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Mörigen

Er hat die Verwaltung geprägt

Während 24 Jahren war Daniel Karrer Finanzverwalter von Mörigen. In dieser Zeit ist der gebürtige Baselbieter zu einem waschechten Seeländer geworden. Am 1. Juli beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt, für den er schon viele Pläne hat.

Ist gut auf die Pensionierung vorbereitet: Daniel Karrer freut sich, mehr Zeit in sinen Hobbys investieren zu können. Bild: Peter Samuel Jaggi

Anna Hofmann

Ende Monat geht Daniel Karrer in Pension. Exakt vor 24 Jahren, am ersten Juli 1994, hat der gelernte kaufmännische Angestellte aus der Privatwirtschaft seine Stelle als Finanzverwalter in Mörigen angetreten. Berufsbegleitend nahm er die Ausbildung zum bernischen Finanzverwalter und Gemeindeschreiber in Angriff, die er 1998, respektive 2002, erfolgreich abschloss. Mit seinem Flair für Zahlen und seinen kompetenten Auskünften verschaffte er sich schnell Anerkennung. Das bestätigt auch Gemeindepräsidentin Therese Tschannen: «Daniel Karrer geniesst grosses Vertrauen, sowohl im Gemeinderat, wie bei der Bevölkerung von Mörigen», lobt sie den Kassier.

Sein Fachwissen stiess über die Gemeindegrenzen hinaus auf Interesse. Er wurde 2012 vom Kanton in die Fachgruppe der Testgemeinden für die Umstellung auf das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 berufen.

 

Mitarbeit bei Kursen
Diese Aufgabe hat ihm Freude und Befriedigung verschafft. Er habe dabei gemerkt, dass man beim Kanton durchaus Gehör finden und Einfluss nehmen könne, meint er mit einem Augenzwinkern. Dies obschon er mit Mörigen die kleinste der acht Testgemeinden vertreten habe.

Bereits 2014 führte Daniel Karrer in Mörigen HRM2 ein. In der Folge wirkte er als Referent an den Einführungskursen für Finanzverwalter. Dadurch entstand eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen in anderen Seeländer Gemeinden. Diese hätten ihm oft gesagt, er habe es gut, in einem reichen Dorf. Probleme gebe es in jeder Gemeinde, einfach verschiedenartige, habe er dann jeweils geantwortet. So haben ihn auch die Möriger erlebt. Dani, wie ihn die meisten beim Vornamen nennen, geht Probleme stets positiv an und versucht, auch aus Negativem etwas Positives zu machen, im Leben genauso wie bei den Finanzen.

Im Sommer 2001 verlegte er seinen Wohnsitz von Studen nach Mörigen an die Schulstrasse. Damit wuchs die Verbundenheit zur Bevölkerung. Allerdings wurde er nun auch während der Freizeit unterwegs im Dorf oft von Bürgern angesprochen und um Rat gefragt, was er jedoch mit Humor zu nehmen wusste.

Während seiner Amtszeit hat er drei Gemeindepräsidenten und 18 Gemeinderäte erlebt. «Die gute Zusammenarbeit und die angenehme Atmosphäre wirkten sich positiv auf die Arbeitsmoral aus», erzählt der Finanzverwalter. Er sei eigentlich immer mit Freude zur Arbeit gegangen und habe in seinem Job recht frei schalten und walten können – natürlich im Rahmen der gesetzlichen Regulierungen, wie er betont.

 

Langweilig wird ihm nicht
Nun freut sich Karrer auf den letzten Arbeitstag, der genau auf seinen 65. Geburtstag fällt. Zwar wird er für den Verband für Kanalisation und Abwasser (VKA) weiterhin die Rechnung bis zu deren Abschluss 2018/2019 führen. Daneben will er in naher Zukunft aber vermehrt den Kontakt mit seiner grossen Familie und mit Freunden pflegen. Fünf Grosskinder, verstreut über die ganze Schweiz, freuen sich auf die Besuche der Grosseltern Daniel und Trudy Karrer.

Auch für Steckenpferde gibt es mehr Zeit. In der Tafelgesellschaft zum goldenen Fisch ist er als Finanzchef tätig. Als Präsident vom Verein Möriger Kellerbahn (MKB) kann sich Karrer in Zukunft noch eifriger dem Modellbau widmen. Er plant zusammen mit anderen Bähnler-Vereinen im September eine Ausstellung in der Mehrzweckhalle Mörigen. Im Weiteren will der gebürtige Baselbieter zusammen mit seiner Frau das Dreiseenland besser kennenlernen, fotografieren, im See schwimmen gehen und mit dem Motorboot Ausfahrten unternehmen.

Bereits hat das Ehepaar Nordic Walking-Stöcke angeschafft, die es nun regelmässig zu benützen gedenkt. Und dann sind da ja auch noch die Möriger Senioren. Sich mit diesen am gemeinsamen Mittagstisch zu treffen, zu jassen und gemeinsam Ausflüge zu unternehmen, das hat sich das Ehepaar Karrer fest vorgenommen. «Ganz besonders freue ich mich aber darauf, jeden Tag einfach den Morgen zu geniessen», erklärt der schon bald pensionierte Finanzverwalter zum Schluss.

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