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10 000 haben Bieler Fototage besucht

Am Sonntag sind die 24. Bieler Fototage zu Ende gegangen. Das für 2020 geplante Programm musste letztes Jahr aufgrund der Pandemie verschoben werden. Jetzt haben 10 000 Besucherinnen und Besucher die Ausstellungen besucht.

Bieler Fototage 2021. Bild: Keystone

Die Bilanz der diesjährigen Bieler Fototage fällt positiv aus. Über 
10 000 Besucherinnen und Besucher haben sich während der drei Festivalwochen die 23 Ausstellungen unter dem Titel «Cracks», angesehen, die auf grosses Echo gestossen sind. Die vom letzten auf dieses Jahr verschobene 24. Ausgabe rund um gesellschaftliche Brüche und Herausforderungen habe sich auch 2021 als hochaktuell erwiesen, schreiben die Veranstalter. Bis am Sonntag bot das Bieler Festival Räume, um über die aktuell allgegenwärtige Umbruchstimmung nachzudenken und Gelegenheit, die Vielfalt neuen fotografischen Wirkens in der Schweiz und im Ausland zu entdecken.

Diese Ziele konnten laut Sarah Girard, Direktorin des Festivals, erreicht werden. Bei der Medienkonferenz drückte sie es so aus: «Wir möchten Fenster zu einer imaginären Welt öffnen, die wir in der aktuellen Situation ganz besonders brauchen.» Gleichzeitig bedankte sie sich bei allen Partnern, den Künstlerinnen und Künstlern und den Mitgliedern ihres Teams, die sie beim Aufbau der Ausgabe 2020 und ihrem Wiederaufbau im Jahr 2021 unterstützt hatten.

Lancierung zweier Preise

Im Rahmen des Festivals wurden zwei Auszeichnungen erstmals vergeben: Der Nigerianer Anthony Ayodele Obayomi erhielt den Taurus-Preis für Bildende Kunst für sein laufendes Projekt; er wird seine fertige Arbeit vom 4. Juli bis zum 29. August im Photoforum Pasquart in Biel ausstellen und anschliessend bei Lagos Photo in Nigeria. Mit seiner Installation hinterfragt der Künstler die Kommerzialisierung von Hoffnung im Alltag der oft mittellosen Nigerianerinnen und Nigerianer.

Bieler Sohn von Flüchtlingen

Der erste Preisträger der «Enquête photographique Berner Jura» heisst Pierre-Kastriot Jashari; das Werk des in Biel lebenden und geborenen Künstlers wird vom 25. bis 26. September im Rahmen der Nocturne Biennale der Fotografie No'Photo in Genf zu sehen sein. Die Sammlung von Portraits und Landschaften beschäftigt sich mit dem Alltag der multikulturellen Jugend im Berner Jura, es sind Portraits und Landschaften, die auf subtile Weise mit Licht und Schatten spielen. Sie hinterfragen das Zugehörigkeitsgefühl eines Individuums auf der Ebene seines Umfelds, Pierre-Kastriot Jashari will sichtbar machen, was in unserer Gesellschaft nur hinter vorgehaltener Hand gesagt, versteckt oder sogar unzugänglich gemacht wird.

Der 24-jährige albanische Künstler wurde 1994 in Biel geboren als Sohn seiner 1990 aus dem Kosovo geflüchteten Eltern. 2016 startete er die Fotoserie «Bonu Burrë!» mit Portraits aus der schwulen Community im Kosovo.

2019 waren es 6500

Die nächste Ausgabe der Bieler Fototage ist für Mai 2022 geplant. Im vergangenen Jahr wurde das Festival wegen der Covid 19-Pandemie abgesagt. 2019 hatte es rund 6500 Besucherinnen und Besucher. sda/gau

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