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KOMMENTAR

Einlenken, bevor es peinlich wird

Regionalredaktor Patrick Furrer äussert sich zum Entscheid des Regierungsstatthalters betreffend der Beschwerde des "Bieler Tagblatts" beim Bericht Hubacher.

Patrick Furrer, Redaktor Region, Bild: bt/a

Die offiziellen Gründe des Bieler Gemeinderats, den Bericht Hubacher zu den Missständen in der Sozialdirektion nur gekürzt zu veröffentlichen, überzeugen den Regierungsstatthalter nicht. Aus gutem Grund: Die Bevölkerung muss gerade bei heiklen Themen genügend Informationen erhalten, um Handlungen politischer Akteure nachvollziehen zu können. Wenn der Gemeinderat jetzt nicht einsieht, dass er das Öffentlichkeitsprinzip stärker gewichten muss, dann verliert er an Glaubwürdigkeit – nicht nur bei den Medien, sondern bei der ganzen Bevölkerung. Sein Verhalten würde peinlich.

Der Regierungsstatthalter stipuliert das Recht auf Transparenz. Der Gemeinderat darf Transparenz nicht zum Lippenbekenntnis verkommen lassen. Unter dem Strich hat er mit seinem geheimnistuerischen Vorgehen das Gegenteil von dem bewirkt, was er als ein Ziel der Kürzung und Anonymisierung des Berichts angab. Er hat keine Ruhe in die Sache gebracht, sondern Spekulationen geradezu herausgefordert.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bieler Regierung die Bevölkerung im Unklaren über die genauen Hintergründe für ihr Handeln lässt. Das war auch im Fall der Mobbingvorwürfe beim Erwachsenen- und Jugendschutz der Stadt (EJS) unter dem damaligen SP-Sozialdirektor Pierre-Yves Moeschler nicht anders.

Den Entscheid des Regierungsstatthalters anzufechten wäre darum uneinsichtig. Der Gemeinderat hat darüber hinaus seine Informationspolitik grundsätzlich zu überdenken. Es geht um nicht weniger als das Image der Stadt Biel. Er muss sich fragen, ob er den Bericht von Experte Andreas Hubacher nicht doch noch ganz veröffentlichen will.

Info: Patrick Furrer, Redaktor Region. pfurrer@bielertagblatt.ch

Kommentare

stockam

Es ist bereits peinlich Hr. Furrer. Mit seiner Rhetorik kann E.Fehr seine Führungsschwäche nicht mehr übertünchen. Auch Feurer ist ein schwacher DSS Vorsteher. Liest man die Barmherzige Abfassung von Feurer zu Frau B. Reusser letzter Woche war das nur noch Klebstoff für seinen Sessel. In einem muss ich Frau Sandra Schneider recht geben. Fr. 200 000 sind genug für solche Volksvertreter.


manolo

es ist an der zeit das man fehr mit seiner clique vom hohen ross herunter holt!


Georges

Herr Furrer ich sehe es auch so. Und ich möchte hinzufügen: Warum versuchen die Bieler Politiker, welche das Volk gewählt hat, um unsere Stadt zu leiten, immer und immer die Bürger mit deren "Filzbeziehungen" untereinander zu hintergehen? Das darf doch nicht sein!


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