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„Krawattenzwang“

Zuspruch und die Härte der Kritiker

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Zuspruch und die Härte der Kritiker.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Vor einer Woche habe ich mich mit der offenen Kommunikation des deutlich teureren BT-Abonnements in den Wind gestellt. Es war mir bewusst, dass diese schwierige Botschaft einige Reaktionen auslösen wird. Es haben viele Leserinnen und Leser reagiert. Und mich im Zusammenhang mit der meiner Überzeugung entsprechenden Zusage, persönlich auf jede Rückmeldung zu reagieren, etwas unter Druck gebracht. Ich habe dennoch jedes Feedback mit Interesse gelesen und bis heute in der Tat alle Zuschriften beantwortet.

Das Feedback kann ganz grob in Gut und Böse eingeteilt werden. Zu den Guten gehört zum einen das persönliche Umfeld, das einem immer – und vor allem in schwierigen Situationen – den Rücken stärkt. Ich wünsche Ihnen auch so eine starke Basis. Zu den Guten gehören aber auch all jene, die mit Verständnis reagieren, uns aber doch den einen oder andern Rat für die Zukunft des BT auf den Weg mitgeben. Oder ganz generell den Warnfinger heben. Diese Stimmen höre ich wohl und nehme jeden Tipp ernst. Die Region ist mir zu wichtig, um das Schicksal der Regionalzeitung einsam „in die Wüste“ zu führen.

Spannend ist die Auseinandersetzung mit den „Bösen“, den Ablehnenden, den Kritikern oder manchmal auch mit den Wutbürgern, die mit Vielem unzufrieden sind und ihren Ärger offen äussern. Kritik ist richtig, Kritik ist gut – oft ist es aber eine Frage der Tonalität. Ich lade alle ein, hart und konsequent, aber dennoch mit dem nötigen Respekt und Anstand zu reagieren. Dann kann und will ich auch auf die Argumente der Gegenseite eintreten. Bei der Beurteilung dieser Argumente fällt auf, dass Viele mit anderen Zeitungen/Verlagen vergleichen. Dazu sage ich: Grösse und Abhängigkeit/Unabhängigkeit sind zwei Argumente, die starken Einfluss auf das Finanzierungsmodell haben. Unser Verlag geht den Weg der Unabhängigkeit weiter. Das hat seinen Preis. Aber wer, wenn nicht das BT? Eine wohl berechtigte Frage. Auch die mit der Kritik im Allgemeinen geäusserten Eigeninteressen betreffend Inhalte sind legitim – aber kaum alle erfüllbar. Die Anregungen und Forderungen stehen sich teilweise diametral gegenüber. Wir bleiben dran – ich stelle mich weiterhin.

Ihre Meinung dazu? Merci für Feedbacks.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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