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Biel

Vom Lokal-TV zu Glitter & Glamour

Sandro Sabatini geht zu «Glanz & Gloria» und gibt dafür seinen Job bei «Telebielingue» auf. Vor der Kamera wird der Berner nicht mehr zu sehen sein, dafür muss er jetzt packende Klatschgeschichten schreiben.

Der Krawattenknoten sitzt , doch im TV bekommt man ihn bald nicht mehr zu Gesicht: Sandro Sabatini wechselt hinter die Kamera. Bild: Anne-Camille Vaucher

von Carmen Stalder

Es geht hoch auf der Karriereleiter: Sandro Sabatini, bekannt als Moderator bei «Telebielingue», hat den Schritt vom regionalen Sender zum Nationalfernsehen geschafft. Ab Juni wird er für die Sendung Glanz & Gloria als Redaktor, Videojournalist und Kameramann tätig sein. «Ich habe den Job glücklicherweise bekommen, obwohl ich mich sehr spät beworben hatte», sagt Sabatini über seine Chance, beim Schweizer Fernsehen zu arbeiten.

Bisher stand der 35-Jährige als Moderator vor der Kamera, nun wird er nicht mehr im Bild zu sehen sein. «Die Arbeit hinter der Kamera reizt mich sehr, das kann sogar noch spannender sein, als davor zu stehen.» Er freue sich sehr auf die neue Herausforderung, auf das Arbeitsumfeld in Zürich und darauf, viel zu lernen. Die Beiträge von «Glanz & Gloria» hätten ein hohes textliches Niveau und an dieses wolle er selbst anknüpfen, sagt er.

 

Vom Mister zum Redaktor

«Auf meiner einjährigen Südamerikareise entwickelte ich den Traum, fürs Fernsehen zu arbeiten», sagt Sabatini. Die Teilnahme an Schönheitswettbewerben - 2009 wurde er zum Mister Bern gewählt, daraufhin nahm er an der Mister-Schweiz-Wahl teil - sei dann der Startschuss für seine Karriere gewesen. «Ich habe mich nie für den Titel interessiert, mein Plan war es, damit den Einstieg in die Medienbranche zu schaffen.» Dieser Plan scheint nun aufzugehen: Nach Tätigkeiten bei «Canal 3» und «Telebielingue» wird er nun Teil einer schweizweit bekannten Sendung.

Früher hat Sabatini die Sendung «Glanz & Gloria» kaum gekannt, nun sieht er sie sich täglich an. People-Themen hätten ihn bisher nicht sehr interessiert, sagt Sabatini. «Oft sind diese Themen oberflächlich und werden überbewertet. Doch in unserer Gesellschaft spielen sie eine grosse Rolle.» Für ihn sei die Zusammenarbeit mit verschiedenen und interessanten Menschen ausschlaggebend. «Ich bin gespannt auf die vielfältigen Kontakte und Einblicke in spannende Leben.»

 

Gewissenhafte Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf den neuen Job liest Sabatini nun vermehrt Klatschhefte und Illustrierte. «Ich werde lernen müssen, wie man einen spannenden Text über die Ferien von Prinz Harry schreibt», beschreibt er die Herausforderung, die ihn erwartet.

Es sei wichtig, Menschen nicht von vornherein zu schubladisieren. «Nicht jeder Promi ist toll, genauso wie es auch unter den ‹normalen› Bürgern spannende Persönlichkeiten gibt», sagt der gebürtige Berner. Ihm sei wichtig, diese Einstellung beizubehalten. Einerseits sich selbst treu bleiben, andererseits neue Fähigkeiten aneignen: Im Umgang mit der Kamera kennt sich Sabatini aus, mit dem Schreiben weniger: «Das Füttern des Online-Portals mit guten Geschichten wird eine neue Aufgabe für mich.» Nach über fünf Jahren beim Regionalfernsehen in Biel - Startschuss war im Dezember 2010 - moderiert Sandro Sabatini am 27. April seine letzte Sendung.

Trotzdem kehrt er Biel nicht ganz den Rücken: «Meine Wohnung ist in Bern, meine Arbeit in Zürich, aber einige meiner besten Freunde leben hier.» Biel werde für ihn immer wichtig bleiben, ein Ort, an den er auch in Zukunft zurückkommen wolle.

 

Der Traum vom Reisen

Ist er nun bei «Glanz & Gloria» am Ziel seiner Träume angekommen? Ja und nein. Er sei sehr dankbar für diese Chance und den nächsten Lebensabschnitt, der damit für ihn beginne. «Irgendeinmal möchte ich jedoch gerne an einem Dokumentarfilm mitarbeiten, am liebsten an einer Reisereportage, wie sie Sven Furrer über Australien gemacht hat», sagt Sabatini über seine weiteren Ziele. Reisen sei seine grosse Leidenschaft, «hier blühe ich auf». Mit seinen Sprachkenntnissen - Sabatini spricht Portugiesisch, Spanisch, Französisch und Englisch - bringt er gute Voraussetzungen mit, das Reisen in seine Tätigkeiten einfliessen zu lassen.

Doch solche Träume liegen noch in weiter Zukunft. Ab diesem Sommer gilt es, die Welt der Schönen und Reichen auszuleuchten. Und sich dabei als Fernsehmoderator vom Bieler Regionalfernsehen beim grossen Bruder in Zürich zu beweisen.

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