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Agglolac

Energieeffizient und autoarm

Die Grünen Biel und der VCS haben zum städtebaulichen Ideenwettbewerb Stellung bezogen. Die Grünen möchten auf den Minergie-P-Standard setzen, der VCS plädiert dafür, weniger Parkplätze vorzusehen.

(mt) Die Grünen sind überzeugt, dass das Projekt Agglolac vielversprechende Perspektiven für die Entwicklung des aktuellen Brachlandes bietet. Die vorgeschlagenen städtebaulichen Konzepte seien eine wertvolle Grundlage für eine qualitativ hochstehende Verdichtung des Siedlungsraums, schreiben die Grünen in einer Stellungnahme zum Ideenwett- bewerb.

Besonders begrüssen die Grünen, dass die Bevölkerung und interessierte Kreise früh in das Vorhaben einbezogen werden. «Dies ist für die Akzeptanz des Projekts von grosser Bedeutung, da das seenahe Gebiet sehr behutsam bebaut und eine genügende Fläche direkt am See für die Naherholung freigehalten werden muss.»

Auf den Ideenwettbewerb folgt die Phase der Testplanung. Die Grünen wünschen sich ein visionäres Vorzeigeprojekt, welches weit über die Region ausstrahlt und in der Region eine Signalwirkung für die Entwicklung des urbanen Raums hat. «Die Testplanung muss sich daher an der Schaffung eines sozial durchmischten, ressourcenschonenden und autofreien Wohnquartiers orientieren», heisst es.

Weder Luxusviertel noch ausschliesslich günstiger Wohnraum würden zum gewünschten Resultat führen. Es wäre nach wie vor sinnvoll, eine Quote für sozialen oder genossenschaftlichen Wohnungsbau zu definieren, finden die Grünen.

Sie wünschen sich zudem ein Quartier, bei dem gänzlich auf Minergie-P und auf recyklierbare Baumaterialien gesetzt wird. Da die beiden Energiestädte Biel und Nidau das Gold-Label anstreben, sei es naheliegend, das von der Energiestadt vorgesehene Zertifikat 2000-Watt-Areal anzustreben. «Es kann nicht sein, dass die versprochenen Ausgleichsmassnahmen und Aufwertungen wie etwa beim Projekt ‹Obere Schüsspromenade› am Schluss an der Finanzierung oder an technischen Schwierigkeiten scheitern. Die Finanzierung und Realisierung sind als Bestandteil des Projektes verbindlich sicherzustellen», schreiben die Grünen.

 

Weniger Parkplätze gefordert

Auch die Regionalgruppe Biel des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) äussert sich positiv darüber, dass die Bevölkerung mit dem Ideenwettbewerb schon früh in das Projekt miteinbezogen werde. Wie die Grünen spricht sich auch der VCS für autoarmen Wohnraum aus.

In seiner Mitteilung weist der VCS zudem darauf hin, dass es einem Bedürfnis entspreche, auch Wohnungen ohne Autoabstellplatz anzubieten. Der Verkehrs-Club bezieht sich dabei auf den Mikrozensus aus dem Jahr 2010, wonach 24 Prozent der Haushalte im Kanton Bern autofrei seien. «Schon um nur diese durchschnittliche kantonale Nachfrage nach parkplatzfreien Wohnungen abzubilden, sollte die Anzahl Parkplätze auf maximal 0,8 pro Wohnung beschränkt werden.»

Für ein autoarmes Projekt spreche auch die Tatsache, dass der Bahnhof in Fussdistanz liege. «Durch Realisierung von attraktiven Fuss- und Velowegen können die umweltschonenden Mobilitätsformen noch mehr gefördert werden. So kann dem motorisierten Individualverkehr, der in einem Naherholungsgebiet nicht erwünscht ist, noch mehr entgegengewirkt werden.» Der VCS spricht sich zudem für ein Car-Sharing-Angebot aus. «Wir glauben, dass pro Car-Sharing-Platz zirka 20 Autos weniger in der Siedlung parkiert werden müssen.»

Stichwörter: Projekt Agglolac

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