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Ratgeber

Hilfe, Dr. Digital! Muss ich Angst vor neuer Strahlung haben?

Unser Dr. Digital erklärt, wie gefährlich das neue 5G-Netz wird.

Symbolbild: Keystone
  • Dossier

Das 5G-Internet kommt, damit wir noch schneller im Internet surfen können. Doch mir macht das auch Angst. Ein besseres Netzwerk bedeutet doch auch eine intensivere Strahlung und damit gesundheitliche Folgeschäden?        

Herr Zumstein aus Grenchen

Lieber Herr Zumstein, ja, das 5G-Netz kommt und ja, damit werden wir uns viel schneller im Internet bewegen und Datenpakete sehr schnell herunterladen können. Diese Technologie ist notwendig. Es gibt immer mehr Endgeräte, die mit dem Internet verbunden werden wollen. Die Online-Kommunikation nimmt immer noch zu. Deshalb brauchen wir diese neue Technologie. Vor allem, um dafür zu sorgen, dass der Wirtschaftsstandort Schweiz attraktiv bleibt.

Das Problem ist jedoch, dass die bestehende Infrastruktur im Mobilfunksektor bei uns dafür noch nicht genügend ausgebaut ist. Um dieses Problem zu lösen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man baut tausend neue Antennen, die mit dem 5G-Standard bestens funktionieren oder aber man erhöht die Strahlung der bereits bestehenden. Konkret wird von einer Kommission verlangt, dass der Bundesrat die Strahlenschutzvorschriften lockert. Die Antennen sollen stärker strahlen dürfen, damit man für das neue Netz bereit ist. Dagegen formiert sich Widerstand.

Bis heute wurde wissenschaftlich nicht einheitlich geklärt, welche gesundheitlichen Auswirkungen die Mobilfunkstrahlung, egal wie hoch sie ist, hat. Der gesunde Menschenverstand schreit natürlich und findet, dass eine erhöhte Strahlung oder eine allgemeine Strahlung einfach nicht gesund sein kann.

Da eine neue Infrastruktur, also der Bau von neuen Antennen, eine sehr kostspielige Sache wird, ist es also theoretisch viel günstiger, wenn man es gesetzlich verankert, dass die Antennen eine höhere Strahlung vorweisen dürfen, um so zu sorgen, dass das kommende 5G-Netz in der Schweiz reibungslos funktioniert.

So oder so wird es zu einer erhöhten Strahlung kommen, auch wenn diese minim sein wird. Trotz massiver Kritik denke ich, dass eine Erhöhung der Grenzwerte unumgänglich sein wird. Aber: Nach einer solchen Anpassung, einer Erhöhung der Grenzwerte würde man hier in der Schweiz immer noch unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation liegen, die noch (theoretisch) unbedenklich für uns Menschen sind.

Simon Dick beantwortet als Digital-Experte Leserfragen zu Computer, Netzwelt, Soziale Medien und Games.
Haben Sie eine Frage? Schreiben Sie an sdick@bielertagblatt.ch

 

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