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„Krawattenzwang“

Schenken ist eine hohe Kunst

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Schenken ist eine hohe Kunst.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Schenken ist eine hohe Kunst – diese Aussage stammt nicht von mir. Sondern vom Berliner Schenkforscher Friedrich Rost, der uns im Interview (BT vom Montag) Einblick in eine Disziplin gibt, die gerade in der Vorweihnachtszeit für einiges Kopfzerbrechen sorgt. Soll ich oder soll ich nicht? Wenn ja, wem? Und wenn ja, was? Rost gibt Antworten, wie wir das Schenken „richtig“ machen.

Ohne dies jemals wissenschaftlich zu untersuchen, machen viele von uns beim Schenken nicht Fehler, sondern bereiten Freude. Die Emotionen sind es, die im Zentrum stehen, nicht Farben oder Formen und schon gar nicht der Wert des Geschenkes. Lassen wir uns nicht abhalten, Freude zu bereiten. Das Motto „wir schenken uns nichts“ mag Sinn machen, wenn das Beschenken zum Wettkampf verkommt. Ansonsten lassen Sie sich leiten von Lust und Laune. Bereiten Sie Freude mit kleinen Überraschungen. Sich füreinander Zeit nehmen oder gemeinsam etwas erleben – die „heissesten“ Tipps in einer genug hektischen Zeit.

Wie so oft, können wir beim Schenken oder noch mehr beim Geschenke-Entgegennehmen viel von den Kindern lernen: Die schönsten Momente für Schenker ergeben sich, wenn sich die Kleinen nach dem wilden Papieraufreissen über die unerwartete Überraschung sehr emotional freuen. Da hat man dann Vieles richtig gemacht.

Also: Nicht Verweigern, nicht Überschwänglichkeit – sondern Freude am Schenken und Sich-Schenken-Lassen. Mir machen Sie Freude mit einem positiven Kommentar oder einem Gruss. Ich grüsse schon mal zurück und wünsche Ihnen schöne Festtage. Es ist mir eine Ehre, Sie an dieser Stelle wöchentlich mit kurzen Gedanken zu belästigen – und Sie schenken mir Ihre Zeit dafür.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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