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Port

Zivilschutz im Wandel der Zeit

Am Samstag feierte der Zivilschutz «Nidau plus» sein zehnjähriges Jubiläum. Rund 300 Besucher konnten einen Einblick in die Anlage in Port erhalten und hautnah miterleben, wie es in einem Ernstfall ablaufen würde.

Am Samstag öffnete die Zivilschutzanlage in Port ihre Türen für die interessierte Bevölkerung. Bild: Matthias Käser

Domenique Fetz

Seit den 1960er-Jahren, als der Zivilschutz ins Leben gerufen wurde, hat sich so einiges verändert. War es damals noch die Angst vor einem erneuten Atomkrieg, steht heute nach der Aufhebung der Schutzraumpflicht klar der Katastrophenschutz im Vordergrund. Manch einer mag sich vielleicht noch an die blaue Uniform mit gelbem Helm erinnern. Heutzutage sind die Schützer der Bevölkerung in orange für uns da.

Doch in der Zivilschutzanlage in Port hat sich noch viel mehr getan. Denn dort steht nun seit zehn Jahren der Kommandoposten des Gemeindeverbandes «Nidau pPlus», zu dem die elf Gemeinden Aegerten, Bellmund, Brügg, Ipsach, Nidau, Orpund, Port, Safnern, Schwadernau und Studen gehören.

 

Auf Augenhöhe mit Polizei

Unter der Leitung des Kommandanten Marcel Roost wurde unter anderem nicht nur das Material zielorientiert aufgestockt, sondern auch das ganze Krisenmanagement modernisiert. «Unser Highlight ist ganz klar, dass wir uns nun auf Augenhöhe mit unseren Partnern wie der Polizei und der Feuerwehr befinden», so Roost. Dazu hat der Zivilschutz «Nidau plus» als erste Zivilschutzorganisation der Schweiz einen Telematik-Raum auf die Beine gestellt. Dieser dient quasi als Augen und Ohren der Organisation und gewährleistet die Netzabdeckung mit den Partnern.

Seit etwa einem Jahr steht nun auch ein modernisiertes Lagerzentrum zur Verfügung. Als Hirn der Zentrale wird hier mit neustem Standard wie Touchscreen auf Plänen die Situation erfasst und die Aufbereitung koordiniert. In Zeiten der Digitalisierung vor allem nützlich, um den grossen Nachrichten- und Kommunikationsfluss zu verarbeiten und nachzuvollziehen. Bereits 2013, als der Sturm über das eidgenössische Turnfest fegte und 208 Zivilschützer im Einsatz standen, wäre Marcel Roost über diese Technik froh gewesen.

 

Bevölkerung ist nicht allein

Die wichtigste Aufgabe des Zivilschutzes ist es, im Ernstfall die Betreuung der Bevölkerung sicherzustellen. Dazu gehört nicht nur die Verpflegung der eigenen Leute vor Ort, sondern auch die betroffenen Menschen, die vielleicht durch Überschwemmung oder Brand ihr Zuhause verloren haben, aufzunehmen, zu betreuen und unterzubringen. Dazu stehen in der Zivilschutzanlage Port 90 Schlafplätze bereit.

Weitere Anlagen im Gemeindeverband wie eine in Brügg, bietet 200 Plätze.

Wichtig ist in einem ersten Schritt die Sammelstelle, wo die Daten der Personen aufgenommen werden, um später den Überblick zu behalten. So wurden auch die 300 Besucher letzten Samstag vor ihrem Rundgang registriert und danach verpflegt. Falls die Besucher in Ernstfall hätten übernachten müssen, stünde zudem genügend Essen, Duschmittel, Windeln und Socken im Vorrat zur Verfügung.

 

Wichtige Aufgaben

Zu den weiteren Aufgaben des Zivilschutzes zählen unter anderem auch die Verkehrsregelung, die Aufräumarbeiten, die Logistik, die Anschaffung schwerer Geräte und das Krisenmanagement. Innert 48 Stunden kann der Zivilschutz «Nidau plus» dazu zwei Drittel ihrer rund 240 aktiven Zivilschützer bereitstellen. Kurz nach der Gründung konnte sich die Organisation im Hochwasser 2007 als einer der modernsten Instanzen des Kantons beweisen.

Stichwörter: Zivilschutz, Port, Nidau plus

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