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„Krawattenzwang“

Ehrenamtliche – nein, sie spinnen nicht

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Ehrenamtliche – nein, sie spinnen nicht.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Am Wochenende stand ich an einem Sportanlass im Einsatz – ehrenamtlich und freiwillig. Stundenlang. Echt: Ferientage geopfert, viel zu wenig Schlaf, unregelmässig essen und trinken, ein saumässiger Chrampf. Noch einmal: Ehrenamtlich und freiwillig. Wer tut sich dies schon an? Ich – und mit mir Dutzende andere. Für eine Entschädigung in Form eines T-Shirts und bei positivem Finanzabschluss einem Helferanlass.

Und es lohnt sich eben doch! Wer’s kennt, wird dies bestätigen. Wer’s nicht kennt, wird immer der Meinung sein, die Ehrenamtlichen sind Spinner. Ohne hier den Wert der kostenlosen Arbeit in allen Bereichen aufzurechnen und ohne das Funktionieren der Gesellschaft ohne freiwilligen Einsatz in Frage zu stellen. Solche Anlässe lohnen sich ohne Zahlen. Zusammen mit Gleichgesinnten etwas auf die Beine zu stellen, durchzuziehen und andern eine Freude machen ist Entschädigung genug.

Sich selber als Spinner zu bezeichnen oder sich als solchen bezeichnen lassen gehört dazu. Es ist schon fast ein Lob. Auch in Zeiten, in denen ja scheinbar niemand mehr Zeit hat für ehrenamtliches Engagement, kann Ungewöhnliches entstehen und wachsen. Zugegeben, jede und jeder hat in Druckphasen in Beruf, Familie oder Freizeit Kontakt mit seinen Grenzen. Das Überwinden dieser Hürden gehört dann aber letztlich (auch) zu den Erfolgserlebnissen.

Allen, die sich irgendwo freiwillig und ehrenamtlich engagieren, gebührt Dank und Lob. Denn das kriegen sie in der Regel viel zu wenig. Also: Merci! Und das sage ich ganz freiwillig.

Ihre Meinung dazu?


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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