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Testbericht

Warum das neue iPhone ein Stück Freiheit zurückgibt

Das iPhone 11 ist keine Revolution auf dem Smartphone-Markt. Dennoch muss unser Digitalredaktor nach der Testphase zugeben, dass Apple immer noch überraschen kann.

Das iPhone 11 Pro: Kamera und Akku überzeugen, Bild: zvg

Simon Dick

In einer meiner letzten Ratgeber-Kolumne bin ich gefragt worden, wo denn der iPhone-Test bleibt. Als Digitalredaktor müsse man doch Apples neustes Smartphone unter die Lupe nehmen, hiess es. Nachdem ich erklärt habe, warum ich einen iPhone-Test nicht gemacht habe, gab es positive und negative Reaktionen. Während einige Leserinnen und Leser mir zustimmten, dass sich alle Testberichte gleich lesen und man getrost darauf verzichten darf, fanden es andere sehr schade, dass es keine Einordnung gab. Also gab ich mir einen Ruck und schaute mir das neuste iPhone einmal genauer an. Apple war so freundlich und stellte mir ein iPhone 11 Pro als Testobjekt zur Verfügung.

Drei Modelle zur Auswahl
Vom jüngsten Apple-Kind gibt es drei Versionen. Nebst der Standard-Version, die am „günstigsten“ ist, gibt es noch das iPhone 11 Pro, das ein Drei-Kamera-System besitzt und ein Teleobjektiv integriert hat. Das iPhone 11 Pro Max hat dasselbe Innenleben wie das iPhone 11 Pro, ist aber noch etwas grösser und leistungsfähiger geworden. Da ich besonders auf die Foto-Ergebnisse sprich die Funktionen der 12-Megapixel-Kamera gespannt war, musste ein iPhone 11 Pro als Testobjekt her.

Überraschenderweise ist die Pro-Version kleiner als die herkömmliche iPhone 11-Variante, die mir wiederum schon zu gross wäre, um sie bequem in der Hosentasche zu verstauen. Die Pro-Version ist also kleiner, kostet aber mehr als die Standardversion. Dafür gibt es zwar eine massiv bessere Kameratechnik, aber etwas verwirrend ist die unterschiedliche Grösse trotzdem.

Vom jüngsten Apple-Kind gibt es drei Versionen, Bild: zvg

Scharf oder noch schärfer
Weitere Unterschiede sind: Die Pro-Version besitzt einen OLED-Display, während die Standard-Version "nur" einen LCD-Display besitzt. Auch wenn ein OLED-Bildschirm durch einen höheren Kontrast und bessere Bildtiefe etwas schönere Inhalte anzeigen kann, ist der Unterschied im Alltag dann doch zu wenig erkennbar. Oder anders formuliert: Eigentlich ist es egal, was für ein Display man besitzt, ausser man ist ein Technik-Fan, der sowieso immer nur das Allerbeste in den Händen halten möchte. Das Material ist ebenfalls unterschiedlich: Die Pro-Version kommt mit Edelstahl daher, während die normale Verison "nur" aus Aluminium besteht. Auch hier gilt wieder: Im Alltag spielt das für den Durchschnitts-User keine grosse Rolle.

Warum dann doch zur Pro-Version greifen? Ich bin kein Profi-Fotograf und kenne mich mit der Technik nicht gut aus. Als Laie kann ich aber zugeben, dass ich ein solch gutes und vor allem einfaches Kamera-System noch nie testen durfte. Ich möchte hier aber nicht mit technischen Schnickschnack-Begriffen um mich werfen und jedes Detail auflisten. Es ist einfach erstaunlich wie man mit etwas Fingerspitzen-Übung wunderschöne und vor allem effektvolle Bilder damit machen kann, egal ob bei Tag oder bei Nacht. Wem qualitativ hochwertige Bilder wichtig sind und nicht nur Schnappschüsse sammeln mag, der darf getrost etwas mehr Geld ausgeben und zur Pro-Variante greifen. Wenn man damit die ersten Bilder gemacht hat, wird man es definitiv nicht bereuen.

Das Drei-Kamera-System inklusive Teleobjektiv sorgt für schöne Bilder, Bild: zvg

Endlich wieder genug Energie
Das was mich aber am meisten überzeugt hat, ist der Akku. Bis jetzt war ich es gewohnt, dass ich mein Smartphone, das ich im Alltag und in der Freizeit sehr oft benutze, mindestens einmal pro Tag aufladen muss. Mit dem iPhone 11 Pro muss ich jedoch höchstens alle zwei Tage an die Steckdose. Mehr noch: Ich vertraue der Hardware endlich wieder und muss nicht immer nachsehen, ob ich noch genügend Akku besitze. Ich kann das Smartphone jetzt getrost intensiv nutzen und weiss, dass ich nach einer langen Zugfahrt immer noch über genügend Akku verfüge. Selbst wenn die Anzeige in den roten Bereich fällt, weiss ich, dass mein Smartphone noch genug Energie besitzt. Dieses neu entdeckte Freiheitsgefühl ist sehr angenehm.

Kamera und Akku überzeugen
Fazit: Nein, eine technische Revolution ist das neue iPhone 11 nicht geworden. Das technische Innenleben unterscheidet sich nicht gross von der Konkurrenz. Dafür muss man zugeben, dass die verbaute Kamera in der Pro-Version ein Genuss für Fotografinnen und Fotografen ist. Es ist schlicht die beste Kamera, die Apple bis jetzt einem Smartphone verpasst hat. War die Fotoqualität zu Beginn der iPhone-Ära wegweisend, hat die Konkurrenz in Sachen Technik schon lange auf- und Apple sogar teilweise überholt. Mit dem Drei-Kamera-System inklusive Teleobjektiv bei der Pro-Version spielt Apple jetzt aber wieder ganz vorne mit. Ein zusätzlicher grosser Pluspunkt ist die Akkuleistung. Endlich kann ich mich wieder auf ein Smartphone verlassen und muss nicht Angst haben, dass der Saft in unpassenden Momenten ausgeht. 

Info: Das iPhone 11 ist ab 800 Franken, das iPhone 11 Pro ab 1100 und das iPhone 11 Pro Max ab 1200 Franken erhältlich. Je nachdem welches Gigabyte -Speicherplatz-Modell man auswählt, erhöht sich der Preis um einige 100 Franken.
 

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