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Sozialhilfequote

Sozialhilfequote in Nidau bleibt auch 2012 hoch

Mit 10,8 Prozent bleibt die Sozialhilfequote im Stedtli auf hohem Niveau stabil. Markant gesunken sind nur die Ausgaben der Sozialen Dienste bei den Wohnkosten. Das aufgrund geänderter Mietzinsrichtlinien.

Die Sozialhilfequote in Nidau bleibt hoch.

Im letzten Jahr haben in Nidau und Port 793 Menschen Sozialhilfe beansprucht. In Nidau waren es 750. Das sind 31 mehr als 2011. In Port waren es 43 und 12 weniger als ein Jahr zuvor. Dies ist dem aktuellen Tätigkeitsbericht der Sozialen Dienste Nidau für das Jahr 2012 zu entnehmen.


«Nicht viel Einfluss»
Mit 10,8 Prozent bleibt die Sozialhilfequote in Nidau also auf hohem Niveau stabil. In Port beträgt sie 1,3 Prozent – für die gesamten Sozialen Dienste sind es 7,7 Prozent. Dazu sagt Gemeinderat Ralph Lehmann (FDP), Vorsteher des Ressort Soziales: «Wir hätten natürlich im Sinn gehabt, die Quote zu senken. Das sie stabil blieb, zeigt, dass wir auf Gemeindeebene nicht viele Einflussmöglichkeiten haben.» Erfreulich sei aber, dass der Gesamtaufwand im Vergleich zum Vorjahr von 12,2 Millionen Franken auf 11,8 Millionen Franken gesunken sei. Konkret sank er um vier Prozent. Mit ein Grund sind die Wohnkosten, die sechs Prozent sanken. Wirkung zeigten hier die neuen Mietzinsrichtlinien. Zudem hatten die Sozialen Dienste 2012 bei den Verwaltungen die Anpassung der Mietzinse auf den aktuellen Referenzzinssatz von 2,25 Prozent eingefordert.


Gefährdungsmeldungen
Auffallend im aktuellen Bericht ist, dass vermehrt Menschen über eine kurze Dauer von bis zu vier Monaten unterstützt wurden. Gehörten 2011 noch acht Prozent aller Fälle in diese Kategorie, waren es im letzten Jahr 16 Prozent. Gleichzeitig blieb der Anteil der langfristig zu Unterstützenden mit etwa 47 aller Dossiers in etwa konstant.
Deutlich zugenommen hat  die Anzahl Mandate, welche das Kinder- und Erwachsenenschutz-Team führte: Insgesamt waren es 269 Fälle, ein Jahr zuvor «nur» 234. Zugenommen haben laut des Berichts die Gefährdungsmeldungen und damit verbundene Abklärungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Konkret gingen 51 Meldungen ein, 13 mehr als 2011.
Die meisten Gefährdungsmeldungen werden von der Schule gemacht. In den meisten Fällen geht es um Abklärungen, in anderen um den Einsatz eines Erziehungsbeistandes oder auch darum, die Eltern zu unterstützen.


Nur wenige Verweigerer
Total nahmen 70 Personen an einem von Nidau und Port mitfinanzierten Beschäftigungsprogrammen teil – das sind 24 Prozent aller Sozialhilfebezüger. Die Mehrheit nimmt nicht an einem Beschäftigungsprogramm teil, weil sie sich noch ganz oder teilweise im ersten Arbeitsmarkt befindet. Es handelt sich um sogenannte Working-Poors.
Andere können aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen, oder, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen. Nur drei Personen verweigerten die Teilnahme an einem Programm.


30 Verfügungen
Minderjährige Kinder haben Anspruch auf einen Vorschuss für laufende elterliche Unterhaltsbeiträge. Die Alimentenfachfrau führte 298 Dossiers zur Bevorschussung und erzielte einen Inkassoerfolg von 83,8 Prozent. Im Vorjahr betrug dieser Wert 73 Prozent, im Kantonsdurchschnitt beträgt er nur 58 Prozent. Im Zusammenhang mit unrechtmässigem Bezug oder mangelnder Mitwirkung wurden 30 Verfügungen erlassen. Dies betrifft 6,7 Prozent aller Fälle.
Die Sozialhilfequote in Nidau ist nach Biel noch immer die zweithöchste der Schweiz. Der Kanton Bern hat eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Gründe dafür erörtern soll.

Stichwörter: Sozialhilfequote, Nidau, Port

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