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Gametipp

Kuriose Rückkehr eines kuriosen Antihelden

«Travis Strikes Again: No More Heroes» ist das dritte Abenteuer mit dem eigenwilligen Spielcharakter Travis Touchdown. Wie gewohnt werden seltsame und äusserst amüsante Inhalte serviert. Doch der Actiontrip braucht auch sehr viele Nerven.

Travis Touchdown ist wieder da, Bild: zvg
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Simon Dick

Um was es genau im neusten Ableger der bekannten Spielserie geht, ist zunächst nicht genau klar. Irgendwie wird Travis in eine Spielkonsole hinein gesogen und muss dort irgendwie durch verschiedene Videospiele wandern. In der «Death Drive Mk II», so der Name der Konsole, warten mehr als sechs eigene Spielwelten auf ihn. Dabei werden nicht nur wie gewohnt mit einem Lichtschwert reihenweise Gegner auseinandergenommen, sondern auch kleine Geschicklichkeitsspiele und sogar ein Rennspiel sorgen für Abwechslung. Langweilig wird es in diesem Meta-Videospiel also nicht.

Auf der Toilette abspeichern
Die Kamera filmt stets von schräg oben, so dass man das hektische Treiben gut im Überblick behält. Denn hektisch wird es sehr oft, wenn viele Gegner dem Antihelden ans Leder wollen und in Scharen die Konfrontation suchen. Travis setzt sich dabei mit seinem geliebten Lichtschwert zur Wehr und hat natürlich auch ein paar Spezialangriffe auf Lager. Nebenbei werden Münzen eingesammelt, neue Fähigkeiten erlernt und die Toilette aufgesucht, um seinen Spielstand zu speichern. Hört sich kurios an und ist es auch.

Viele Seitenhiebe
«Travis Strikes Again» ist ein simples Haudrauf-Spiel mit viel Action, das spierlisch keine Neuheit bietet. Inhaltlich hebt sich dieser Titel aber erfreulich von der Konkurrenz ab. Die Meta-Ebene ist eine willkommene Abwechslung und bietet viele Seitenhiebe zur populären Videospielkultur. Die Charaktere nehmen sich selber nie ernst, die vierte Wand wird regelmässig durchbrochen und der frische, aber auch oft derbe Humor verleiht zum Schmunzeln. So passt denn auch der Retro-Soundtrack als auch die teilweise pixelige Optik bestens zu diesem Videospiel, das sich selber auf den Arm nimmt und in alte Spielwelten entführt.

Viele Frustmomente
Das Spiel hat jedoch einen grossen Schwachpunkt, der zu vielen Frustmomenten führt: Das Lichtschwert verbraucht schnell und viel Energie, so dass man mitten in einem Kampf die Stichwaffe aufladen muss. Das geht dann nicht bequem per Knopfdruck, sondern benötigt mehrere Finger gleichzeitig. So kommt es immer wieder vor, dass man mitten in einem Kampf den Gegnern wehrlos gegenübersteht und sich in Sicherheit begeben muss, um die Waffe aufzuladen. Da das Aufladen Geduld und Fingerspitzengefühl benötigt und die Gegner immer näher kommen, wird das ganze zur stressigen, frustrierenden Angelegenheit und kostet Spielspass.

Stumpf aber unterhaltsam
Fazit: Wer die «No More Heroes»-Reihe kennt, weiss welche kuriosen Inhalte auf ihn oder sie warten und dürfte sich schnell heimisch fühlen. Die ständigen Anspielungen auf die Videospielkultur sind unterhaltsam und sorgen für diverse Lacher. Das Spielprinzip ist stumpf, bietet aber geradlinige, intensive Action, der man sich durchaus hingeben kann, wenn man seine Ansprüche nicht zu hoch stapelt. Und mit dem Zweispielermodus kommt übrigens besonders gute Stimmung vor dem Bildschirm auf. Das ständige Aufladen der Waffe sorgt jedoch für viele Frustmomente, so dass man das Spiel schnell mal links liegen lässt. Hat man sich dann wieder beruhigt, freut man sich aber auf eine neue Runde.

«Travis Strikes Again: No More Heroes» ist erhältlich für Nintendo Switch und freigegeben ab 16 Jahren.


 

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