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„Krawattenzwang“

Weihnachtsgans – kenne ich nicht, brauche ich nicht

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Weihnachtsgans – kenne ich nicht, brauche ich nicht.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Das stresst mich nicht. Im Gegenteil. Ich freue mich darauf – einige Tage Ruhe im Familienkreis. Den oft erwähnten Weihnachtsstress ertrage ich mit der nötigen Gelassenheit. Den In-letzter-Minute-Geschenkekauf kenne ich zwar auch, akzeptiere ihn aber ohne Selbstkritik. Denn niemand als ich selber könnte ihn umgehen. Ja wirklich, man ist selber schuld, wenn man sich nicht früher auf die Socken macht. Weihnachten findet jährlich am gleichen Datum statt. Eine Überraschung ist es also kaum. Und sowieso: Es sind die kleinen Überraschungen, die am meisten Freude bereiten. Seien Sie kreativ, seien Sie spontan.

Nicht zu spassen lässt sich allerdings mit dem Weihnachtsmenue – könnte man meinen. Da wird unheimlich viel in die Werbung investiert, um uns zu empfehlen, was an Heiligabend und an Weihnachten getafelt werden soll. Nada. Auch das ist nicht wichtig. Entscheidend sind das Zusammensein, das Gespräch, die Geste – nicht das, was auf den Teller kommt.

Eine Weihnachtsgans muss es sein, so das Cliché. Ehrlich – das habe ich mit meinen Lieben noch nie zelebriert. Das Googeln danach zeigt unendlich viele Rezepte zur „korrekten“ Zubereitung. So richtig Appetit entsteht allerdings dabei nicht. Die Meisten – so die Statistiken – servieren sich ohnehin Fondue. Mit Käse oder mit Fleisch. Denn das, so die Begründung, lässt sich ohne gigantischen Aufwand zu einem festlichen Essen ausbauen. Aber auch hier: egal. Nicht wichtig ist, was wir geniessen. Sondern, dass wir geniessen. Dass wir uns bewusst sind, wie gut es uns geht. Dass wir dankbar sind, dass es uns gut geht. Und dass wir uns einsetzen, dass es nicht nur uns, sondern auch andern gut geht.

Besinnliche Festtage!

 

brentsch@bielertagblatt.ch
Twitter: @BernhardRentsch

 

 

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