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Biel

Neumarktplatz: Volksabstimmung voraussichtlich im Februar

Knapp 3600 Personen haben das Referendum gegen den neuen Neumarktplatz unterzeichnet. Die Befürworter halten an ihren Argumenten fest.

FDP-Stadtrat Peter Bohnenblust (rechts) und seine Mitstreiter übergeben Vize-Stadtschreiber Julien Steiner die Unterschriften. copyright: Peter Samuel Jaggi/bielertagblatt

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(jl) Ob der Neumarkt- und der Walkeplatz ein neues Gesicht erhalten, entscheidet die Stimmbevölkerung. Ein überparteiliches Komitee hat gegen den Stadtrats-Entscheid vom August das Referendum ergriffen und gestern mit 3598 Unterschriften eingereicht. Das ist deutlich mehr als die rund 1600 Personen, die für ein Referendum in der Stadt Biel nötig sind. Entsprechend erfreut zeigen sich die Gegner des Projekts, zu denen Parteivertreter der SVP, der FDP, der BDP und des PRR gehören. Voraussichtlich im Februar 2016 kommt es zur Volksabstimmung.

Kritik an Verkehr und Kosten
Die Gegner des Projekts kritisieren einerseits den ihrer Meinung nach beschränkten Mehrwert, andererseits die Kosten. «Besonders in der jetzigen Finanzsituation ist es zwingend notwendig, dass das Volk bestimmen kann, ob ein neuer Neumarktplatz Priorität geniesst oder eben nicht», wird SVP-Stadträtin Sandra Schneider in einer Medienmitteilung zitiert. «Während viele Organisationen und Institutionen den Gürtel enger schnallen müssen, steht eine Neugestaltung des Neumarktplatzes quer in der Landschaft.»

Zudem befürchten die Gegner des Projekts ein «Verkehrschaos», weil das Projekt vorsieht, dass das Rechtsabbiegen von der Neumarkt- in die Freiestrasse untersagt werden soll. Der Verkehr nach Norden und Osten würde neu via Dufour- und Jurastrasse geführt. Bereits im Stadtrat wurden Bedenken laut, dass die Reitschulstrasse zum Schleichweg verkommen könnte, was Baudirektorin Barbara Schwickert (Grüne) jedoch als unbegründete Befürchtung zurückwies.

Stadt Biel trägt 2,6 Millionen
Das Projekt kostet insgesamt 4,8 Millionen Franken und umfasst die Umgestaltung der beiden Plätze sowie die Sanierung angrenzender Strassen. Die Stadt Biel übernimmt 2,6 Millionen der Kosten, den Rest tragen Bund und Kantone. Der Stadtrat hat das Projekt mit 30 Ja- zu 19 Nein-Stimmen klar angenommen (das BT berichtete).

Die Befürworter, bestehend aus SP, Grünen, Grünliberalen und EVP, führten ins Feld, dass das Projekt kaum je günstiger wäre. Denn der Beitrag aus dem Agglomerationsprogramm, über 2 Millionen Franken, würde nach einer Ablehnung hinfällig. Genau das ist beim Projekt Bahnhofplatz, das im März an der Urne verworfen wurde, geschehen.

«Neuer Quartiertreffpunkt»
Die Befürworter haben sich im Komitee «Pro Neumarkt» formiert. Sie erachten die Neugestaltung als «weiteren wichtigen Meilenstein für die Entwicklung der Stadt», wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner entstehe damit ein neuer Quartiertreffpunkt. Zudem würdigen sie, dass im Projekt die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzer berücksichtigt seien. Da die Bäume und Bänke am Rand des Platzes zu stehen kämen, haben zum Beispiel Marktstände oder der Lunapark weiterhin Platz.   
 

 

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