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Ständeratswahlen

Es ist definitiv: Bruno Moser provoziert den zweiten Wahlgang

Die 728‘515 Stimmberechtigten des Kantons Bern werden nochmals an die Urne gebeten, um den Ständerat zu wählen, der eigentlich schon feststeht. Der Bieler Bruno Moser erzwingt den zweiten Wahlgang.

Bruno Moser zieht sich nicht zurück. copyright: peter samuel jaggi

Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP): So heissen die bisherigen und künftigen Ständeräte des Kantons Bern. Bestätigt sind sie als solche zwar noch nicht, doch es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten, um den Ausgang des zweiten Wahlgangs für den Ständerat vorauszusagen.

Stöckli und Luginbühl haben nur einen Herausforderer. Und das ist der Bieler Bruno Moser. Er war im ersten Wahlgang mit seinen 4114 Stimmen chancenlos. Zum Vergleich: Luginbühl holte 151‘069 Stimmen, Stöckli kam auf 144‘805 Stimmen. Der drittplatzierte Albert Rösti vereinte 136'055 Stimmen auf sich - und er hat sich zurückgezogen, weil er gemäss eigener Aussage ein kleines Wunder bräuchte, um gewählt zu werden.

Alle anderen Aussenseiter haben sich zurückgezogen, weil sie keine Alibi-Übung provozieren wollten, die den Steuerzahler rund eine halbe Million Franken kostet. Nur Moser hielt an seiner Kandidatur fest. Die Staatskanzlei verlängerte sogar extra die Frist für seinen Rückzug. Bis heute Donnerstagmittag (Anmeldefrist für neue Kandidaten) hätte er sich zurückziehen können. Doch das hat der nicht. Und so muss den 728‘515 Stimmberechtigten im Kanton Bern das Wahlmaterial für den 15. November verschickt werden.

Moser kommentierte seine chancenlose Kandidatur gegenüber der Berner Zeitung damit, dass er eine Verpflichtung gegenüber den 4114 Wählern habe, die ihm im ersten Wahlgang ihre Stimme gegeben haben. In einem öffentlichen Post auf der Facebook-Seite des Bieler Tagblatts schrieb er zum Thema unter anderem (Originalwortlaut): „Mein Name ist ploetzlich 500'000 Franken wert. Unglaublich, die Telefonate, die ich heute von "Spitzenpolitikern" und Medienhuren erhielt: ich solle meinen guten Namen von den Staender@tswahlen zu Bern AG zurueckziehen, sonst kostet es Poebel 500'000 Franken, 62 Rappen pro Kopf, weniger als 50 cents pro Einwohner. Ok, ich bin billig... but go fkk ya self.“ pam
 

Kommentare

SirPlatoon

Ja genau, bitte sofort die 5% Hürde einführen für Parteien und so Vögel wie dieser Moser....


Gulliver

Der Housi hat in seiner Karriere mehrere Millionen verlocht. Da sind die CHF 500'000 Peanuts. Meine Stimme hat er auf jeden Fall. Und so lange es einer 4%-Partei möglich ist eine Bundesrätin zu stellen sprechen wir besser nicht über "Gesetze".


manolo

so ein a......! diese etwas über 4k stimmen sind reiner zufall! ich bin sicher keiner wollte, das er nationalrat wird! ich bitte die behörde seine steuererklärung genau zu studieren!


Biennensis

Immerhin 4'114 Stimmen! Nicht zu vergessen: Jeder hat ein Recht auf seine politische Spielwiese und auf seine persönliche Weltanschauung – sofern die Spielregeln es auch zulassen! Nur böse Zungen würden jetzt wohl behaupten, dass er genau deswegen einen zweiten Wahlgang auf Staatskosten provoziert…


Resand

Herr Moser, sie sind aufgrund der geltenden gesetzlichen Grundlagen berechtigt in einem 2. Wahlgang zu kandidieren. Das ist unbestritten. Sie sprechen von einer Verpflichtung gegenüber ihren 4'114 Wählern. Als pflichtbewusster Staatsbürger sollten sie jedoch auch die Verhältnismässigkeit ihres Handelns dieser Verpflichtung gegenüberstellen! ich glaube, die meisten ihrer Wähler hätten in dieser Situation einen Rückzug ihrer Kandidatur verstanden. Da ist gesetzgeberischer Handlungsbedarf angezeigt, damit solcher Unsinn nicht mehr vorkommen kann.


ths

Ja stimmt, mit 500'000 CHF kann man eine Menge bewegen.....aber es ist sein Recht, weil im Kanton Bern keine Regeln gelten, die nicht mindestens Platz 4 vorschreiben für einen 2 Wahlgang.......Ich denke, wenn er uns diese Kosten aufbürgt...uns Steuern-Zahler, dann besteht dringend Handlungsbedarf, solche Kandidaten in Zukunft zu verwehren.......Also.....hoffen wir, der Kanton bewegt sich und setzt strengere Regeln in Zukunft......


Espresso

Alles was dieser Id...ealist will, ist Publicity! Und die kriegt er ja jetzt in Hülle und Fülle.... Aber wie immer: Schuld sind in erster Linie unsere Gesetze, die einen derartigen Egotrip überhaupt zulassen. Gesetze zu Gunsten von Minderheiten, die alles blockieren oder alle schikanieren können. @Die Damen und Herren Politiker in Bern: Es liegt jetzt an Ihnen, Gesetze auszuarbeiten, damit in Zukunft solche irrwitzigen Karikaturen erst gar nicht wählbar werden. @ Herrn Moser: Überlegen Sie sich 9xKluger mal, was man alles mit 500'000.- Franken machen könnte was 4114 Mal sinnvoller wäre als Ihren selbstherrlichen Egotrip... (Jugend- oder Sozialprojekte, Flüchtlingshilfe, Kulturprojekte) anstatt sie zum Fenster rauszuwerfen. Sie sollten sich in Grund und Boden schämen!


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