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Biel

Sonne und Virus: Sprecht euch ab

Drinnenbleiben, pandemiebedingter Hausarrest und Kontanktverbote: An einem Spätherbsttag im November bei Nieselregen und Nebel, bei früh einbrechender Dunkelheit und Temperaturen, die rasch gegen die Nullgradgrenze sinken - das wäre wahrscheinlich einfacher.

Bild: bt/a
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Bernhard Rentsch, Chefredaktor

Aber nein: Angesagt sind kurze Hosen, luftige Röcke und Sonnenbrille. Die angenehmen Temperaturen sind da. Die kurzen und kalten Wintertage liegen hinter uns. Wir freuen uns auf Familienanlässe im Freien, auf das Treffen mit Kollegen beim Feierabendbier oder auf den Besuch von Sportveranstaltungen unter freiem Himmel. Und genau jetzt ist alles anders. Wir werden bei der aktuellen Umsetzung der Empfehlungen und Vorgaben auf eine harte Probe gestellt.

Wenn schon eine Pandemiepause, dann wenigstens zur «richtigen» Jahreszeit. Sonne und Virus: Sprecht euch ab.

Nicht verzweifeln, auch da. Geniessen wir das schöne Wetter auf eine etwas andere Art. Wer schon immer auf Ferien auf Balkonien schwor, wird jetzt bestätigt. Die Reise- und Ausflugs-Füdli können abschauen und lernen. Und es klappt, wie die eine oder andere rote Nase beweisen. Auch Sünnelen zu Hause ist möglich.

Andere nutzen die Freiheiten auf dem Wasser: Aus dem Homeoffice geht der verstohlene Blick immer wieder auf den Bielersee. Am Wochenende treffen sich unzählige Fischerboote, um in Rudelformation – mitten auf dem See ist die Abstandsregel ohne Probleme einzuhalten – der lebenden Beute in der Tiefe an den Kragen zu gehen. Die weitverstreuten Schiffli erinnern irgendwie an Teambesprechungen während der Coronazeit: jede und jeder für sich mit gebührendem Abstand. Nach Tagen mit zur Teil heftiger Bise sind es nun Mitte Woche die Segelboote, die bei sehr angenehmen Windverhältnissen ihr Sommerrevier zurückerobern.

Das «Leider» ob des schönen Wetters scheint ein Ende zu haben. Allen, die nach Ostern auf eine wunderbare Frühlings-Ferienwoche hofften, mag es wie ein Hohn tönen: Zum Glück ist schlechtes Wetter in Sicht. Ab Samstag wird in den Prognosen von möglichen Schauern gesprochen.

Und nein: Wie es gleichzeitig wettermässig im Tessin aussieht, hat uns heuer nicht zu interessieren. Denn wir und Sie fahren nicht in den Süden. Das hat der Sonnengott entsprechend gut begriffen.

brentsch@bielertagblatt.ch

Stichwörter: Coronavirus, Wetter, Sonne

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