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Biel

Spitalzentrum Biel investiert in Telemedizin-Start-up

Vor sechs Monaten haben die e-Sprechstunden-Plattform «Soignez-moi.ch» und das Spitalzentrum Biel (SZB) eine Zusammenarbeit im Bereich der Telemedizin lanciert. Nun hat das SZB beschlossen zu investieren und eine Aktienbeteiligung an diesem Start-up zu erwerben.

Bild: bt/a

Die erste Etappe der Zusammenarbeit zwischen dem Spitalzentrum Biel (SZB) und «Soignez-moi.ch» für die Digitalisierung der medizinischen Grundversorgung war ein Erfolg. Mit Hilfe eines Triageprotokolls konnten hunderte Patientinnen und Patienten evaluiert und dann von Ärzten auf Distanz behandelt werden, wobei ihnen neben der medizinischen Expertise auch ein hoher Benutzerkomfort geboten wurde. «Soignez-moi.ch» leistete gleichzeitig einen Beitrag an die Eindämmung der Covid-19-Pandemie, indem es die Online-Betreuung von leichten Fällen ermöglichte, ohne dass sich Betroffene in ein Notfallzentrum begeben mussten. Dank den medizinischen Fragebögen und der kostenlosen medizinischen Orientierungshilfe konnten die Ärztinnen und Ärzte die Patienten hinsichtlich ihrer Symptome beruhigen und ihnen eine angemessene Behandlung empfehlen. Das SZB sieht sich durch diese positiven Erfahrungen bestätigt und hat nun beschlossen, eine Aktienbeteiligung an «Soignez-moi.ch» zu erwerben und die e-Sprechstunden-Plattform bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen.

Intensivierung der Zusammenarbeit und neue Dienstleistungen in den nächsten Monaten

Das SZB möchte das Patientenerlebnis durch eine engere, digitale Beziehung weiter verbes-sern. Nach dieser ersten Etappe werden die zusammen mit «Soignez-moi.ch» angebotenen Dienstleistungen in den nächsten Monaten ausgebaut. Neben der Aufnahme neuer Symptome wie etwa Verbrennungen, Sonnenbrand oder Sonnenstich können nun auch online Termine vereinbart werden, wenn ein Arztbesuch notwendig ist. Während der Herbstmonate wird die erweiterte Plattform getestet und gleichzeitig zu einem integralen Bestandteil des Walk-in-Angebots der Hausarztpraxis Localmed Biel am Bahnhof Biel. Dank seines Bilinguisme kann das SZB zudem zur Weiterentwicklung der Plattform in der Deutschschweiz beitragen.

Neue Fachrichtungen und Weiterbehandlung

Demnächst werden neue Leistungen wie beispielsweise Anästhesie-Sprechstunden angeboten, für die sich eine Online-Beratung gut eignet. Nach dem Ausfüllen eines medizinischen Frage-bogens wird dem Patienten vorgeschlagen, einen Online- oder Präsenztermin zu vereinbaren. Daraufhin kann der Anästhesist die Operation optimal vorbereiten, indem er den Patienten via Plattform kontaktiert (telefonisch oder per Videokonferenz). Eine solche e-Sprechstunde ist für ambulante Eingriffe meist besser geeignet und spart Zeit – sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für den Arzt.

Telemedizin eignet sich auch sehr gut für medizinische Nachbehandlungen. Um die Entwick-lung des Gesundheitszustands zu beurteilen und über allfällige weitere Behandlungsschritte zu befinden, ist es oft nicht nötig, dass sich ein Patient nochmals in die Arztpraxis begeben muss. Dank dem in der e-Sprechstunden-Plattform integrierten Follow-up-Prozess kann die Ärztin den Genesungsfortschritt des Patienten verfolgen und ihn bei Bedarf ebenfalls via Plattform kontak-tieren. Sie kann so auch regelmässige Kontrolltermine vereinbaren, um sich per Videokonferenz zu versichern, dass es dem Patienten gut geht, und ihn auf dem Laufenden zu halten. mt

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