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„Krawattenzwang“

Die spezielle Millionen-Lotto-Taktik

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Die spezielle Millionen-Lotto-Taktik.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Regelmässig gibt's im Schweizer Zahlenlotto grosse Summen zu gewinnen. Wenn der Jackpot auf einen über zweistelligen Millionenbetrag ansteigt, wächst auch mein Interesse. Ich werde zum Zocker. Warum erst ab zehn Millionen, entspricht einer ganz speziellen Taktik. Diese habe ich vor kurzem einem Arbeitskollegen vor dem Kaffeeautomaten erklärt. "Schreib darüber", meinte er. Also.

Wie gross ist die Chance, dass ich sechs Richtige tippe? Gleich null. Wie gross ist die Chance, dass ich einmal im Leben einen absoluten Glückstreffer lande? Gleich null. Wie gross ist die Chance, dass sich dies sogar wiederholt? Noch kleiner.

Also, logisch: Wenn meine Chance, zu gewinnen, schon so klein ist und sich dies maximal einmal im Leben ergibt – dann schon richtig. Ich möchte mein Glück nicht mit einem Sechser strapazieren, der dann nur einige hunderttausend Franken oder nur einige wenige Millionen einbringt. Wenn schon, dann richtig. Also tippe ich nur, wenn es mehr als zehn Millionen zu gewinnen gibt. Kapiert?

Diese "Taktik" ist natürlich eine unnütze Spielerei mit mir selber und selbstverständlich nicht ernst zu nehmen. Ja, sie ist sogar unfassbar überheblich. Einen praktischen Effekt hat sie dennoch: sie schützt das eigene Portemonnaie, weil nicht wöchentlich zweimal ein Einsatz zu berappen ist. Andererseits: Gewinnen kann nur, wer spielt. Das Schlimmste wäre ja, wenn "meine" Gewinnzahlen gezogen würden, wenn ich gar nicht einbezahlt habe...

Haben Sie sich in diesem Zusammenhang auch schon ertappt, wenn Sie sich ausmalen, was Sie mit einem solchen Millionengewinn machen würden? Ich schon. Zwischen knausrigem Sparen und Einteilen bis ans Lebensende und dem raschen Verprassen kommen mir da jegliche Ideen in den Sinn. In der Regel Unvernünftiges. Also: Weiterarbeiten und träumen.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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