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Zweisprachigkeit

«Kommt nicht in Frage»

«Finger weg von meinen Landessprachen». Diesen Pin inklusive Text schickte das Forum für die Zweisprachigkeit an den Thurgauer Grossrat. So wollten sie die Politiker überzeugen, das Frühfranz-ösisch nicht abzuschaffen. Mit Erfolg.

Virginie Borel

Virginie Borel, der Thurgau schafft das Frühfranzosisch nun doch nicht ab. Ist das der Verdienst Ihrer Aktion?
Virginie Borel: Das glaube ich nicht. Aber wer weiss. Vielleicht haben ein oder zwei Personen dadurch doch gemerkt, wie wichtig die Zweisprachigkeit in der Schweiz ist. Mehr Einfluss hat aber sicher die Entscheidung des Kantons Zürich gehabt. Dieser hat sich klar für das Frühfranzösisch eingesetzt.

Wofür sollte ein Thurgauer überhaupt Französisch lernen? Die Sprachgrenze ist weit weg.
Es kommt nicht in Frage, dass sich ein Thurgauer und ein Lausanner auf Englisch unterhalten. Deutsch und Französisch sind unsere beiden Hauptsprachen. Das gilt umgekehrt natürlich auch für einen Genfer, der die Deutschschweiz besucht.

Was sind die nächsten Schritte des Forums für die Zweisprachigkeit?
Wir möchten mehr mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Diese soll betonen, wie wichtig es für den Arbeitsmarkt ist, beide Landessprachen zu beherrschen. Zudem werden wir die Bevölkerung weiterhin auf Zweisprachigkeit sensibilisieren. Wichtig ist auch, herauszufinden, warum viele Jugendliche am Ende ihrer Schulkarriere nur eine von zwei Landessprache sprechen. Warum ist das so schwierig? Damit setzen wir uns in Zukunft auseinander.


Interview: Carlo Senn

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