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„Krawattenzwang“

Die vielen Köpfe – bald sind sie weg

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Die vielen Köpfe – bald sind sie weg.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Die Zahlen kennen wir: 2111 Kandidatinnen und Kandidaten buhlen im Kanton Bern auf 146 Listen um einen der total 160 Sitze im kantonalen Parlament, dem Grossen Rat. Im Seeland lächeln uns im umfangreichen Wahlmaterial 403 Frauen und Männer auf 26 Listen entgegen. Hier sind 26 Sitze zu vergeben. Unzählige Plakate und Flyer ergänzen die vielen Inserate in den Zeitungen. Letzte Woche waren 93 Köpfe in Inseraten im „Bieler Tagblatt“ präsent – unabhängig von der redaktionellen Berichterstattung.

Es ist Wahlkampf. Noch bis am nächsten Sonntag kämpfen und hoffen viele. Dann ist Schluss – die Köpfe verschwinden. Schluss ist aber nur für uns. Für die Gewählten beginnt der politische Alltag, oder er wird für die Wiedergewählten fortgesetzt. Ganz egal soll es uns also nicht sein, wer im Kanton Bern in den nächsten vier Jahren das Sagen hat. Nicht „die in Bern machen sowieso, was sie wollen“. Nein. Sie und ich bestimmen mit, was „da oben“ entschieden wird. Und die Herausforderungen für unseren Kanton sind nicht eben klein.

Wir haben im BT berichtet, wir haben porträtiert, wir haben erklärt. Nun ist Schluss. Am nächsten Sonntag wird an der Urne entschieden. Noch haben Sie also ein paar Tage Zeit. Es reicht noch für das briefliche Wählen, am Wochenende sind ansonsten überall die Wahllokale offen.

Kompliziert ist es, ja. Aber nicht so, dass keiner drauskommt. Wer will, kann wählen. Nicht, wie ein amtierender Bieler Stadtrat und selber Grossrats-Kandidat in den sozialen Medien anregt, dass die Zeitungen eine Anleitung geben müssen. Diese Forderung kommt im Übrigen alle vier Jahre. Ich bin dezidiert der Meinung, dass nicht Zeitungen Polit-Nachhilfe leisten müssen. Das ist Aufgabe der Parteien und der Kandidaten. Wahlkampf ist Fleiss- und Knochenarbeit – und das ist gut so. Nur so ist zu vernehmen, was an der Basis, „im Volk“, brodelt und welche Themen im Parlament prioritär zu bearbeiten sind.

Allen Kandidatinnen und Kandidaten danke ich für das Engagement, den Gewählten gratuliere ich schon heute und wünsche, dass all das, was jetzt angesprochen und versprochen wurde, in den nächsten vier Jahren zumindest diskutiert wird.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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