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Biel

«Gurzelen plus» ist jetzt auch eine Genossenschaft

Für die Überbauung des Gurzelen-Parkplatzes haben die beteiligten Investoren eine neue Wohnbaugenossenschaft ins Leben gerufen. Wie die Investorengemeinschaft heisst auch sie Gurzelen plus.

Symbolbild: bt/a

Am 6. Juli haben verschiedene Bieler Wohnbauträger mit «Gurzelen plus» eine neue Wohnbaugenossenschaft gegründet. Sie wollen damit das Anliegen einer Volksinitiative erfüllen, heisst es in der dazu versandten Medienmitteilung: Der Anteil der Genossenschaftswohnungen soll auf dem Bieler Wohnungsmarkt bis 2035 auf 20 Prozent steigen – insbesondere durch den genossenschaftlichen Wohnungsbau auf dem Gurzelen-Terrain.

Dieselben Wohnbauträger haben unter diesem Namen als gemeinnützige Investorengemeinschaft das Bauprojekt «Fleur de la Champagne» entwickelt, das im März von der Stadt Biel den Zuschlag für die Überbauung des Gurzelen-Parkplatzes (Blumenstrasse Süd) erhalten hat. «Wir wollen hier ein möglichst innovatives und ökologisches Bauprojekt umsetzen – und wichtige Impulse setzen zur Weiterentwicklung des gemeinnützigen Bieler Wohnungsbaus», sagt Fritz Freuler, frisch gewählter Präsident der neuen Wohnbaugenossenschaft. Den beteiligten Wohnbauträgern diene das Bauprojekt als genossenschaftliche Lern- und Experimentierplattform, um die gewonnenen Erkenntnisse später in weiteren gemeinnützigen Wohnbauprojekten nutzen zu können.

 

Breit abgestützt

«Gurzelen plus» zeichne sich auch durch eine grosse Perspektivenvielfalt aus, heisst es weiter: Die Bieler Wohnbaugenossenschaften Daheim, Sunneschyn oder Wyttenbach bringen ihr Know-how ebenso ein wie Casanostra, der Bieler Verein für Wohnhilfe. Dazu kommt die grosse Projekt- und Bauerfahrung der schweizweit tätigen Logis Suisse AG.

Die Gründungsmitglieder gehen davon aus, dass sich in den nächsten Monaten auch die Wohnbaugenossenschaft FAB-A sowie die Stiftung für Betagtenwohnungen der Trägerschaft anschliessen. Beiden Institutionen war ein Entscheid vor den Sommerferien aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Aufgrund der Coronakrise sowie seines partizipativen Anspruchs, der regelmässige Abstimmungen bedingt, kam das Projekt etwas in Verzug. Der von der Stadt Biel vorgegebene Zeitplan musste daher leicht angepasst werden, heisst es in der Mitteilung.

In den nächsten Monaten erarbeiten die Wohnbauträger, die an der neuen Wohnbaugenossenschaft beteiligt sind, in Abstimmung mit der Stadt Biel das Programm für den Architekturwettbewerb. Im Spätsommer startet dann der Wettbewerb mit Präqualifikation, im Frühling 2021 ist der Entscheid der Jury zu erwarten. Kurz darauf soll das Siegerprojekt in einer Ausstellung der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Im Frühjahr 2025 sollen die neuen Genossenschaftswohnungen schliesslich bezugsbereit sein.

 

Erste Beschlüsse gefasst

An ihrer Gründungsversammlung hat die Wohnbaugenossenschaft Gurzelen plus erste Entscheide gefällt. Nebst Fritz Freuler von der Wohnbaugenossenschaft Daheim in die Verwaltung gewählt wurden: Daniel Bachmann, Geschäftsführer Casanostra; Patrick Demierre, Vorstandsmitglied der Wohnbaugenossenschaft Sunneschyn, Marianne Dutli Perron, Projektleiterin Logis Suisse AG, Ramon Müller, Verwaltungsmitglied der Baugenossenschaft Wyttenbach, Monique Siegenthaler Gfeller, Stiftung für Betagtenwohnungen, sowie Daniel Stäheli, Geschäftsführer der Stiftung für Betagtenwohnungen.

Ebenfalls hat die Gründungsversammlung das Budget für das Wettbewerbsverfahren zur Bauetappe Blumenstrasse Süd gesprochen sowie den Baurechtsvertrag genehmigt, der am 27. September in der Stadt Biel zur Abstimmung kommt.

Der Zusammenschluss der Wohnbauträger ermögliche auch eine solide Finanzierung des Bauprojekts. Die Gründungsmitglieder sind bereit, eine beträchtliche Summe Eigenkapital in die neue Genossenschaft einzubringen. Als gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft kann «Gurzelen plus» Finanzierungsinstrumente des Bundes in Anspruch nehmen und so Hypothekardarlehen zu guten Konditionen beziehen. mt

Stichwörter: Gurzelen, Plus, Biel

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