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«The Last Guardian»: Eine unvergessliche Reise

Das lange, lange Warten ist endlich vorbei und hat sich gelohnt. «The Last Guardian» ist ein kleines Meisterwerk geworden, das aber auch viel Toleranz abverlangt.

«The Last Guardian»: Eine unvergessliche Reise, Bild: zvg
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Simon Dick

Ein kleiner Junge mit mystischen Tattoos erwacht vor einem riesigen Ungeheuer. Anfangs ist dieses Wesen alles andere als freundlich. Die Mischung aus Hund, Katze und Vogel ist richtig aggressiv. Doch die beiden entwickeln bald eine einzigartige Freundschaft. Denn nur gemeinsam können sie sich den Weg aus einem Verlies und aus einer verwinkelten Welt bahnen.

Man glaubt es kaum
«The Last Guardian» wurde schon vor vielen Jahren angekündigt und immer wieder verschoben. 2007 begann die Entwicklung. Lange gab es gar kein Lebenszeichen mehr vom Vorzeigeprojekt des japanischen Entwicklers Fumito Ueda, der bereits mit «Ico» und «Shadow of the Colossus» seine Spuren in der Videospiellandschaft hinterlassen hatte. Nun ist es endlich da und man mag es irgendwie kaum glauben.

Minimalistische Strukturen
«The Last Guardian» ist keine Videospiel-Massenware. Die Erzählstruktur als auch das Spieldesign sind minimalistisch. Nur das Nötigste wird gezeigt und darf ausgeführt werden. Die rätselhafte Atmosphäre, die viele Fragen in den Raum wirft, steht im Fokus. Eine riesige Kreatur und ein kleiner Junge faszinieren. Wo kommen sie her und wie wird ihre Geschichte enden? Solche Fragen machen neugierig, so dass man seine Finger kaum mehr vom Controller lassen kann.

Es braucht starke Nerven
Doch dieses unkonventionelle Abenteuer wird auch vielen Spielern ganz viele Nerven rauben. Die Steuerung ist teilweise fummelig und die Kamera ist so bockig, dass man schreien möchte. So kann man sich oft nicht gut genug orientieren. Vor allem wenn der kleine Junge auf den Rücken des Wesens steigt, verliert man den Überblick total.

Geduld ist gefragt
Auch das Mischwesen braucht viel Geduld. Wie ein kleiner Welpe zottelt es hinter einem her. Es reagiert auf Zurufe, doch manchmal agiert es ganz eigensinnig und stur. Hier muss man ganz viel Geduld aufbringen. Denn die vielen Rätsel, die man lösen muss, um im Spiel weiterzukommen, benötigen die Fähigkeiten des Hundevogels. Und der lässt oft einfach auf sich warten und will nicht das tun, was der Spieler möchte.

Stille Momente
Wer sich an Frustmomenten nicht stört und das eigenwillige Wesen so akzeptiert, wird ein kleines Meisterwerk erleben. Das Spiel lebt von vielen wundervollen, stillen Momenten, in denen man der Kreatur einfach nur völlig fasziniert zusieht und einfach mal innehält. Diese mystische, leere Welt wurde so wunderschön designt, dass man sich öfters dabei ertappt, wie man einfach nur stehen bleibt und die Natur geniesst.

Unvergessliche, intensive Stunden
Fazit: «The Last Guardian» wird nicht allen gefallen. Die bockige Kamera, die oft eine gute Übersicht vermissen lässt und das teilweise noch viel bockigere Wesen, brauchen ganz viele Nerven und Toleranz. Wer darüber aber hinwegsieht und in erster Linie ein Videospiel erleben möchte, das mit einfachen Stilmitteln und geheimnisvoller Geschichte eine unvergleichliche Atmosphäre schafft, der wird hier intensive Stunden erleben, die er oder sie so schnell nie mehr vergessen wird.

«The Last Guardian» ist erhältlich für Playstation 4 und freigegeben ab 12 Jahren.

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