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Bern

Künstlerischer Wahrnehmungsforscher

Markus Raetz (*1941) ist einer der renommiertesten Schweizer Künstler der Gegenwart und eine zentrale Figur der Generation von „künstlerischen Wahrnehmungsforschern“.

(mt) Das Kunstmuseum Bern zeigt einen Überblick über das druckgraphische Werk in Kombination mit einigen Skulpturen, die es ermöglichen, Raetz‘ humorvolle Beschäftigung mit Prozessen der Wahrnehmung auch räumlich zu erfahren. Anlässlich der Ausstellung erscheint der lange vergriffene Oeuvrekatalog der Druckgraphik in überarbeiteter und aktualisierter Form. Der Katalog und die Ausstellung werden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler realisiert.
 
Spielerisch erforscht Markus Raetz in seinem Werk das Erfahren von Wirklichkeit. Das Interesse an Prozessen der menschlichen Wahrnehmung zieht sich durch das ganze Werk. Raetz macht uns bewusst, dass sich die Wirklichkeit je nach Standpunkt anders darstellt und die Wahrnehmung bisweilen trügerisch sein kann. Die vielfältigen technischen Möglichkeiten und die Verwendung unterschiedlichster Materialien inspirieren Raetz ebenfalls immer wieder zu neuen Werken.
 
International renommierter Gegenwartskünstler 1941 in Bern geboren, wächst Markus Raetz in Büren an der Aare auf. Von 1957 bis 1961 besucht er das Lehrerseminar in Hofwil und Bern, assistiert dem Tessiner Künstler Peter Travaglini und fertigt erste künstlerische Arbeiten. Anschliessend ist er bis 1963 als Lehrer tägig, fortan als freischaffender Künstler. 1969 ist er in der Ausstellung When Attitudes Become Form von Harald Szeemann in der Kunsthalle Bern vertreten.
 
1968 und 1972 wird Raetz zur Teilnahme an die Documenta in Kassel eingeladen. Er lebt in Amsterdam (1969-1973) und Carona (1973-1976) und unternimmt längere Reisen u.a. nach Italien, Spanien, Marokko. 1977 lässt er sich in Bern nieder. 1981 bis 1982 lebt er zwischenzeitlich in Berlin im Rahmen des „Berliner Künstler-programms“ DAAD. Raetz wird mit zahlreichen Preisen geehrt und ist regelmässig in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Er gehört zu den international renommiertesten Schweizer Gegenwartskünstlern.
 
Thematisch geordneter Überblick über das druckgraphische Werk Das Kunstmuseum Bern ist im Besitz des gesamten druckgraphischen Werks und zahlreicher Skulpturen von Markus Raetz. Auf diesen umfangreichen Beständen basiert die Ausstellung; die Werke, die gezeigt werden stammen mehrheitlich aus dem Besitz des Künstlers. Die Präsentation bietet einen breiten Überblick über das druckgraphische Schaffen und schliesst an die Ausstellung von 1991 Markus Raetz: Die Druckgraphik 1958 – 1991 an. Mit über 350 Werken nimmt die Gattung der Druckgraphik in Markus Raetz’ Schaffen einen wichtigen Platz ein.
 
Die Ergänzung mit ausgewählten Skulpturen macht deutlich, wie stark sich diese beiden unterschiedlichen Medien gegenseitig beeinflussen. Die Werke sind in der Ausstellung nach Themen gegliedert: Aspekte wie „Sehen und Wahrnehmen“, „Landschaft“, „Physiognomie“, „Zitate, Referenzen und Hommagen“, „Schrift / Wörter“, „Zwei- und Dreidimensionalität“, aber auch druckgraphischen Techniken wie die Heliogravur oder der Kupferstich werden speziell in den Fokus genommen. Die Ausstellung und der Oeuvrekatalog der Druckgraphik, der lange Zeit vergriffen war und der in überabeiteter Form nun neu erscheint, sind in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler realisiert worden.
Stichwörter: Bern, Museum, Austellung

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