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Biel

Neue Etappe bei der Erarbeitung des Sachplans Velo

Nach der Erarbeitung der Gesamtmobilitätsstrategie 2018–2040, welche die langfristige strategische Vision aller Verkehrsträger ausführt, gibt sich die Stadt Biel nun ein spezifisches Planungsinstrument für die Velomobilität.

Symbolbild Pixabay

Der Sachplan Velo 2035 stellt die Koordination und die Kohärenz der Massnahmen sicher, mit denen die Attraktivität und die Sicherheit des Velonetzes in Biel verbessert werden sollen. Er wurde im August dem Gemeinderat vorgestellt und das öffentliche Mitwirkungsverfahren findet vom
9. September bis 6.  Novemberstatt.

Mit der Gesamtmobilitätsstrategie hat sich die Stadt Biel das Ziel gesetzt, ein multimodales Verkehrssystem zu entwickeln, mit dem die Lebensqualität verbessert und die Belastungen durch den Verkehr gesenkt werden können. Dabei geht es namentlich darum, die Nutzung des Langsamverkehrs und des öffentlichen Verkehrs noch attraktiver zu machen. Damit soll den Autofahrenden eine interessante Alternative geboten werden – eine notwendige Bedingung für die Plafonierung der Autoverkehrslast im lokalen Strassennetz. Wie der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr sagt, sollen so «die Menschen wieder ins Zentrum der Bestrebungen für die Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt gestellt und das harmonische Nebeneinander der verschiedenen Verkehrsträger gefördert werden.» Um diese Herausforderung anzugehen, fügt Erich Fehr hinzu, «spielt die Velomobilität als eigenständiges Verkehrsmittel für alle Verkehrsteilnehmenden eine wichtige Rolle, auch für die weniger erfahrenen, wie junge Velofahrende, ältere Personen, Familien mit Kindern oder einfach Personen, die sich in der Region nicht auskennen.»

Ein angenehmes, durchgehendes und sicheres Velonetz

Um diese Entwicklung des Mobilitätsverhaltens zu fördern, gibt sich die Stadt Biel einen Sachplan Velo 2035, der für die Bieler Behörden verbindlich ist. Dieses Planungsinstrument definiert und priorisiert das Bieler Veloroutennetz bis im Jahr 2035. Es definiert zudem die Massnahmen für kurz-, mittel- oder langfristig zu optimierende oder zu schaffende Abschnitte. Das Ziel ist so, die Entwicklungsgrundlagen für ein angenehmes, durchgehendes und sicheres Velonetz für alle Benutzerkategorien und Mobilitätsgründe zu formalisieren.

Der Sachplan Velo 2035 der Stadt Biel besteht aus einem Erläuterungsbericht, einem Velonetzplan und Massnahmenblättern mit Prioritäten und wurde unter der Leitung der Abteilung Stadtplanung von einem Expertenbüro in Zusammenarbeit mit den betroffenen städtischen Instanzen, der Region seeland.biel/bienne und mit der Beteiligung von Interessengruppen erarbeitet.

Günstige raumplanerische Voraussetzungen für die Velomobilität und spezifische Anlagen auf vielen Achsen

Das Veloroutennetz besteht aus einem Schnell- und einem Komfortnetz. Diese Velonetze erfüllen so die Bedürfnisse sowohl des funktionalen und schnellen Alltagsverkehrs, als auch des Freizeit- und Ausflugverkehrs. Sie stellen die Erschliessung aller Zentren, des öffentlichen Verkehrs und der Wohnquartiere sicher, sowie der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen (namentlich Schulen, Kitas, Spitäler, öffentliche Gebäude). 

Die Planung kann sich auf günstige raumplanerische Voraussetzungen für den Veloverkehr stützen (relativ flache Topografie, kurze Distanzen). Eine Analyse der aktuellen Lage zeigt zudem, dass Biel auf zahlreichen Achsen bereits über Radverkehrsanlagen verfügt. Von den
98 Kilometern des Velonetzes weisen zwei Drittel befriedigende Radverkehrsanlagen oder eine eigene Streckenführung auf, bestehen aus verkehrsberuhigten oder verkehrsarmen Strassen. Allerdings stellen die Vorherrschaft des motorisierten Individualverkehrs, die physischen Unterbrüche zwischen Quartieren und fehlende Radverkehrsanlagen an gewissen Stellen Schwächen dar, welche die Attraktivität des Velofahrens schmälern.

Die Optimierung von bestehenden Streckenführungen ist unabdingbar, reicht aber alleine nicht aus, damit das Velo als Verkehrsmittel in Biel deutlich mehr genutzt wird. Der Quantensprung, der von den Behörden angestrebt wird, erfordert ernsthafte Anstrengungen für die Abschnitte ohne Radverkehrsanlagen. Die SBB-Bahnübergänge und die Schüss sind hier ein zentraler Bestandteil und eine zu meisternde Herausforderung. Die Investitionen, welche die Umsetzung der wichtigsten Massnahmen letztendlich benötigen wird, erfordern einen gezielten und gut fundierten Ansatz. Hierin liegt der Zweck des Bieler Sachplans Velo 2035, der klare Gestaltungslinien definiert, um die Kontinuität und die Kohärenz der Projektentwicklung der Velogestaltungen und -infrastrukturen sicherzustellen.

Richtplan als solide Grundlage für die spätere Entwicklung von Infrastrukturprojekten

Gemäss Art. 58 des Baugesetzes des Kantons Bern muss für Richtpläne ein öffentliches Informations- und Mitwirkungsverfahren durchgeführt werden, bevor sie von der zuständigen kantonalen Stelle genehmigt werden können. Dieses Verfahren findet vom 9. September bis
6. November 2020 statt. Interessierte Personen können die Unterlagen des Sachplans Velo 2035 der Stadt Biel auf Deutsch und Französisch bei der Abteilung Stadtplanung einsehen. mt

Stichwörter: Verkehr, Sachplan Velo, Biel

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