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«Wir brauchen dynamische, flexible Lehrprogramme»

Reto Frei hilft mit, die BFH-Lehrprogramme auf die zukünftigen Bedürfnisse abzustimmen. Der Leiter Fachbereich Holz zeigt auf, dass die künftige Zauberformel der BFH-Lehre mehr als einen Schuss Digitalisierung und eine Prise neuen Campus enthält.

Reto Frei, Leiter Fachbereich Holz, BFH
  • Dossier

Reto Frei, im Jahr 2022 beginnt für die BFH mit dem dann fertiggestellten, riesigen Campus am Bieler Bahnhof eine neue Ära. Wie wirkt sich die neue Umgebung auf das Bildungsangebot aus?
Reto Frei: Der BFH-Campus Biel/Bienne eröffnet uns neue Möglichkeiten hinsichtlich der Nutzung von Synergien und dem Bewirtschaften von Schnittstellen. Wir, der Fachbereich Holz, ziehen mit den Fachbereichen Architektur und Bau sowie dem Departement Technik und Informatik (BFH-TI) zusammen unter ein Dach. Hochinteressante Kompetenzen treffen aufeinander.


Wo liegen die Herausforderungen für den Fachbereich Holz?
Ein Teil des Lehrangebots und des Technologieparks mit Aktivitäten der Forschung und Entwicklung wird weiterhin am Standort an der Solothurnstrasse in Biel bestehen bleiben. Die Distanz zum Campus ist nicht weit. Die physische Trennung wird aber trotzdem eine Herausforderung für das Kompetenz- und Innovationszentrum Holz darstellen.


Inwiefern können die doch unterschiedlichen Bereiche Holz sowie Technik und Informatik voneinander profitieren?
Die BFH-TI ist bei verschiedenen Digitalisierungsthemen schon sehr weit fortgeschritten. Davon können wir profitieren. Für die BFH-TI ist ein Vorteil, dass wir über hohe Kompetenzen in der Chemie verfügen. Dieses Fachgebiet wurde bei ihnen vor Jahren aufgehoben.


Wie verläuft die Zusammenarbeit auf dem neuen Campus?
Wir, das Departement Architektur, Holz und Bau haben zusammen mit der BFH-TI in den Bereichen Forschung und Lehre zwei Teilprojekte am Laufen. Im Teilprojekt Lehre analysieren Arbeitsgruppen mögliche Synergien. Unter anderem im Bereich der Modularisierungen, des Bilingualismus und der Didaktik. Dazu gilt es unter anderem auch die Stundenpläne in den gleichen Rhythmus zu bringen.


Stichwort Digitalisierung, wie ist diese bereits jetzt im Lehrangebot sichtbar?
Zum Beispiel beim Building Information Modeling BIM, einem zentralen digitalen Plan für alle an einem Bauwerk beteiligten Parteien. Das Wissen und neue Erkenntnisse rund um BIM bauen wir stetig in unsere Lehrprogramme ein.


Wissen veraltet schneller. Wie gehen Sie damit um?
Genau. Eine grosse Herausforderung stellen für uns die immer kürzer werdenden Technologiezyklen dar und damit die Gestaltung der Studiengänge. Unser Dozentenpool bildet sich ständig weiter. Doch mit der Digitalisierung verändert sich alles enorm schnell. Um uns diesen Herausforderungen stellen zu können, brauchen wir bis zu einem gewissen Punkt dynamische, flexible Lehrprogramme.


Könnten Studierende auch während des Studiums von neuen Erkenntnissen profitieren?
Wir decken dieses Bedürfnis zu einem gewissen Mass ab, indem wir die neusten Erkenntnisse aus der Forschung fortlaufend in die Lehre einfliessen lassen. Zudem bieten wir Weiterbildungsangebote für unsere Studienabgänger an, die die neuen Technologien beinhalten. Dazu sind wir über unsere Bildungsangebote Certificate of Advanced Studies offen für alle.


Wie fit ist die BFH für die Digitalisierung?
Unsere Abgänger finden alle Jobs, sie sind beruflich fit und bereit für die Wirtschaft. Das ist ein wichtiges Anliegen für uns. Damit das so bleibt, müssen wir die neuesten Entwicklungen ständig berücksichtigen und effizient in unsere Lehrangebote einbauen.


Wie entwickeln Sie nun das neue Lehrprogramm?
Wir befinden uns im Prozess, unsere Abgängerkompetenzen neu zu definieren. Im Fachbereich Holz bilden wir Holztechniker über die höhere Fachschule HF sowie Bachelor- und Masterstudenten aus. Wie müssen diese drei Abgängerprofile in fünf oder zehn Jahren aussehen, wie können wir sie schärfen, was braucht die Holzwirtschaft? 


Was will der Markt, respektive wie erkennen Sie, was er will?
Wir werden von einem Beirat begleitet. Dieser besteht aus wichtigen Branchenverbänden wie Holzbau Schweiz oder dem Schreinermeisterverband VSSM. Dazu pflegen wir laufend direkte Kontakte mit Schlüsselfiguren aus der Industrie. Wir laden sie zum Beispiel zu Workshops ein und arbeiten dort gemeinsam an den Kompetenzprofilen. Zurzeit laufen intensive Gespräche mit allen Beteiligten in Bezug auf die Berufsprofile der Zukunft. Interview: Marc Schiess

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