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«Sehen, dass andere leiden»

Der Nidauer Cyril Romann ist Mitbegründer und Präsident des Vereins Fair. Mit seinem Engagement zeigt er täglich Herz. Er war in Griechenland bei Flüchtlingen und setzt sich für eine nachhaltige Umwelt ein.

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Cyril Romann, Präsident Verein Fair, im Interview. Bild: David Schnell
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Cyril Romann, seit fünf Jahren sind Sie Präsident des Vereins Fair. Was war Ihre Motivation, den Verein zu gründen?

Cyril Romann: Uns war es bei der Vereinsgründung wichtig, anderen durch Engagement zu helfen. Wir wollten uns aktiv beteiligen und dafür brauchten wir einen geeigneten Rahmen, in dem man sich auf eine sinvolle  Weise engagieren kann. Mit dem Verein ist uns das gelungen.

Die Arbeit ist sicherlich manchmal anstrengend. Was motiviert Sie, dennoch weiterzumachen?

Es hängt stets davon ab, an welchem Projekt wir gerade dran sind. Je nachdem, wie gross eines dieser Projekte ist, kann es durchaus zeitintensiv und anstrengend werden. Aber da unsere Pläne für uns Sinn machen und wir sie als wichtig erachten, ist die Motivation gross, bei einem Projekt stets unser Bestes zu geben. Deshalb ist der Gewinn grösser als Müdigkeit und Anstrengung.

Was war das schönste Erlebnis, das Sie mit einem Hilfsbedürftigen teilen durften?

Ich habe sehr viele Personen kennengelernt.Am positivsten überrascht wurde ich im Ausland. Ich war sehr lange in Griechenland, um mich dort vor Ort für die Geflüchteten zu engagieren. Es war schön zu sehen, wie Leute aus der ganzen Welt zusammenkamen, um die Hilfsbedürftigen zu unterstützen. Sie zeigten Solidarität und haben sich für die Menschlichkeit eingesetzt.

Gab es auch weniger schöne Erlebnisse?

Natürlich, gerade im Ausland ist das Leid, das man sieht, sehr gross. Es ist unverständlich, dass die Konflikte auf dem Buckel anderer Menschen ausgetragen werden. Die Politik schafft es nicht, würdig mit diesen Menschen umzugehen und ihnen ein neues Leben zu ermöglichen. Daher macht es mich traurig, dass wir als Europa es nicht schaffen, mit dieser Situation besser umzugehen.

Es ist wichtig, aus Überzeugung an die Sache zu gehen. Wie würden Sie andere dazu überzeugen, Ähnliches zu tun?

Es ist wichtig, dass man sich informiert. Man muss wissen, was ausserhalb des gewohnten Umfelds passiert, um zu sehen, wie andere Menschen leiden. Information ist etwas sehr Zentrales und viele Leute haben diese Informationen nicht. Hat man sich erstmal erkundigt, weiss man, welchen Organisationen man beitreten könnte. Vielleicht entschliesst man sich auch, selbst ein Projekt aufzugleisen. ha

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