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„Krawattenzwang“

Polizeikontrolle

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Polizeikontrolle.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Neulich auf der Autobahn: Die Höchstgeschwindigkeit wird schrittweise auf 60 Stundenkilometer beschränkt, die Fahrbahn verengt. Ein Gedanke – wie leider häufig: Wohl ein Unfall, hoffentlich keine Verletzten, hoffentlich keinen Stau.

Nein, die Signalisation war diesmal anders. Die Polizei hat das „Hindernis“ künstlich hergerichtet und war in stattlicher Anzahl an Personen in Uniform vor Ort, um eine grossangelegte und bestens organisierte Kontrolle durchzuführen. Es traf dann andere, mich winkte man wegen dem Platzmangel auf der vorbereiteten Kontrollspur durch.

Das kurze Herzklopfen war also vergeblich. Herzklopfen, warum eigentlich? Unterwegs in der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, angegurtet, mit absolut fahrtauglichem Auto, das Handy (mit eingeschalteter Freisprechanlage) ausserhalb der Zugriffsmöglichkeiten, die nötigen Papiere an Bord: Nichts zu befürchten. Und doch das kurze, ungewohnte Nachdenken.

Lustigerweise kam bei einer Fahrt kurz vorher mit jungen Neulenkern die Frage auf, wie man sich bei einer Kontrolle zu verhalten habe. „Nicht speziell“, so das Fazit. „Wer korrekt unterwegs ist, hat nichts zu befürchten.“ Die Kontrollen dauern in diesem Fall ja auch nicht lange, so dass sich niemand über Zeitverlust beklagen soll.

Dass es auf unseren Strassen trotz dem immer stärker werdenden Verkehr gut klappt, ist dank der Disziplin der Autofahrer und – eben nicht zuletzt – dank dem wachen Auge der Polizei möglich. Für die meisten also in der Tat kein Grund, nervös zu werden. Denjenigen, die auf der Autobahn die nicht einfache Aufgabe der Kontrollen übernehmen, gilt unser Dank. Und wen’s erwischt und wer zahlen muss: selber schuld. Denn die gleichen Neulenker haben sich in der Diskussion zu Recht beklagt: Es sei erschreckend, wie viele Autofahrer mit dem Handy in der Hand unterwegs seien. Neiaberau – so der Kommentar. In einer Kontrolle hängen zu bleiben, ist in diesem Fall in Ordnung. Der Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer zuliebe.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

Kommentare

horlacher

Herr Rentsch wissen Sie warum Sie durchgwinkt wurden? Vermutlich hat der Diensthabende Ihren blauen Businesspenis erkannt. Dazu eine kleine Geschichte. Ich fuhr mit meinem Auto von Biel Richtung Solothurn, damals gabs noch keine A5. Kurz vor RADO wurde ich von der Kontrolle gestoppt. Der Polizist kommt zu mir ans Fenster und sagt: "ja ja, ich weiss das Geschäftsleben ist pressant, fahren Sie nun etwas langsamer" Er entliess mich zur Weiterfahrt nach Basel zu einem Kunden. Ich war mir keine Schuld bewusst zu schnell gewesen zu sein, aber woran hat er mich wohl als Businessman erkannt. Vermutlich an meinem dunkelblauen Schlips, den er allerdings erst am Autofenster gesehen hatte. Mein Tip: fahren Sie immer mit hellblauem Schlips.


omegamars42

Ja Herr Rentsch da haben Sie ins Schwarze getroffen. Doch vor solchen Kontrolle habe ich keine Angst. Es gibt ein viel grösseres Problem in der Stad Biel ! dies sind die schnell verteilten Bussen-Zettel der Securitas und der Bieler Stadtpolizei. Ich als Gehbehinderter mit Ausweis erlebe das immer wieder obwohl ich auf die zugewiesenen Parkplätze fahre. Ich finde dies eine rein "Abzockerei " .Muss den die Stadt Biel ihr "riesen Minus " so reinholen. Frage man sich warum in der Stadt Biel immer mehr geschärter eingehen ,Leerstehen Läden ganze Häuser die zu mieten sind? Es ist ja bald unmöglich in der Stadt zu parkieren ohne das man in ein Parkhaus Fährt das eine stunde vonfr.5.-- aufwärts bezahlen muss. So Fahren die Menschen lieber aus der Stadt in grosse Einkaufszentren wo parkieren -.50 Rp. kostet.Die Bieler Regierung hat noch nicht gemerkte das Ihre Stadt "Untergeht" mit diesem System. Ich als Ehemaliger Basler (seit 20 Jahren weg ) weiss wie es ist in eine Grossstadt zu Leben? Herr Rentsch ich würde gerne weiter über diese Thema schreiben oder auch Persönliche Gespräche führen. Danke fürs lesen Rolf Büchler aus Biel/ Bienne


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