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Einsparpotenzial von über 30 Millionen Franken: BFH geht über die Bücher

Um den Campus Biel realisieren zu können, müssen Kosten reduziert werden. Eine umfassende Überprüfung zeigt: Das Einsparpotenzial liegt zwischen 30 und 45 Millionen Franken. Trotz Einsparungen werden aber Zusatzkosten im höheren zweistelligen Millionenbereich anfallen.

Bald schon soll hinter dem Bieler Bahnhof weiter gebaut werden können. Bild: Keystone
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Im September 2019 hat das Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern die Ausschreibung zur Suche eines Totalunternehmens für die Realisierung des Campus Biel/Bienne der Berner Fachhochschule (BFH) abgebrochen. Die Offerten lagen deutlich über dem bewilligten Kreditrahmen. Die aufgrund der offenen Rechtslage ohnehin anfallende «Wartezeit» (Enteignung, Bauordnung und -bewilligung) wurde für einen Relaunch des Campus Biel/Bienne genutzt.

52 Einsparpositionen in Biel
Beim Projekt in Biel/Bienne hat das AGG insgesamt 174 Positionen untersucht. Als nicht machbar respektive nicht zweckmässig erwiesen haben sich der Wechsel von einem Holz- zu einem Massivbau, das Auslagern hochspezifischer Labors und eine generelle Flächenreduktion. Demnach lässt sich auch das BFH-Weiterbildungszentrum für technische Disziplinen, das im benachbarten Switzerland Innovation Park eingemietet werden soll, nicht in den Campus integrieren. Die Überprüfung hat gezeigt, dass bei 52 Positionen ein Einsparpotenzial zwischen 30 und 45 Millionen Franken besteht. Eingespart wird unter anderem durch Vereinfachungen beim Holzbau, bei der Fassade, bei der Materialisierung der Innenausstattung und bei technischen Einrichtungen. Statt über eine eigene Energiezentrale erfolgen Heizen und Kühlen neu mit Fernwärme und Seewasser. Zudem wird auf ein Parkgeschoss verzichtet.


Trotz bedeutender Einsparungen werden zur Realisierung des Bieler Campus nach derzeitigen Erkenntnissen zusätzliche Kosten im höheren zweistelligen Millionenbereich anfallen. Diese Zusatzkosten lassen sich erst Ende Sommer 2021 genauer beziffern, wenn ein neuer Kostenvoranschlag vorliegt.


Campus Bern auf rund 200 Positionen optimiert
Während beim Campus Biel/Bienne bereits ein Bauprojekt vorliegt, befindet sich der Campus Bern noch in einer früheren Phase der Projektierung, mit entsprechend grösseren Handlungsspielräumen. So liessen sich die Erfahrungen aus Biel in die bei Grossprojekten üblichen «Optimierungsrunden» integrieren. Beim Campus Bern wurde das Kostenreduktionspotenzial von mehreren hundert Positionen untersucht, knapp 200 davon wurden direkt ins Vorprojekt integriert. Zum Beispiel wird das Gebäude auf dem nördlichen Baufeld verkleinert und vereinfacht, und ein Teil der Gebäudetechnik wird neu auf dem Dach statt in teuren Untergeschossen platziert. Unproduktive Verkehrsflächen wie etwa Treppenaufgänge werden zugunsten von Nutzflächen verkleinert. Das Optimierungspotenzial beläuft sich auf 20 bis 24 Millionen Franken. mt


 

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