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„Krawattenzwang“

Lernen, wie man lernt

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Lernen, wie man lernt.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Unsere Arbeitswelt ist nicht verrückt, sie entwickelt sich aber in grossen Schritten. Was heute zählt, ist vielleicht schon morgen veraltet. Das macht vielen zu schaffen, das macht vielen Sorgen.

Der „Treffpunkt Wirtschaft“ von letzter Woche in Biel konnte den Anwesenden diese Ängste zwar nicht wegnehmen, entliess sie aber mit tröstendem Optimismus. Neben vielen Worten, die uns die Zukunft in der digitalen Arbeitswelt zuweilen fast als bedrohliches Szenario vorkommen lassen, war in der Diskussion erfreulich oft das Wort „Werte“ präsent. Es geht also doch (noch) nicht ohne: Respekt, Rücksicht, Verständnis.

Dass wir heute 65 Prozent der Tätigkeiten unserer Kinder und Grosskinder noch nicht kennen, ist bekannt. Ob dieser Aussage soll man nicht staunen und auch nicht mit Verunsicherung reagieren. Viel eher mit gespannter Offenheit. Denn, seien wir ehrlich: Weiterentwicklungen, Neuerungen und Visionen haben die Menschen während ihrer gesamten Existenz begleitet. Es geht weiter, freuen wir aus darauf.

Zu denken gibt der Satz, dass man heute den jungen Menschen immer öfter lernen muss, wie man lernt. Da ist Handlungsbedarf für uns alle. Das Hohelied der dualen Ausbildung wird etwas getrübt, wenn das Interesse an handwerklichen Berufen zulasten der akademischen Ausbildung weiter abnimmt. Der Werdegang von Vielen zeigt heute, dass nicht wichtig ist, wie man startet. Sondern, dass Freude, Ehrgeiz und Leidenschaft ständige Begleiter sind.

Ganz wichtig finde ich die Botschaft der vier K: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Nehmen wir uns diese zu Herzen. Dann gilt nicht nur „lernen, wie man lernt“, sondern „lernen, wie man lebt“.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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