungsträger 2016 einen Kredit von 5.1 Millionen Franken gesprochen hatten. Ein weiteres Anliegen ist Jakob Messerli die kulturelle Teilhabe, die er insbesondere durch den Auf- und Ausbau von Vermittlungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen gefördert hat.

Jakob Messerli prägte das Museum

Der Präsident der Stiftung Bernisches Historisches Museum, Luc Mentha, bedauert im Namen der Stiftung den Rücktrittsentscheid von Jakob Messerli sehr. Luc Mentha würdigt seine Verdienste mit folgenden Worten: «Jakob Messerli hat das Bernische Historische Museum während 10 Jahren deutlich geprägt und auf ein solides Fundament gestellt. Er hat sich nicht nur für eine ausreichende Finanzierung der Institution eingesetzt und den Sammlungserhalt umfassend angepackt, sondern 2013 mit „Qin. Der unsterbliche Kaiser und seine Terrakottakrieger“ auch die erfolgreichste Ausstellung in der Geschichte der Berner Museen gezeigt.» Der Stiftungsrat dankt Jakob Messerli bereits an dieser Stelle für sein grosses Engagement in den letzten 10 Jahren. Die Leitungsposition wird zeitnah ausgeschrieben, heisst es weiter. mt

 

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