Sie sind hier

Food-Waste

Kampfansage an die Verschwendung

Food-Waste Rund ein Drittel aller Lebensmittel in der Schweiz wird nicht konsumiert. Viele dieser Produkte wären geniessbar. Immer mehr Leute nehmen sich auch in Bern dem Thema Food-Waste an und versuchen, Esswaren möglichst effektiv zu verwerten.

Etliche Früchte und Gemüse, die in der Schweiz weggeworfen werden, wären eigentlich noch geniessbar. Bild: Fotolia

Von Sandra Rutschi  Diese Ergebnisse einer ETH-Stu- die geben zu denken: Rund 2 Mil- lionen Tonnen Nahrungsmittel werden jährlich in der Schweiz weggeworfen. Das entspricht einem Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel oder der Ladung von rund 140 000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich bis Mad- rid ergeben würden. Die Produkte gehen auf dem Weg vom Acker des Produzenten bis zum Teller des Konsumenten verloren. Sei es, weil sie wegen ihrer ungewöhnli- chen Form unverkaufbar sind und auf dem Feld liegen bleiben. Oder weil sie in den Läden nicht mehr verkauft werden, weil das Datum abgelaufen ist. Oder weil die Kon- sumenten zu viele Produkte einkaufen, die dann verderben.

Bern hinkt Zürich hinterher Food-Waste – zu Deutsch Le- bensmittelverschwendung – ist etwa in Deutschland schon länger ein Thema als in der Schweiz. Doch auch hierzulande wächst das Bewusstsein für weggeworfe- ne Lebensmittel. In Bern wurden in den letzten Monaten Projekte wie die «Filmküche» oder das «Trüffelschwein» lanciert, bei welchen Essen, das sonst im Ab- fall landen würde, verwertet wird. Und das Restaurant Du Nord zeigt sich innovativ im Ver- werten von Nahrungsmitteln.

Einen Überblick über die Food-Waste-Projekte in der Schweiz hat die Informations- und Dialogplattform Food- waste.ch mit Sitz in Bern. Ge- schäftsführer Markus Hurschler weiss, dass in Bern weitere Pro- jekte in Planung sind. Allerdings hinke Bern Zürich hinterher. So gibt es in Zürich nebst vielen kleineren Projekten zum Beispiel die Ässbar, in der Backwaren unterschiedlicher Bäckereien vom Vortag verkauft werden.

Die Anbieter handeln Foodwaste.ch wurde 2012 gegründet. Das Interesse am The- ma ist laut Hurschler seit Anbe- ginn gross. «Jetzt folgen langsam Taten», freut er sich. Im Verein United Against Waste mit Sitz in Bern etwa haben sich Anbieter der Food-Service-Branche zusammengeschlossen, um FoodWaste zu verhindern. Es fanden sogenannte Stakeholderdialoge mit wichtigen Akteuren der Nah- rungsmittelkette von der land- wirtschaftlichen Produktion bis zum Detailhandel und zur Gas- tronomie sowie zu Organisatio- nen der Zivilgesellschaft statt. Dabei wurde diskutiert, wie Nah- rungsmittelabfälle verhindert werden können.

Solche übergreifenden Projekte findet Hurschler sehr sinnvoll, denn: «Oft liegt der Grund für den Verlust eines Lebensmittels nicht dort, wo dieser Verlust entsteht.» Sollen Verluste in der Landwirt- schaft reduziert werden, müsse etwa eng mit den grossen Abneh- mern zusammengearbeitet wer- den. Wichtig sei auch, dass die Konsumenten Lebensmittel wie- der mehr wertschätzten. «Jedes Projekt, das dazu beiträgt, ist gut.»

Nachrichten zu Kanton Bern »